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Gerhard Folkerts - vom Gymnasiallehrer

zur Europäischen Akademie

Der Konzertpianist und Komponist serviert selten leichte Kost - und ist dafür international anerkannt

Ein Bild aus den 90ern: In dieser Zeit initiierte Gerhard Folkerts den Jugendmusikpreis des Rotary Club Wedel...
Ein Bild aus den 90ern: In dieser Zeit initiierte Gerhard Folkerts den Jugendmusikpreis des Rotary Club Wedel.
...und zeichnete seitdem viele Preisträger aus, hier 2009 mit Lutz Hartwig, dem damaligen Präsidenten des RC Wedel (links), den Preisträgern Vijay Nazareth, Violoncello, und Tanja Auge, Querflöte und Klavier sowie Nikolaus Roth vom  RC Wedel. Fotos: F

Wer vor rund 40 Jahren den schlaksigen Mann mit den etwas zotteligen Haaren und dem schelmischen Lächeln hinterm Vollbart in den Musiksaal des Johann-Rist-Gymnasiums schlendern sah, der hätte sich vielleicht vorstellen können, dass dieser leicht flippige Musiklehrer höchstens einmal eine Hippie-Band vom Kaliber "Les Humphries Singers" bereichern könnte, jedoch nicht, dass er sich zu einem hochseriösen Künstler und herausragenden Experten für die Werke der griechischen Künstler-Legende Mikis Theodorakis entwickeln würde. Gerhard Folkerts hat seit seinem Start in Wedel viele oft überrascht.

Die ersten Überraschungen mit dem in Emden aufgewachsenen Folkerts erlebte einst Winfried Donnhauser, damaliger Rektor des JRG. Er war bei dem frisch gebackenen, ein bisschen nach "68er" aussehenden Musikpädagogen derart skeptisch, dass er zunächst mehrfach unangemeldet im Unterricht auftauchte, um zu erkunden, ob tatsächlich Bachs Fugen und nicht etwa Beatles, Tangerine Dream oder ähnlich schockierende Musiker besprochen wurden.

Für Folkerts ist Musik nicht bloße Zerstreuung, seine Lieder dienen nicht in erster Linie der Unterhaltung. Sondern ihn bewegen ernste Themen, insbesondere der Mensch und sein Verhalten, das nur allzu oft auch Leid hervorruft. "Vielleicht bin ich dadurch geprägt, dass ich bis zur achten Klasse immer noch durch die Trümmer gehen musste, die durch den Krieg angerichtet wurden", so Folkerts.

Gerhard Folkerts

Vor diesem Hintergrund ist auch sein größtes Werk zu betrachten, das Kalavryta-Oratorium. "Es will eine Zukunft hörbar machen, in der Verbrechen gegen die Menschlichkeit sich nicht wiederholen. Es will Ermutigung und Wachsamkeit erreichen, Ausgleich, Verständigung, Vergebung und Versöhnung." Es ist diese Art von Werten, denen es Gerhard Folkerts neben seinen musikalischen Fähigkeiten zu verdanken hat, dass er in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste berufen wurde. Dieser unabhängigen Vereinigung von Künstlern und Wissenschaftlern gehören nicht nur 38 Nobelpreisträger an, sondern in der Klasse Musik wichtige Komponisten wie Boulez, Penderecki, Rihm und Zimmermann oder auch die Pianisten Brendel, Pollini und Schiff.

Ein sehr enges Verhältnis hat Folkerts zu Mikis Theodorakis, dessen Werke er auf dem Klavier einspielte.
Ein sehr enges Verhältnis hat Folkerts zu Mikis Theodorakis, dessen Werke er auf dem Klavier einspielte.

Doch von noch größerer Bedeutung ist für Gerhard Folkerts ein Kontakt, aus dem mittlerweile eine Freundschaft erwachsen ist. Durch Zufall fand der Wedeler Noten des großen Griechen Mikis Theodorakis in einem Athener Musikgeschäft. 2001 kam es zur Erstaufführung des gesamten originären Klavierwerks von Mikis Theodorakis in Wedel. Danach nahm Folkerts eine CD auf und schickte sie an den weltbekannten Künstler. Diesmal war es an Folkerts, überrascht zu sein. Denn Theodorakis schrieb ihm: "Wenn ich Pianist wäre, würde ich meine Stücke so spielen, wie Sie es getan haben."

Mit dem Schauspieler Rolf Becker und der Sängerin Julia Schilinski gestaltete Folkerts unter anderem eine Hommage-Serie an den großen Griechen.
Mit dem Schauspieler Rolf Becker und der Sängerin Julia Schilinski gestaltete Folkerts unter anderem eine Hommage-Serie an den großen Griechen.
Gerhard Folkerts wurde in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Es folgten regelmäßige Besuche im Hause des Komponisten in Athen, in denen Gerhard Folkerts auch über Einzelheiten seiner entstehenden Dissertation "Die musikalische Poetik von Mikis Theodorakis" sprach, und es folgten Klavier- und Liederabende in Anwesenheit des Komponisten. 2010 eröffnete Gerhard Folkerts das große Konzert zum 85. Geburtstag von Mikis Theodorakis vor 5.000 Zuhörern im Lycabettus Theater von Athen.

Bei allem internationalen Engagement ist Gerhard Folkerts - sicherlich auch wieder für manchen überraschend - in der Region verwurzelt geblieben. Er initiierte den Jugend-Musik-Preis des Rotary Club Wedel und fungierte 20 Jahre lang als Juror, bevor er ihn in andere Hände übergab. Ebenfalls als Juror betätigt er sich seit Jahren beim Kreiskulturpreis Pinneberg.

Nach Episoden in Uetersen und Hamburg zog es Gerhard Folkerts in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder nach Wedel zurück. "Die Lage an der Elbe ist einfach schön, ich erhole mich hervorragend in den angrenzenden Wäldern", sagt er und fügt mit dem schelmischen Lächeln hinzu, das er seit seinem Job am JRG bewahrt hat: "Und hier genieße ich die Weitsicht, die uns Norddeutsche so auszeichnet." (Jörg Frenzel/ kommunikateam, Dezember 2013)

www.gerhard-folkerts.de

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