LIK

Partner

Detlev Dannenberg

Das Lernsystem Informationskompetenz (LIK) - Konzept und Ausführung als LIK-VU-Wedel

Der Mensch in der heutigen Gesellschaft sieht sich einer täglich wachsenden Flut von Informationen ausgesetzt und der Anforderung zu ihrer Bewältigung das Leben lang die eigene Informationskompetenz zu entwickeln. Es ist eine große Herausforderung für alle Lehrenden ihre Lernenden dabei zu unterstützen.

Die einzelne Lehrperson sollte sich dieser Herausforderung nicht allein stellen müssen. Nein, dieses Ziel läßt sich nur durch Bündelung und Entwicklung der vorhanden Ressourcen aller Institutionen und die Bildung von Lernpartnerschaften und Netzwerken zur Vermittlung von Informationskompetenz erreichen. Es ist die Aufgabe von Lehrenden in Schulen, Hochschulen, Bibliotheken und in Institutionen der beruflichen und privaten Aus- und Fortbildung ihre unterschiedlichen Kompetenzen auszutauschen und gegenseitig zu ergänzen.

Wie ließe sich das erreichen?

Mit dem Lernsystem Informationskompetenz (LIK) habe ich ein Konzept für Angebote öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken an Lernpartnerinnen und Lernpartner entwickelt:

Die Grundidee ist die Vermittlung von Informationskompetenz (information literacy) durch Bibliotheken für lebenslanges Lernen. So wie an Schulen und Hochschulen in den USA soll jeder Mensch in verschiedenen Lebensabschnitten auf den jeweiligen Bedarf und aufeinander abgestimmte Übungen zur Entwicklung der persönlichen Informationskompetenz absolvieren, in Bibliotheken aller Art in Kooperation mit Schulen, Hochschulen, beruflichen Aus- und Fortbildungseinrichtungen sowie im Privaten.

In Zusammenarbeit mit Bibliotheken und Schulen im Südwesten Schleswig-Holsteins habe ich die Übung LIK-VU konzipiert und als LIK-VU-Wedel eingeführt. Sie ist ein Angebot der Stadtbücherei Wedel an 11. Klassen (Rist-Gymnasium und IGS Wedel) im Rahmen des Fachs "Vertiefender Unterricht". Hierbei wird in enger Kooperation mit den Lehrenden Informationskompetenz vermittelt mit den vier Seiten Thema finden, Informationen finden, Informationen beurteilen und Informationen verarbeiten (incl. präsentieren).

Der Ansatz ist handlungsorientiert, der Ablauf soll gemeinsam forschendes Lernen anregen und richtet sich nach dem Bedarf der Lernenden. Deren Leistungen umfassen im halben Schuljahr ein Rechercheprotokoll mit Recherchen an vorgegebenen Stationen, ein wissenschaftlicher Text und eine Präsentation. Das Thema kann völlig frei gewählt werden oder es gibt Themenkreis-Vorgaben (Preußen). Nach einer Vorrecherche in der Stadtbücherei wird ein Modellrechercheprotokoll gemeinsam nachgespielt. Unterschiedliche Kompetenzen der Lernenden werden ausgetauscht, gegenseitiges Helfen gefördert, individuelle Unterstützung von Stadtbücherei und Schule gegeben. Ergänzende Einheiten zum wissenschaftlichen Arbeiten (Belege, Zitate, Literaturlisten) beziehen sich auf die Erfordernisse des anzufertigenden Textes. Die Rechercheprotokolle der Lernenden werden von der Stadtbücherei beurteilt, die drei Leistungen von den Lehrenden bewertet.

Die Ergebnisse zeigen zunächst eine normale Notenverteilung, allerdings waren einige Lernende durch die freie Themenwahl so motiviert, dass sie überdurchschnittliche Leistungen zeigten. Durch die Teilnehmerorientierung und die Themenzentrierung ist nachhaltiges Lernen zu vermuten.

Die erworbene Informationskompetenz muss dafür von der Schule verfestigt werden. Durch den Einsatz von LIK-VU-Wedel bieten sich Möglichkeiten zur Festlegung von Standards, klaren Regelungen und Anweisungen, wie wissenschaftliche Arbeiten an der jeweiligen Schule zu verfassen sind.

