"Bunker Wedel e.V." gegründet.

Gruppe will Historisches im atombombensicheren Hilfskrankenhaus unter dem Johann-Rist-Gymnasium präsentieren.

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Eine Reihe von Ausstellungsstücken ist noch vorhanden.Initiatior René Grassau (zweiter von rechts) zeigte bei einem kleinen Info-Rundgang beispielsweise alte Krankenhausbetten.
Eine Reihe von Ausstellungsstücken ist noch vorhanden.Initiatior René Grassau (zweiter von rechts) zeigte bei einem kleinen…

Gegen die Zeit zwischen den 50er und 90er Jahren fallen alle derzeitigen Krisen eher in die Kategorie "Ponyhof". Riesige Panzerarmeen, gewaltige Atombombenvorräte und gewaltbereite Staatschefs wie Nixon und Breshnew waren prägend für den Kalten Krieg im geteilten Europa und dem Rest der Welt. In betonierten Kavernen wollten die Menschen dem Grauen im Notfall entkommen - und wenn es nur für ein paar Wochen wäre. Einer dieser Bunker liegt unter dem Johann-Rist-Gymnasium. Ein Verein wurde gegründet, um dort die düsteren Jahre zu dokumentieren.

14 Personen waren Feuer und Flamme für die Idee, die René Grassau, dessen Unternehmen die mehr als 100 Räume auf 5000 Quadratmetern große unterirdische Immobilie von der Stadt gemietet hat, entwickelt hat. Neben den Werkstätten und Lagerräumen der Grassau GmbH und neben Übungsräumen diverser Bands soll ein Bunkermuseum entstehen - denn Platz ist genug. Jetzt gründeten sie einen Verein, der das Projekt realisieren soll.

"Nach einer ersten Info-Veranstaltung, auf der wir um Ausstellungsstücke geworben haben, wurde zwar Exponate in Aussicht gestellt, doch sollten sie nicht einfach so an Privatpersonen gehen", berichtete Grassau, der dannn stante pede zur Vereinsgründung bat. Bei Getränken und Pizza haben historisch Interessierte ihre Unterschriften unters Dokument gesetzt. Hans-Georg Reiter war Gast der Versammlung. 1945 in Berlin geboren und aufgewachsen hatte er hautnah miterlebt, wie sich die West-Allierten und die Russen in der geteilten Hauptstadt bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden. Ein Freund von ihm kam sogar bei Aufstand 1961 gegen die SED-Diktatur ums Leben. "Ich möchte mich einbrinmgen, damit das nicht in Vergessenheit gerät", sagt er. Klaus Pinker, geboren 1940, war im Kalten Krieg im "Luftschutzhilfsdienst" aktiv  und hat das gleiche Ziel,

Aleksander Andreas hingegen erlebte als Mitte der 70er Geborener das Geschehen nur noch in der späteren Phase, interessiert sich aber für die Geschichte von Hamburg und Umgebung.

Die Räume sind vorhanden, der Verein in Gründung - nun können die Ausstellungsstücke kommen, um die sanierten Räume und Gänge mit Interesantem zu füllen, allerdings nicht zu voll. "Oberste Devise ist, dass hier alles brandschutzkonform abläuft", so Grassau, der sich natürlich bezüglich der Bedingungen mit seinem Vermieter Stadt abstimmen will. Wer weitere Informationen wünscht, kann sich per Mail erst einmal an info(at)grassau.com wenden.

Bürgermeister Niels Schmidt sieht das Vorhaben auch positiv: "Jede sinnvolle Nutzung ist mir recht, solange alle baurechtlichen Fragen geklärt sind." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 22.2.2019) 

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