Abikalypse überlebt!

Abiturienten des Johann-Rist-Gymnasium feiern Abschied

in Kultur & Bildung

Geschafft! Grupopenbild mit Abiturjahrgang 2018 am JRG.
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Geschafft! Grupopenbild mit Abiturjahrgang 2018 am JRG., Geschafft! Grupopenbild mit Abiturjahrgang 2018 am JRG.
Schulleiter Dr. Bertram Rohde: "Macht euch zu Autoren eurer Zukunft."
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Schulleiter Dr. Bertram Rohde: "Macht euch zu Autoren eurer Zukunft.", Schulleiter Dr. Bertram Rohde: "Macht euch zu Autoren…
Bürgermeister Niels Schmidt: "Bin gespannt, wie ihr die Zukunft gestalten werdet!"
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Bürgermeister Niels Schmidt: "Bin gespannt, wie ihr die Zukunft gestalten werdet!", Bürgermeister Niels Schmidt: "Bin…
Der Unterstufenchor präsentierte fröhlich und schwungvoll Evergreens auch aus der Großeltern-Generation: "Money, Money, Money"
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Der Unterstufenchor präsentierte fröhlich und schwungvoll Evergreens auch aus der Großeltern-Generation: "Money, Money,…

Wie bei den Naturgesetzen gibt es auch in der Schul-Welt unverrückbare Konstanten. Ein Beispiel: Bei allen Einschulungen blicken die Minis immer mit großen Augen, meist strahlend, manchmal ängstlich über Tüten und Ranzen hinweg zur Klassenlehrerin. Noch ein Beispiel: Bei allen Schulentlassungen geben Lehrer, Eltern und Honoratioren immer gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg durchs Leben, Stücke geballter Weisheit, quasi als letzten Turbolader für die weitere Karriere. Selbst, wenn solche Worte bei manchem Abiturienten im Moment des Glücksrauschs vorbeifliegen mögen, sind sie schön und gut, weil aufrichtig gemeint. So war es auch einmal mehr  am Johann-Rist-Gymnasium. 86 junge Menschen wurden feierlich verabschiedet, nachdem sie ihr Reifezeugnis erhalten hatten.

"Abikalypse - der Weltuntergang wäre einfacher" hatten die Absolventen als Motto gewählt. Nun ja, schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide..., denn weltuntergangsmäßig war die Sache bestimmt nicht, nur zwei Prüflinge müssen noch mal ran oder sich umorientieren. Zwei Mal gab es aber auch die Traumnote 1,0.

Das Motto diente als Steilvorlage sowohl für Schulleiter Dr. Bertram Rohde als auch für Bürgermeister Niels Schmidt. Von seinen Apokalypse-Interpretationen passte wohl "Zeitenwende" am besten auf die Situation. Wer mag in so einem feierlichen Moment schon an "Weltuntergang" denken? "Vertraut nicht auf Propheten, sondern macht euch zum Autor eurer eigenen Zukunft. Ihr werdet eigene Antworten finden in der Lehre, im Studium oder auf Reisen. Nehmt Anteil an der Welt!", rief der Schulleiter den Absolventen zu.

Ein bisschen in moll klang Bürgermeister Niels Schmidt in punkto Apokalypse. Ein regelrechter Weltuntergang sei zwar nicht in Sicht, aber "alte Gewissheiten zerbrechen. Demokratie muss wieder aktiv verteidigt werden, der Brexit steht an und ein rüpelhafter TV-Star sitzt in den USA an den Hebeln der Macht", sagte er. Aus den "rauchenden Schutthaufen der Alten Welt" müsse Neues entstehen, so der Verwaltungschef: "Und da kommen Sie ins Spiel! Trauen Sie sich, etwas Neues zu schaffen. Sie haben beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt und niemand muss mehr stromlinienförmig sein. Behalten Sie Ihre Ecken und Kanten."

Nicht stromlinienförmig aber sehr freundlich zeigten sich die Abi-Redner Antonia Hornig, Irini Kollas und Leif Schmidt. Sie waren so zufrieden mit ihrer Schule, dass sie sogar die oft kritisierte WC-Situation nachsichtig betrachteten und der SV ein dickes Lob für deren Verbesserung aussprachen. Lob gab es übrigens noch viel mehr - und auch das zu Recht. Die Eltern wurden für ihre gute Mitwirkung und Grundlagenvermittlung von Schulleiter Rohde ebenso gewürdigt, wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für deren Engagement.

Für besondere Leistungen ausgezeichnet wurden: Leah Stocker (Mathe), Franziska Teichmann, Darius Bayazid, Pit Härtrich, Ricco Mewes und Anna Voß (Physik), Ina Metzger (Chemie), Sarah Luise Krause (deutsch), Anna Voß (Sport), Pia Adler, Kira Oellerich, Paula Timme, Kailing Wang (AG "Schule ohne Rassismus"), Robert Schmees (Musik), Felicia Bayer, Antonia Cordes, Lina Grote, Franziska Teichmann, Paula Timme, Leonie Uljaschin und Kailing Wang (Chor), Leif Schmidt und Anna Weißenburg (Theater), Darius Bayazid und Fabian Sanftleben (Technik) sowie die Konfliktlotsen Dana Karsten und Moritz Seemann.

Am Rande der vom Unterstufenchor und vom Oberstufenchor musikalisch gerahmten Veranstaltung konnte man übrigens lernen, dass man so eine "Abikalypse" ziemlich lange und sehr gut überleben kann. Von den 16 Prüflingen des ersten Abiturienten-Jahrganges des JRG 1968 schauten sechs vorbei, um mitzufeiern - und um die lange Jahre im Bunker wohlverwahrten Kopien ihrer Klausuren geschenkt zu bekommen. Eine tolle Idee des Kreises der Ehemaligen und der Schulleitung! (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 22.6.2018)     

 

 

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