Die Fortführung und feste Institutionalisierung von LIK-VU-Wedel wird von allen Beteiligten gewünscht, weitere Schulen und Bibliotheken sind interessiert. Die Erfahrungen zeigen, dass die Bildung von Lernpartnerschaften und Netzwerken zur Vermittlung von Informationskompetenz mit professioneller und finanzieller Unterstützung möglich ist.

Kontakt:

Dipl.Bibl. Detlev Dannenberg
Leiter der Bibliothek des Fachbereichs der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

L I K ? - Dieser Begriff ist für die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei Wedel schon seit Jahren kein Fremdwort mehr.

Zunächst starteten wir im Projekt mit zwei 11. Klassen pro Halbjahr, jeweils vom Johann-Rist-Gymnasium und der Integrierten Gesamtschule.

L I K - eine neue Methode der Benutzerschulung wird seitdem sowohl von interessierten LehrerInnen als auch von den SchülerInnen gern angenommen.

Erfahrungen zeigen uns immer wieder, welche Defizite im Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten bestehen. So sind z. B. Themenfindung, Recherchestrategien und deren Protokollierung Grundvoraussetzung für lebenslanges Lernen und bis zur 11. Klasse nicht hinreichend erlernt worden.

Übung macht auch in diesem Fall den Meister - das zeigen eindeutig die Ergebnisse, die auch die Aufgabe der Bibliothek in der Funktion als Mentor bestätigen.

Mit den Sponsorenmitteln gelang es uns, eine Art Leitfaden für Interessenten zu erstellen, der auch in abgewandelter Form für andere Schul- bzw. Ausbildungsarten anwendbar sein kann.

Wir freuen uns, diese Dienstleistung anbieten zu können und wünschen uns weiterhin viele Teilnehmer.

Kontakt: Dipl. Bibliothekarin Andrea Koehn

 

Projekt

Lernsystem InformationsKompetenz

AstraZeneca
Regiosponsoring
"Entwicklung fördern - Zukunft gestalten"

 

Was ist L I K ?

Das Lernsystem Informationskompetenz ist ein Angebot öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken und erweitert die herkömmliche Benutzer-Schulung.

An einem selbstgewählten Thema wird die Informationskompetenz beispielhaft eingeübt. Es müssen zu bewertende Recherche-Protokolle erstellt werden und das Thema muss anschließend präsentiert werden. Die Bibliothek steht den beteiligten Schulklassen als Tutor zur Seite, zur Erläuterung des Projekts, des Präsenzbestandes der Bibliothek mit Nachschlagewerken, der Hilfestellung beim Umgang mit dem OPAC (Online Public Access Catalogue) und der Internet- Recherche.

Wir sind der Überzeugung, dass unsere immer komplizierter werdende Umwelt sich in der Zukunft nur innvoll gestalten lässt, wenn wir alle lernen, konsequent die Möglichkeiten dieser neuen Informationstechnologien auszuschöpfen und lernen, sie lebenslang sinnvoll zu nutzen.

Die Bibliothek versteht sich als Mittler in diesem Entwicklungsprozess.

Arbeiten mit L I K heißt

  • Informationsbedarf erkennen
  • Information finden
  • Information bewerten
  • Information bearbeiten
  • Information präsentieren

Was will L I K ? Chancengleichheit

Durch den freien Zugang zu sämtlichen Medienarten schaffen öffentliche Bibliotheken die Möglichkeit für jedermann, entsprechend dem Grundgesetz Artikel 5 (1) "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten..." das jeweilige Informationsbedürfnis zu decken.

Bibliotheken sind Ansprechpartner für alle Bevölkerungsschichten, ohne Ansehen der Person und der finanziellen Möglichkeiten.

Ziel des LIK - Projektes ist, durch die Zusammenarbeit von Bibliotheken und allgemeinbildenden Schulen diesen Entwicklungsprozess möglichst breit für alle Gesellschafts-schichten zu fördern.

Was will L I K ? Medienkompetenz

In der Medienvielfalt unserer heutigen Zeit mit den Informationsangeboten in Büchern, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Video, DVD, Kassette, CD-ROM und Internet ist es oft schwierig das richtige und effektivste Medium für das eigene Informationsbedürfnis zu finden und kritisch zu nutzen.

