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Ole West - Bilder von Meer & mehr

Seine Bilder von Leuchttürmen, der See, und dem Drumherum haben viele Fans, und das weltweit.

Ole West
Ole West im Atelier bei der Arbneit. Foto: Wolfgang Gaedigk

Was ist Glück? Für die einen ist es ein Sechser im Lotto. Für die anderen sechs Enkelkinder zu den Füßen. Für den dritten „von meiner Malerei zu leben.“ Das sagt Ole West und ergänzt: „und Elke!“ Man spürt genau, dass er es ernst meint, denn er lächelt dabei, und seine Augen blitzen.

Ole West, Ole West – wer war das gleich noch mal? Man hat nicht sein Bild vor Augen sondern höchstens seine Bilder. Ole West, das ist der mit den Seekarten. Mit Leuchttürmen, Schiffen, Fischen, Maritimem. Meer & mehr. – Ach, deeeer... Genau! Wedels bekanntester Maler, noch vor Höckner.

Kopfweiden in der Elbmarsch, der umgestürzte Baumriese bei der „Batavia“, Leuchtturm Kleiner Kohn, Leuchtturm Tinsdal - Motive die West in sich aufgesogen hat, seitdem er 1953 in der Rolandstadt geboren wurde. „Das Malen wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt er. Sein Vater ist Kunstmaler Gerhard West. Und so erhält Ole West den ersten Zeichenunterricht mit zwölf Jahren, Albert-Ludwig Glaser ist sein Lehrer. Der Kursus dauert immer von 19 bis Mitternacht, der kleine Ole muss schon um 22 Uhr gehen und ist sauer, weil er am liebsten die ganze Nacht durchmalen würde.

Leuchtturm kleiner Kohn
Der Leuchtturm Kleiner Kohn bei Hetlingen - eines der Lieblingsmotive von Ole West

Die Faszination Malen hat Ole West gepackt. Von 1975 bis 1979 studiert er an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg Kinder- und Jugendbuchillustration sowie Malerei. Danach heißt es erstmal: Graubrot knabbern, im Klartext: Gebrauchskunst. Den Herbstwald-Hintergrund für die Aktuelle Schaubude des NDR, Kulissen für Studio Hamburg, die Fachwerkstadt fürs Weihnachtsmärchen am Ernst-Deutsch-Theater und dergleichen.
Nach ein paar Jahren wird ihm das zu bunt. Er bricht aus nach Hamburg und zieht nach Norderney; auf die Insel, auf der er seit Kellnerjobs aus Studentenzeiten Freunde hat und wo er seine Frau Elke kennenlernte.

Managerin, Geliebte, beste Freundin - Ole West mit Ehefrau Elke.
Managerin, Geliebte, beste Freundin - Ole West mit Ehefrau Elke
Seit Jahrzehnten gute "Kumpel" - nicht nur in Sachen Kunst: Theaterschiff-Chef Hannes Grabau (links) und Ole West
Seit Jahrzehnten gute "Kumpel" - nicht nur in Sachen Kunst: Theaterschiff-Chef Hannes Grabau (links) und Ole West.

Die erste Zeit ist hart. Kleine Anzeige in der Zeitung: Grafik & Schriften. Wieder Graubrot: Speisekarten, die dank einer ganz elegant-eigenen Kombination aus Handschrift und Zeichnungen bestens ankommen, Schilder „Pommes 1,50“. „Aber nebenbei habe ich natürlich immer gemalt“, sagt West, der so beginnt, dies maritime Flair zu gestalten, für das er mittlerweile berühmt ist. Kleine Ausstellungen bringen kleine Erfolge.
Der große Durchbruch, der Knüller kommt mehr aus Zufall. 1989. West erzählt: „Auf alten Seekarten habe ich viel gemalt, allerdings immer auf den Rückseiten – billige Leinwand. Irgendwann war da mal auf einer kein Platz mehr, ich hab sie umgedreht und einfach weiter gemalt. Ein Leuchtturm, und mehr aus Gag hab ich den mit in die Ausstellung gehängt.“ Kleine Pause, er grient, und die Augen strahlen noch heller: „Den hätt ich zehnmal verkaufen können. Da ist bei mir der Groschen gefallen.“ Dabei ist es nicht in erster Linie der finanzielle Aspekt, sondern die Erkenntnis, dass er etwas geschaffen hat, was vielen Menschen gefällt und Freude macht.

