Möller-Technicon

Rundgang Möller-Technicon

Das MÖLLER-TECHNICON zeigt die industrie- und technikgeschichtliche Sammlung des Wedeler Stadtmuseums auf dem Gelände der Firma MÖLLER-Wedel, die als Sponsor die Räumlichkeiten nebst Einrichtung und Unterhalt zur Verfügung stellt. Den Aufbau und die Betreuung des MÖLLER-TECHNICON leisten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Industriegeschichte des Stadtmuseums Wedel, deren technische Fachleute ehemalige Mitarbeiter der vorgestellten Wedeler Industriebetriebe sind.

Als bedeutender Industriestandort in Norddeutschland war und ist Wedel Sitz einer ganzen Reihe wichtiger Firmen. Ziel ist, alle Wedeler Industriebetriebe und das damalige Arbeitsleben als Aspekt der Stadtgeschichte darzustellen.
Durch das Angebot, verschiedene technische Geräte selbst zu betreiben und die Durchführung von Experimenten, wird der Besuch des MÖLLER-TECHNICONS insbesondere für Technikinteressierte und Nostalgiker aber auch für Kinder und Jugendliche zu einem ganz besonderen Erlebnis!

Für den Nachwuchs  findet zu den Öffnungszeiten jeden ersten Samstag im Monat 14-18 Uhr das Kinderlabor statt: naturwissenschaftliches Forschen und technisches Experimentieren für Kinder ab 8 Jahren.

Der Firmengründer Johann Diedrich Möller (1844-1907) richtete 1864 eine kleine optische Werkstatt in Wedel ein, die sein Sohn Hugo (1880-1959) zu einem führenden Unternehmen der Präzisionsoptik ausbaute.

Für seine kunstvoll arrangierten mikroskopischen Präparate, vor allem für die „Süsswasser-Diatomeen“ (Kieselalgenskelette) erhielt J.D. Möller internationale Anerkennung und zahlreiche Preise.
Mit der Herstellung von Linsen, Prismen und optischen Geräten, auch für militärische Zwecke, expandierte der Betrieb.

Nach 1945 wurden vor allem medizinisch-technische Geräte, Brillen- und Prismengläser und optische Mess- und Prüfgeräte hergestellt. Heute findet man optische Geräte der Firma Möller auf der ganzen Welt bei Augenärzten, in Labors, Kliniken und in der Industrie. Seit 1990 ist der Betrieb nicht mehr im Besitz der Familie Möller.
Optische Prinzipien und Verfahren, wie Lichtbrechung, Projektion, Mikroskopie werden per Vorführung und Experiment greifbar.

1935 stellte die AEG das von Eduard Schüller (1904 Liegnitz – 1976 Wedel) entwickelte, weltweit erste Magnetophon vor. Daraus entwickelte sich die Magnetbandtechnik, mehr als 50 Jahre lang das vorrangige Speichermedium für Ton, Video und Daten.

In den 1950er Jahren war Telefunken in Wedel führend in der Herstellung von Studio-Magnetophonen. Andere Schallträger (Schallplatten, Tonbänder, Tonwalzen) und weitere Erfindungen E. Schüllers (Videogeräte, Bildplatten) dokumentieren die technologische Entwicklung.

Grundlagen der Akustik können im Experiment erfahren werden: Wie sieht Sprache aus?
Welche hohen Töne sind noch hörbar?
Wie funktioniert ein Lautsprecher, eine Festplatte oder ein DVD-Player? Wie werden heutzutage Tonaufnahmen am Computer bearbeitet?

Für mehr als 100 Satelliten wurden von der AEG in Wedel die Stromversorgungen entwickelt und gefertigt.
Mit dem Forschungssatelliten AZUR wurde ab 1966 Weltraum-Strahlung gemessen, dann folgte HELIOS, die Sonnensonde.
Der 1990 gebaute ausfahrbare Solargenerator für HUBBLE, das Weltraum-Fernrohr, ist heute noch in Betrieb und hilft entfernte Sterne, „Nebel“ und Galaxien zu fotografieren, die von der Erde aus nicht mehr zu erkennen sind.

Mit der Ölkrise begann die AEG 1974 mit der Entwicklung der Solartechnik für Anwendungen auf der Erde. Die Fertigung vom Sand (Quarz) über die Solarzellen bis zum eingebetteten Modul zeigt die Grundlage dieser Technologie.

Mit kleinen Experimenten kann die Anwendung von der Beleuchtung über Wasserpumpen, Belüftung, Seezeichen und Spielzeugen von den Besuchern ausprobiert werden.

Eduard Schüller, ein bedeutender Erfinder, bringt AEG und Telefunken nach Wedel.

Auf dem Wedeler Friedhof liegt das Grab eines Mannes, dessen zahlreiche Erfindungen genutzt wurden, um einen Großteil des weltweiten kulturellen Erbes des 20. Jahrhunderts zu speichern; egal ob beim Rundfunk, beim Fernsehen, in der Musik- und Filmindustrie ebenso wie im privaten Bereich: Eduard Schüller. Da sein Name und seine Erfindungen heute nur noch wenigen Spezialisten bekannt sind, scheint ein kurzer Rückblick angemessen.

Eduard-Schüller-Wedel.pdf

Kinderlabor im Möller-Technicon am Rosengarten 10

naturwissenschaftliches Forschen und technisches Experimentieren für Kinder (ab 8 Jahre).

Termin: jeder 1. Samstag im Monat 14 -18 Uhr

Kosten: 25,- € incl. Pausensnack und Material zum Mitnehmen
Anmeldung: kontakt@kalliope-museumsservice.de

Genauere Informationen zum Programm erhalten Sie unter Veranstaltungen.