Es hängt von der Fragestellung und der Kenntnis der entsprechenden Suchstrategie ab, ob man bei den Recherchebemühungen erfolgreich ist. Wenn die gewünschte Information gefunden ist, muss man auch einschätzen können, wie relevant und seriös die erhaltenen Informationen sind.

Ziel des LIK - Projektes ist, dass man lernt, mediengerechte Suchstrategien zu entwickeln und Informationen zu bewerten, d.h. das Erlernen von Medienkompetenz.

Was will L I K ? Lebenslanges Lernen

Die Erwerbung von Informationskompetenz mit Unterstützung der Bibliotheken soll fit machen für Techniken, die lebenslanges Lernen ermöglichen und die Einsicht wecken, dass in unserer Wissensgesellschaft einmal Gelerntes ständig der Erweiterung und der Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten bedarf, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld.

Es muss das eigene Informationsbedürfnis erkannt werden, die entsprechenden Informationen gefunden werden, sowie wissenschaftliches Arbeiten erlernt werden, indem man die erhaltenen Informationen bearbeitet und präsentiert.

Ziel des LIK - Projektes ist, eine Orientierungshilfe zu bieten, in der Flut der Informationen, durch die Technik des lebenslangen Lernens

Kurzauswertung LIK

 

Grundlage: Vertiefender Unterricht (VU)
Klasse 11c (2000/01) und 11c (2001/02)


Monika Thöm

  1. Positiva:

    • Zielsetzung / Strukturierung LIK entspricht wesentlichen Lernzielen des VU (Informations-Beschaffung, -bearbeitung und -präsentation)
    • damit fruchtbare Unterstützung und Erweiterung des Unterrichts
    • Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Wedel (als Rechercheort mit PC- Ausstattung und Internetzugang, Einführungsveranstaltung mit Handout, individuelle Anleitung der Schüler bei der Recherche, Auswertung der Rechercheprotokolle; Lernort außerhalb der Schule motivierend)
    • Grundsätzlich: Modellrechercheprotokoll (s. aber auch II. Probleme)
  2. Probleme:

    • Präsentation/Dokumentation (s. 5. Abstraktion, S. 3 im Wedel Konzept Dannenberg): sprengt zeitlichen Verfügungsrahmen von 1 Wochenstunde für den geisteswissenschaftlichen Anteil am VU (die 2. Wochenstunde steht der nat.-wiss. Methodik zu), geht damit an der Schulrealität vorbei, da LIK eben nur ein Teilaspekt des VU sein kann, und ist damit nicht zu leisten
    • Modellrechercheprotokoll 2001 zu umfangreich, besser geeignet das Protokoll zu den Olympischen Spielen
    • Zeitrahmen für die Referate (10 Minuten) zu kurz für substantielle Informationen, als sinnvoll hat sich ein zeitlicher Umfang von ca. 25 Minuten erwiesen
    • freie Themenwahl für jeden einzelnen Schüler ohne Vorgaben ist reizvoll, aber auch sehr zeitaufwendig in der Findungs- und Referatphase und erfordert in der Recherchephase eine größere Zahl von Internetzugängen, die in der Schulrealität nicht vorhanden sind, zumal nicht unbedingt jeder Schüler häusliches Gerät zur Verfügung hat; 2000/01 ließ ich jeweils zwei Schüler an einem gemeinsam gewählten Thema arbeiten - sinnvoll auch im Hinblick auf die Einübung von Teamfähigkeit
    • da fächerübergreifende Projektarbeit einen immer größeren Stellenwert im Unterricht erhält und gerade der VU hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten soll, ist es sinnvoll, die Referate einem übergeordneten Projektthema zuzuordnen (in unserem Fall das Projekt "Preußen") und jeweils Teilaspekte recherchieren, bearbeiten und präsentieren zu lassen
    • eine Informationsbewertung durch die Schüler kann nur sehr eingeschränkt erfolgen, da zu einer Beurteilung der Qualität einer Information umfassendes Hintergrund wissen erforderlich ist, über das Schüler naturgemäß noch nicht verfügen können; auch hier geht LIK an der Realität vorbei.
  3. Fazit:

    LIK wird wegen der unter I. aufgeführten Positiva auf jeden Fall weiterhin fester Bestandteil meines VU sein, gerade auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei; allerdings kann das Programm nur in der unter II. aufgeführten - eingeschränkteren - Form durchgeführt werden.