Aus der kleinen Spinnerei wird sein Markenzeichen. Auf den ersten Leuchtturm sind mittlerweile so viele in so vielen verschiedenen Variationen gefolgt, dass West beinahe den Überblick verloren hat. Cap Arcona, Warnemünde, Schleimünde, Hörnum, Kampen, und Pellworm und Greetsiel und und und... Und immer wieder Roter Sand.

Bilder über Bilder. Auch mit Kuttern, Schleppern, Frachtern, Windjammern. Sie alle vereint der Reiz, dass sie auf  eine gewisse Art die Sehnsucht ansprechen, das Fernweh. Karten von nahen und fernen Küsten, fremden Namen, mit Gradangaben und Windrosen -  alles bedeutet unendliche Weite und tosende Freiheit. Und erinnert manchmal sogar ein bisschen an Schatzkarte, oft versehen mit Texten, die einfach schön geschrieben sind. Bilder, die ein wenig darüber hinwegtrösten, dass man selbst Buchhalter und nicht Schiffsjunge geworden ist.

Krabben - bunt und Lecker. Ein Bild aus den zahlreichen Kochbüchern des Künstlers.
Krabben - bunt und Lecker. Ein Bild aus den zahlreichen Kochbüchern des Künstlers.

Allein: West malt viel, viel mehr. Clowns voller Sanftmut und Melancholie, Blumen, Blüten mit feinsten Strukturen, zauberhaft-märchenhafte Musiker, die aus Wolken zu entspringen scheinen, Stilleben, Architektur, Eisenbahnen – genauer: Dampflokomotiven.
Apropos Eisenbahn. Sie ist Wests liebstes Fortbewegungsmittel auf Studienreisen unter anderem nach Skandinavien, Schottland, Wales, Cornwall, Frankreich, Italien und in die USA. „Mein Skizzenblock ist immer dabei.“ Sein Werkzeug, um das Typische im Detail zu fangen, das später als Radierung, Ölmalerei, Aquarell oder Mischtechnik umgesetzt wird.

Auch den "ollen Rist" hat West gemalt - seine Referenz an den berühmten Pastor, Dichter, Forscher.
Auch den "ollen Rist" hat West gemalt - seine Referenz an den berühmten Pastor, Dichter, Forscher.
....und immer dicht bei den Fans: Ole West bei einer Signierstunde.
....und immer dicht bei den Fans: Ole West bei einer Signierstunde.

Wests Feld ist die Welt. Ausstellungen von A wie Albert-König-Museum Unterlüß bis A wie ArtExpo New York (USA). Und schmunzeln musste er, als ein Bekannter ihm erzählte, dass er West-Leuchtturm-Drucke sogar schon in einem Geschäft in Hongkong entdeckte 
In seine alte Heimat Wedel kam Ole West während seiner Jahren auf Norderney relativ selten - doch nun ist er zurückgekehrt. Mit großem Atelier und noch größerem Engagement für die Stadt. So sammelt die Gesamtschule seine Originale und der Meister kommt auch schon mal zu den Nachwuchs-Künstlern in den Unterricht, um ihnen Tips zu geben.    

Aber „sein Wedel“, das Wedel seiner Kindheit gebe es so leider nicht mehr. Die Fischkutter im Schulauer Hafen – verschwunden ebenso wie die meisten Bauernhöfe und Schilffelder. Doch zum Glück gibt es auch Beständiges, wie das Land  zwischen Geest und Elbe. Es zählt zu den letzten Dingen, die auch heute noch so sind, wie sie in einer schönen Kindheit einmal waren. Skurrile Kopfweiden, düstere Gräben, weite Wiesen. Ole West: „Ein Spaziergang vom Roland nach Fährmannssand, dort ein Bauernfrühstück, auf die Elbe und zur Lühe blicken – das ist mein Wedel.“ Auf seinen Bildern wird es ewig lebendig bleiben. Und seine Augen funkeln. (Jörg Frenzel/kommunikateam)

www.olewest.de

 

 

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