Als wäre Loki Schmidt selbst dabei

Biologe Lothar Frenz liest in der Stadtbücherei über die Botanikerin und Kanzlergattin

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Loki Schmidt war nicht nur Kanzlergattin, sondern auch eine hervorragende Botanikerin.
Liest am 3. März aus seinem Buch:Lothar Frenz, Autor des Buchs "Ein Jahr mit Loki". Foto: Bohling
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Liest am Donnerstag, 3. März, ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei: Lothar Frenz, Autor des Buchs "Ein Jahr mit Loki". Foto: Bohling

Sie war Botanikerin, Naturschützerin, Lehrerin, Humanistin - und Ehefrau des Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Am 3. März wäre Hannelore Schmidt, die alle nur Loki nannten, 102 Jahre alt geworden. Aus Anlass dieses Tages haben die Förderer der Bücherei den Journalisten und Biologen Lothar Frenz eingeladen, aus seinem Buch „Ein Jahr mit Loki“ vorzulesen und in Passagen seines sehr persönlichen Portraits an eine beeindruckende Frau des 20. und 21. Jahrhunderts zu erinnern.

Ihre Wege kreuzten sich, als Frenz Loki Schmidt anlässlich ihrer Zusammenarbeit an dem „Naturbuch für Neugierige“ des Öfteren trafen und schnell merkten, dass die Chemie zwischen ihnen stimmte. „Sie hat es einem leicht gemacht, mit ihr in Kontakt zu kommen“ erinnert sich Frenz mit Freude. „Sie konnte gut mit Menschen und ist ihnen stets auf Augenhöhe begegnet“, weiß er aus den vielen Besuchen, seit er die lebensbejahende Frau 2009 zum ersten Mal traf.

In ihrem letzten Lebensjahr arbeitete er bis zu drei Mal wöchentlich über mehrere Stunden täglich mit ihr an ihrem „Naturbuch“ und war stets ein willkommener Gast in ihrem Haus in Langenhorn. „Wie gut, dass wir uns getroffen haben“, habe sie zu ihm gesagt, verrät Frenz glücklich schmunzelnd. „Mit ihnen zusammen verwirrt zu sein, macht mir großen Spaß“, sei ihr zufriedener Kommentar bezüglich ihrer Zusammenarbeit gewesen.

Glücklicherweise durfte er Tonaufnahmen von ihren Gesprächen machen. Diese hat Frenz heute noch und illustriert mit diesen Original-Tönen seine Lesungen. „So ist es, als wäre Loki selbst bei diesen Lesungsabenden dabei“, sagt der Autor und ist stolz, diese ungewöhnliche Persönlichkeit so hautnah erlebt haben zu dürfen. Neben Geschichten aus Kindheit, Jugend und Schulzeit werden auch Erlebnisse und Anekdoten aus der Kanzlerzeit ihres Mannes geschildert.

Überhaupt Helmut Schmidt: Trotz ihres fast lebenslangen Zusammenlebens sei Loki immer eine eigenständige und selbstbewusste Frau gewesen. Das Geheimnis ihrer Partnerschaft sei wohl das gegenseitige Ergänzen gewesen, meint Frenz. Sie hätten sich immer so gut streiten können, habe ihm Loki vertraulich verraten. Der Ex-Kanzler habe aus der Distanz immer genau beobachtet, wie die Arbeit der beiden Botaniker an ihrem Buch voranging.

Frenz ist seit einiger Zeit Botschafter der Loki-Schmidt-Stiftung. Insofern ist es ihm ein Anliegen, die Erinnerung an diese deutsche Ikone der Nachkriegszeit wach zu halten. „Loki Schmidt hatte unglaublich viel positive Energie in sich. Das half ihr dabei, sich auch in schwierigen Situationen nicht unterkriegen zu lassen“, hält Frenz fest. „Sie machte Mut, nie aufzugeben.“ Und das sei ja auch ein Motto, das in diesen Zeiten noch genügend Aktualität habe.

Die Lesung beginnt am Donnerstag, 3. März, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei, Rosengarten 6. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt beträgt acht Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie werden weniger Plätze als üblich vorhanden sein und es gelten die 2G-plus Regeln. Änderungen sind kurzfristig möglich. (Ulrich Bohling/kommunikateam, 28.2.2022)

Letzte Änderung: 28.02.2022

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