Stellungnahme der IGS Wedel zur Unterrichtseinheit "Recherche" in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Wedel (Frau Koehn) und der FHS für Bibliothekswesen in Hamburg (Herr Dannenberg)


Im Rahmen des "Vertiefenden Unterrichts" im 11. Jahrgang nehmen unsere Schülerinnen und Schüler im inzwischen 3. Durchlauf die Gelegenheit wahr, die Möglichkeiten konventioneller wie elektronischer Recherche kennenzulernen und an einem vorgegebenen Thema zu erproben.

Innerhalb eines festgelegten Zeitraums fertigen die Schüler ein Recherche-Protokoll an, das sie zu einer systematischen Vorgehensweise zwingt und ihnen bei jedem Schritt eine Reflexion ihres Tuns abverlangt. Sie erhalten dann ein verbales Gutachten, das genau die Stärken und Schwächen ihrer Arbeit benennt.

Meine Kolleginnen und Kollegen sind Frau Köhn und Herrn Dannenberg außerordentlich dankbar für diesen sinnvollen Baustein im "Vertiefenden Unterricht", da er uns hilft, die propädeutischen Grundlagen für alle künftig in der Oberstufe anzufertigenden Arbeiten (Referate, Haus- und Facharbeiten etc.) zu legen.

H. Reier, Oberstufenleiterin

Projekt Lernsystem InformationsKompetenz


Regiosponsoring "Entwicklung fördern - Zukunft gestalten"


Gemeinsam soziale Verantwortung übernehmen


Mit dieser Leitidee setzt AstraZeneca sein regionales Sponsoring-Engagement im Jahr 2002 fort. Nach der sehr erfolgreichen Ausschreibungsrunde für die Stadt Wedel weiten wir nun das Konzept auf den Kreis Pinneberg aus. Damit leisten wir einen engagierten Beitrag zum Vereins- und Kulturleben sowie den sozialen und wissenschaftlichen Aktivitäten in dieser Region. Projektvorschläge können aus allen gesellschaftlichen Bereichen wie Sport, Kultur, Soziales und Bildung, eingereicht werden. Sie müssen einen klaren Bezug zum Leitmotiv dieser Ausschreibungsrunde

Entwicklung fördern - Zukunft gestalten erkennen lassen.


AstraZeneca GmbH
Unternehmenskommunikation
Tinsdaler Weg 183
22880 Wedel
E-Mail: regiosponsoring(at)astrazeneca.de

In der regionalen Presse fand das erste Jahr des Regiosponsoring von AstraZeneca ein positives Echo. Besonders erfreulich ist die regionale und finanzielle Ausweitung, die für das Jahr 2002 zugesagt wurde.

Im Wedel-Schulauer Tageblatt vom 08.12.2001 heißt es unter anderem:

40 Institutionen bewarben sich, 18 Projekte wurden gefördert - unter anderen "Lernsystem Informationskompetenz" (LIK) von Diplom-Bibliothekar Detlev Dannenberg und der Stadtbücherei Wedel. "Die Grundidee ist die Vermittlung von Informationskompetenz durch Bibliotheken mittels lebenslangen Lernen", so Dannenberg. Dabei richtet er sich insbesondere an die Jugendlichen: Den Schülern soll vermittelt werden, wie sie bei der Suche nach Informationen zu bestimmten Themenbereichen die Medien voll ausschöpfen können.

Das Projekt soll weiterhin gefördert werden und "AstraZeneca"-Sprecher Peter Schiffer fasst zusammen: "Wir können die erste Runde unseres Programms als Erfolg verbuchen."

Im Hamburger Abendblatt / Pinneberger Zeitung vom 07.12.2001 liest man hierzu:

Einige der 18 Beispiele aus dem laufenden Jahr: Ausbildung von Tagesmüttern, Konzerte oder auch das Vorhaben der Wedeler Stadtbücherei, das gleich sämtliche Anforderungskriterien auf einen Schlag erfüllte: das Lernsystem Informationskompetenz.

