Coding da Vinci: Stadtarchiv Wedel im Hackathon-Wettbewerb

Daten zur Geschichte der Reepschlägerstraße sind für Kreative freigegeben

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Der Stadtpolizist Wilhelm Kühl mit seiner Familie vor seinem Haus in der Hinterstraße 6, das „Kühl sin Lock“ genannt wurde, weil darin auch eine Zelle untergebracht war. Foto: Stadtarchiv/Wedel
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Der Stadtpolizist Wilhelm Kühl mit seiner Familie vor seinem Haus in der Hinterstraße 6, das „Kühl sin Lock“ genannt wurde, weil darin auch eine Zelle untergebracht war. Foto: Stadtarchiv/Wedel
Gebäude der damaligen Notunterkunft für Obdachlose und zum Beispiel reisende Handwerksgesellen. Foto: Stadtarchiv/Wedel
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Gebäude der damaligen Notunterkunft für Obdachlose und zum Beispiel reisende Handwerksgesellen. Foto: Stadtarchiv/Wedel
Dieser Hof, der Schlachtermeister Johannes König gehörte und an der Bäckerstraße stand, fiel 1964 einem Brand zum Opfer. Foto: Stadtarchiv/Wedel
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Dieser Hof, der Schlachtermeister Johannes König gehörte und an der Bäckerstraße stand, fiel 1964 einem Brand zum Opfer. Foto: Stadtarchiv/Wedel
Dieser Hof, der Schlachtermeister Johannes König gehörte und an der Bäckerstraße stand, fiel 1964 einem Brand zum Opfer. Foto: Stadtarchiv/Wedel
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Das noch heute genutzte Gebäude des 1930 gegründeten Bierverlags von Karl Heinrich Behrmann (1901-1958). Foto: Stadtarchiv Wedel
Anke Rannegger, Leiterin des Stadtarchivs Wedel, vor eben jenem Haus an der Nahtstelle von Rolandstraße und Schauenburgerstraße. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Anke Rannegger, Leiterin des Stadtarchivs Wedel, vor eben jenem Haus an der Nahtstelle von Rolandstraße und Schauenburgerstraße. Foto: Stadt Wedel/Kamin

„A Walk in the Past“ ein Spaziergang in der Vergangenheit – unter diesem Motto möchte das Stadtarchiv Wedel kreativen Technikexpertinnen und -experten, Nerds, Hackern und Programmiererinnen und -programmierern aus Schleswig-Holstein Lust darauf machen, einen Wedeler Datenschatz digital zu heben. Erstmals findet in diesem Jahr der Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“ auch in Schleswig-Holstein statt. Kulturinstitutionen aus ganz Schleswig-Holstein stellten für Coding da Vinci Schleswig-Holstein 2021 Daten und Inhalte unter einer offenen Lizenz zur Verfügung. Diese Daten können von den Teilnehmenden genutzt werden, um sie kreativ aufzuarbeiten, Virtual-Reality-Projekte zu erstellen oder zum Beispiel eine digitale Ausstellung auf dem Mond zu starten – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Die Datensätze sind ab Anfang April im Coding-da-Vinci-Datenportal zugänglich. Die Auftaktveranstaltung findet an diesem Wochenende, 24. und 25. April, in einer Online-Veranstaltung statt.   

Anke Rannegger, Leiterin des Stadtarchivs Wedel, hat für Coding da Vinci zahlreiche historische Straßenkarten und Bilder zum Beispiel aus der Wedeler Reepschlägerstraße zur Verfügung gestellt und hofft, damit die Neugier der Hackerinnen und Hacker zu wecken und sie zu einer kreativen Aufarbeitung der Daten zu animieren. Denn die Teilnehmenden können aus zahlreichen verschiedenen Datensätzen aus anderen Archiven oder Museen auswählen. So sind dieses Mal unter anderem Angebote zu Theodor Storm und historischen Handelsrouten mit im Rennen um das Interesse der Teilnehmenden.

Warum ausgerechnet hier die heute eher wenig historisch anmutenden Reepschlägerstraße eine Chance haben soll? „Die Reepschlägerstraße, die bis 1970 Hinterstraße hieß, hat sich im vergangenen Jahrhundert radikal verändert – Bauernhöfe und kleine windschiefe Arbeiterhäuser sind Wohnblöcken gewichen. Das alte Straßenbild scheint bis auf das Reepschlägerhaus und das daneben befindliche Bierverlagsgebäude komplett verloren. Aber wir haben zahlreiche alte Fotografien und Straßenkarten, mit denen das alte Wedeler Stadtbild wieder auferstehen könnte. In welcher Form? Genau das könnte für die Teilnehmenden spannend sein“, hofft Anke Rannegger.

Das Projekt hat die Stadtarchivarin in einem einminütigen Film vorgestellt und geht damit gegen die anderen Kultureinrichtungen ins Rennen. Der Film ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=hcU4cRGujmE 

Weitere Bilder finden Interessierte in der Rubrik „Wedel historisch“ auf der Online-Präsenz des Wedeler Stadtarchivs unter diesem Link.

 

Hintergrund Hackathon:

Bei einem Hackathon treffen sich kreative und technikbegeisterte Menschen aus unterschiedlichen Wissenschafts- und Kunstdisziplinen, um in einem konzentrierten Arbeitsprozess durch die Kombination ihrer Fachkenntnisse ein neues begeisterndes Ergebnis zu entwickeln. Hackathon setzt sich dabei aus den Worten (Computer-)Hacking und Marathon zusammen. Marathon deswegen, weil Hackathons oft ohne Unterbrechung über mehr als 24 Stunden laufen, um die Kreativität auch durch intensive Diskussionen um vier Uhr morgens abseits von üblichen Arbeitsmustern anzukurbeln.

 

Hintergrund Coding da Vinci

Coding da Vinci ist der erste deutsche Hackathon für offene Kulturdaten. Seit 2014 vernetzt Coding da Vinci technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen, um das kreative Potential in unserem digitalen Kulturerbe weiter zu entfalten.

Bei Coding da Vinci haben die Teilnehmenden – im Unterschied zu klassischen Hackathons – deutlich mehr Zeit für die Entwicklung von Softwareanwendungen. Sechs bis zehn Wochen stehen dafür in der Regel zur Verfügung. Zeit, um Brücken zwischen den oft getrennten Welten kreativer Technologieentwicklung und institutioneller Kulturbewahrung zu bauen, um voneinander zu lernen und miteinander aktiv zu werden. Diese Sprint-Phase wird eingeleitet durch eine zweitägige Kick-Off-Veranstaltung, während der die Institutionen den Teilnehmenden ihre Daten präsentieren, mit ihnen Ideen entwickeln und Teams bilden. Aus diesen Ideen erstellen die Projektteams in den darauffolgenden Wochen funktionierende Prototypen, die in der Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die besten, außergewöhnlichsten, witzigsten und technisch ausgefeiltesten werden prämiert.

Mehr Informationen unter:

https://codingdavinci.de/de

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