Unter der Regie von Detlev Dannenberg von der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften arbeitete die Bücherei mit der Integrierten Gesamtschule und dem Johann-Rist-Gymnasium zusammen, um Schülern des elften Jahrgangs Lern- und Recherchemethoden beizubringen. Den jungen Leuten wurden Wege aufgezeigt, wie sie in der ständig unübersichtlicher werdenden Medienwelt nicht in der Informationsflut ertrinken, sondern gezielt Quellen herausfinden, die bei der Betrachtung eines Problems oder Themas nützen - eine Fähigkeit, die fürs Leben taugt.

Foto: Jörg Frenzel / Pinneberger Tageblatt

Modellrecherche

Vorüberlegung:

Am 4.11. Plakat des Veranstaltungszentrums Fabrik gesehen: Ankündigung (14.11.) von Lucky Dube, dem Reggae-Star aus Südafrika. Von dem Begriff "Afro-Reggae" hatte ich schon gehört. Jetzt möchte ich mehr darüber erfahren.

Suchbegriffe:

Afro-Reggae, Afroreggae, afrikanische pop(uläre) Musik, Reggae, Lucky Dube

Rechercheplan:

  • allg. Nachschlagewerke: Brockhaus 20. Aufl., Encarta, Encyclopedia Britannica CD-ROM, Munzinger-Archiv (CD-ROM)
  • Fachbücher in der StB suchen
  • weitere Bibliotheksbestände: ZKSH, GBV
  • Internet: DIB, Google, Munzinger-Online
  • dabei auch Experte/Expertin finden

Geplante Dauer:

1,5 Std. Recherche, 2 Std. Schreiben

Protokoll der Modellrecherche:

Detlev Dannenberg: "Afro-Reggae"

Erläuterung der persönlichen Codes: Der Gebrauch von Abkürzungen und Zeichen / Symbolen / Icons spart Zeit. Damit sie von anderen auch verstanden werden, müssen sie in einer Legende erklärt werden.

⇒ : Suchwort . . . eingegeben oder angeklickt. unter Suchbegriff . . . nachgeschlagen
00 : nicht vorhanden
zH : zu Hause
vh : vorhanden
√   : erledigt
StB : Stadtbücherei Wedel
ZKSH : Zentralkatalog Schleswig-Holstein - Die virtuelle Bibliothek in Schleswig-Holstein
DIB : Deutsche Internet Bibliothek = Internetverzeichnis
GBV : Gemeinsamer Bibliotheksverbund = Katalog wissenschaftlicher Bibliotheken von 7 Bundesländern
M.O. : Munzinger Online = Datenbank-Recherche zu Personen, Ländern u.v.m.
Zs : Zeitschrift
UB : Universitätsbibliothek Hamburg
subito: kostenpflichtiger Aufsatzbestelldienst des GBV
2001 : Medienladen Grindelallee Hamburg


Tag, Ort 
Zeit
Rechercheablaufnoch zu prüfen
(Abzweigungen)


5.11. StB
9:00-9:05

Brockhaus (20. Aufl.):

Afro-Reggae, Afroreggae 00, aber
Afroamerikanische Musik: kein Hinweis auf Reggae
Afrikanische Musik = S. 196-198: nur "traditionelle Musik"
Reggae - s. Zitat 1


9:05-9:10

Encarta 2001 CD-ROM:

Afro-Reggae, Afroreggae 00
Afrikanische Musik - s. Zitat 2

9:10-9:15

Munzinger Archiv CD-ROM:
Infobase Pop

 Dube, Lucky 00

9:15-9:20

Aufstellungssystematik:
grauer Bereich (Sachbücher)

Musik - Mus: Am Anfang Nachschlagewerke mit Schildern "Info" und "nicht entleihbar" (gelb und weiß)
Mus 25 N = "Noltensmeyer (Hrsg.): Das neue Lexikon der Musik in 4 Bänden"
Register: Reggae - s. Zitat 3
Mus 660 W = "Broughton (Hrsg.): Weltmusik" Register: Afro Reggae, Reggae, Dube 00

Regal:
links und rechts von Mus 660 = Mus 600-680 = Musikgeschichte. Räume - Reggae 00

andere Musikhandbücher in Klasse Musik
9:20-9:25Katalog (OPAC)
Titel:
afro reggae 00
afroreggae 00
afro 4 Treffer - davon 2 über Aphrodite, 1 CD Tropical Dance Music, 1 Bd. Erzählungen
Schlagwort:
afro reggae 00
afroreggae 00
reggae 3 Treffer - davon 2 CD + 1 Buch (entliehen)
Mus 815 W = Wynands: Do the Reggay! - vorbestellen?
zH
19:00-19:10
Enc. Brit. CD:
Afro-Reggae: nur Afro-American . . . + Reggae
Reggae - entspricht dem Artikel im Brockhaus
?
19:10-19:20

Regal:
Afrika
afr. Musik: Bender Inhaltsverzeichnis
Elfenbeinküste: s. Zitat 4
?

Ivoire Dimanche. 21.07.1985: Vorwurf an Alpha Blondy, sich eine falsche Biographie aufgebaut zu haben (Bender S. 84) - suchen  
Experte: Wolfgang Bender: Erzhäuserstr. 27; 64291 Wixhausen; Tel.: 06150-6051
6.11. StB
9:00-9:10
Mus 660 W = Weltmusik
Register: Blondy, Alpha S. 327-328, 337, 671
S. 671: Kasten "Afrikanischer Reggae" (steht nicht im Register!), dort auch Lucky Dube erwähnt = s. Zitat 5
Inhaltsübersicht - Jamaika, dort Reggae vh.
?
9:10-9:15Munzinger Archiv CD-ROM:
Infobase Pop
Blondy, Alpha s. Zitat 6
9:15-9:20ZKSH:
Titel + Schlagwort Afro reggae 00
Schlagwort Reggae 00
Titel Reggae 23 Treffer, u.a.: Kunz, Wolfgang / Reggae / Kult, Kritik u. Kommerz
in Elmshorn vh. - evtl. ausleihen oder Fernleihe
nicht notwendig - genug zu Reggae
zH
19:25-19:40
DIB:
Geisteswissenschaften
Geisteswissenschaften außer Sprach- und Literaturwissenschaft
Musikwissenschaft
HipHop, Rap, Reggae
The Gateway to Reggae Music on the Internet
Artists
Lucky Dube
. . . life . . .: s. Zitat 7
Experte:
Lucky Dube
19:40-19:45GBV:
Titelstichwort
afr? Reggae = 1 Treffer: Zs. The beat: Reggae, African, Caribean, World music - UB Mainz
subito: Aufsatzsuche?
19:45-19:55Google:
Verzeichnis
Kultur
Musik
Genres
Ethno und Weltmusik
Musiker
Alphabetisch ordnen
Alpha Blondy, Lucky Dube, 00
dgl. Rock und Pop
21:00-21:05Google:
afro reggae - ca. 32.000 Treffer, u.a.: The Afro Reggae Beat - s. Zitat 8 daneben Veranstaltungstermine
Expertin:
Megan Mylan
, Autorin der Dokumentation "Batidania: Power in the Beat" - tel: 415-821-436
21:05-21:10 Alpha Blondy Ivoire Dimanche - 117 Treffer, unter den ersten 20 nicht der Zeitungsartikelsubito prüfen, ob Zeitungsartikel lieferbar?
21:10-21:15 lucky dube - 7150 Treffer, als erster: The Official Lucky Dube Website (schon vh)Weitere Links verfolgen?
6.11. - 2001
13:00-13:05
Zufallstreffer:
CD Reggae Africa, booklet - s. Zitat 9

 



Zitat 1
"Mitte der 1960er Jahre entstandene Stilrichtung [ . . . ], bei der Elemente der volkstümlichen Tanzmusik Jamaikas (z.B. Calypso, Mento) mit Rhythm and Blues und Soul verbunden werden" (BROCKHAUS 1998, S. 171)

Zitat 2
"Musik spielt auch in der Gegenwart eine unvermindert wichtige Rolle in der afrikanischen Gemeinschaft. Sie ist ein Medium für die Vermittlung von Wissen und Werten" (ENCARTA 2001)

Zitat 3
"Der deklamatorische Gesang rückt Texte in den Vordergrund, die rebellischd das soziale Elend auf Jamaica anprangern sowie die Ziele des Ras-Tafari-Kultes proklamieren." (NOLTENSMEYER 1996, S. 805)

Zitat 4
"Von der Elfenbeinküste kommt der inzwischen größte Reggae-Star Afrikas, Alpha Blondy. 'der Rasta von Cocody'. . . . Sein Afro-Reggae brachte ihm relativ hohe Verkaufszahlen und damit Einnahmen." (BENDER 1985, S. 83)

Zitat 5
"Reggae ist überall in Afrika [ . . . ] der Nigerianer Sonny Okusuns [sic, vgl. Zitat 6], in Simbabwe [ . . . ]. Eine engagierte Reggae-Stimme gehört dem Südafrikaner Lucky Dube - Afrikas sagenhaftestem Reggae-Künstler" (BROUGHTON 2000, S. 671)

Zitat 6
"die mit Sonny Okosun [ . . . ] ihre größten Stars hat(te)" (MUNZINGER CD)

Zitat 7
"Lucky was born on 3rd August, 1964, in Ermelo, Eastern Transvaal, South Africa. At the age of 9 Lucky was chosen as library assistant at his school. His desire to learn about the rest [ . . . ] In 1979 Lucky launched his career as a mbaqanga singer [ . . . ] In between all this touring Lucky joined Peter Gabriel for the Real World Recording week in England [ . . . ] In February [1997] Lucky was nominated for the INTERNATIONAL ARTIST OF THE YEAR." (LUCKY DUBE 2001)

Zitat 8
"The band's music combines traditional Afro-Brazilian percussion with music and dance inspired in the African Diaspora, including rap, hip-hop and street dance. [ . . . ] Afro Reggae is building an army of politicized performers who are sending a strong message to Brazilian society that they expect more for their future." (MYLAN 1998)

Zitat 9
"Reggae bands of whatever race or nationality cropped up anywhere from Europe to South America, from inner-city America to Southeast Asia. . . . Where Reggae took its firmest, most lasting hold outside jamaica was in Africa itself. . . . African popular music and reggae already shared in common an emphasis upon lyrics that are cautionary, almost morality tales, so the two melded seamlessly. . . . African regae [sic.] has branched out to nearly all countries which have modern recording industries, with an especially firm hold taken in the Ivory Coast." (SELIGMAN 1993, booklet S. 5)

Bewertung von Dauer und Kosten

Die geplante Recherchedauer von 90 Min. wurde um 30 Min. überschritten, überwiegend durch ungeplante Recherchen. Die Schreibzeit war durch Downloads von Onlinequellen 10 Min. kürzer. - Die entstandenen Kosten von 15,90 DM für die CD bleiben als Wert erhalten und wurden gern in Kauf genommen.

Beurteilung der Quellenlage
(Spekulation aufgrund Recherche!)

Allgemeine Nachschlagewerke berücksichtigen anscheinend moderne afrikanische Musik nicht, so wenig wie dies fachliche Nachschlagewerke der Musik tun. Eigenständig erschienene Spezialliteratur über Afro-Reggae scheint es nicht zu geben. Onlinequellen beschränken sich fast ausschließlich auf Originaldarbietungen, Sekundärliteratur ist auch dort selten.

Kurzreferat
"They are the lions in the sheep skins (1)" - über den Afro-Reggae / von Detlev Dannenberg


Reggae ist ein um 1965 in Jamaika entstandene Popmusik, "bei der Elemente der volkstüml. Tanzmusik [ . . . ] (z.B. Calypso, Mento) mit Rhythm and Blues und Soul verbunden werden" (2). "Der deklamatorische Gesang rückt Texte in den Vordergrund, die rebellisch das soziale Elend auf Jamaica anprangern sowie die Ziele des Ras-Tafari-Kultes proklamieren" (3), was auf den afrikanischen Ursprung des Reggae hindeutet, denn auch dort ist die Musik "ein Medium für die Vermittlung von Wissen und Werten" (4).

Er verbreitete sich von Jamaika aus über die ganze Welt und wird unabhängig von Rasse oder Nationalität gespielt (5). Den stärksten und nachhaltigsten Rückhalt fand der Reggae aber in Afrika (6). Dieser afrikanische Reggae, kurz Afro-Reggae, breitete sich in nahezu allen Ländern mit moderner Aufnahmetechnik aus, besonders stark in der Elfenbeinküste (7), Nigeria, Simbabwe und Südafrika(8).

In der Elfenbeinküste arbeitet auch einer der führenden Afro-Reggae-Künstler, Alpha Blondy. Bender hält ihn für den "inzwischen größte[n] Reggae-Star Afrikas . . . " mit "relativ hohe[n] Verkaufszahlen und damit Einnahmen" (9).

Afrikas sagenhaftester Reggae-Künstler ist aber der Südafrikaner Lucky Dube (10). Der 37jährige galt seit früher Jugend als wissbegierig, war Bibliothekshelfer und Sänger in einer Mbaquanga-Band. Auf Reisen rund um die Welt lernte er Weltmusiker wie Peter Gabriel und ihre Stile kennen. Daraus entwickelte er seinen unverwechselbaren Sound, mit dem er um die Welt reist und im Februar 1997 zum International Artist of the Year [1996] nominiert wurde (11).

"Afro-Reggae" gibt es aber nicht nur in Afrika: in einem Slumgebiet in Brasilien arbeitet eine Gruppe gleichen Namens, die afrobrasilianische Perkussion mit Musik und Tänzen der afrikanischen Diaspora wie Rap, Hip-Hop und Streetdance kombiniert. Die Botschaft der Gruppe ist die Lebensbedingungen der Slumbewohner zu verbessern (12).

Inzwischen treten Afro-Reggae-Bands auch in Deutschland auf. Lucky Dube spielt am 14.11. im Veranstaltungszentrum Fabrik in Hamburg-Altona (13).


(1) Harley and the Rasta Family: Lion in a Sheep Skin. - In: SELIGMAN 1993 - CD, Track 1 [Mitschrift D.D.]

(2) BROCKHAUS 1998, S. 171

(3) NOLTENSMEYER 1996, S. 805

(4) ENCARTA 2001 "Afrikanische Musik"

(5) "Reggae bands of whatever race or nationality cropped up anywhere from Europe to South America, from inner-city America to Southeast Asia." (Reggae Africa 1993, booklet S. 5)

(6) "Where Reggae took its firmest, most lasting hold outside Jamaica was in Africa itself." (ebd)

(7) "African reggae has branched out to nearly all countries which have modern recording industries, with an especially firm hold taken in the Ivory Coast." (ebd)

(8) BROUGHTON 2000, S. 671

(9) BENDER 1985, S. 83

(10) BROUGHTON 2000, S. 671

(11) LUCKY DUBE 2001

(12) MYLAN 1998

(13) Veranstaltungsplakat


 

Verzeichnis zitierter Dokumente (nach DIN 1505, Teil 3)

BENDER 1985 Bender, Wolfgang: Sweet mother : moderne afrikanische Musik. - München : Trickster 1985
BROCKHAUS 1998Brockhaus-Enzyklopädie : in 24 Bd. - 20. Aufl. - Mannheim : Brockhaus Bd. 18. Rah - Saf. - 1998
BROUGHTON 2000Broughton, Simon (Hrsg.): Weltmusik. Stuttgart: Metzler, 2000. (Rough Guides) - ISBN 3-476-01532-7
ENCARTA CD-ROM Version 2001
LUCKY DUBE 2001 Lucky Dube: Biography
[Stand: July 04, 2001, geladen 5.11.2001]
MYLAN 1998Mylan, Megan: The Afro Reggae Beat : a weapon against drugs, racism and violence in Rio. In: Changemakers Journal July 1998
[ohne Stand, geladen 5.11.2001]
MUNZINGER 2000 Munzinger-Archiv: Infobase Pop "Alpha Blondy" (vom 15.07.1992 + Ergänzungen bis 09/2000)
NOLTENSMEYER 1996
Noltensmeyer, Ralf (Red.): Das neue Lexikon der Musik in 4 Bänden. Stuttgart: Metzler, 1996. - ISBN 3-476-01338-3
SELIGMAN 1993Reggae Africa : compilation / prod. by Gerald Seligman. - Pretoria : EMI South Africa 1993 CD - Musik-CD Track 1: Harley and the Rasta Family: Lion in the Sheep Skin booklet - booklet / notes by Gerald Seligman - 8 S.