Die Mischung machte es

Bachs meets Jazz bei den Musiktagen: Das Thomas Gabriel Trio und Organist Freimut Stümke begeistern in der Christuskirche

in Kultur & Bildung

Das Thomas Gabriel Trio und Freimut Stümke an der Orgel begeisterten das Publikum in der Christuskirche. Fotos Bohling
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Das Thomas Gabriel Trio und Freimut Stümke an der Orgel begeisterten das Publikum in der Christuskirche. Fotos: Bohling
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Fühlt sich im Jazz und in der Klassik zu Hause:Gunnar Polanski
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Fühlt sich im Jazz und in der Klassik zu Hause: Gunnar Polanski
Setzte Akzente am Schlagzeug:Martin Klusmann
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Setzte Akzente am Schlagzeug: Martin Klusmann
Der eigentliche Star des Abends: Freimut Stümke
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Der eigentliche Star des Abends: Freimut Stümke

Bach und Jazz – geht das überhaupt? Seit über 30 Jahren stellt dies vortrefflich das aus Klavier, Schlagzeug und Bass bestehende Thomas Gabriel Trio unter Beweis. Es sei ein schon lang gehegter Wunsch gewesen, diese Formation zu den Musiktagen nach Wedel zu holen, verriet Matthias Dworzack im Gespräch. Die Idee dahinter: Das Trio zusammen mit Organisten Freimut Stümke sowohl den klassischen Bach wie auch moderne Interpretationen dessen Werkes zu präsentieren.

Die Idee ging auf und das Publikum sprang darauf an. „Ich bin begeistert, total fasziniert“, äußerte sich Wolfgang-Andreas Schultz bereits nach der ersten Hälfte des Konzertes, auch wenn er früher viel puristischer mit solcher Auslegung umgegangen sei. Und er war nicht der Einzige, der das Wechselspiel der Stile genoss. Mal füllte Stümkes mitreißendes Orgelspiel den Kirchenraum bis zum Überlaufen, dann wieder luden Gunnar Polanskys Bassläufe, Martin Klusmanns zärtliches Beckenspiel am Schlagzeug und Thomas Gabriels Pianotöne zum Träumen und Nachsinnen ein.

„Die Mischung dieser beiden Musikarten zu ein und demselben Komponisten und sogar einzelnen Stücken ist einfach genial“, schwärmte Arno Schöppe in der Pause. Es sei wie ein Ineinandergreifen der Finger zweier Hände beschrieb er seine Wahrnehmung. Und Susanne Harders ergänzte: „Für so eine hohe Musikqualität muss man sonst schon nach Hamburg fahren.“

Nach der Pause wurde es noch besser. Hatte in der ersten Hälfte Stümke Bachs berühmte Toccata dem Publikum bereits in seiner klassischen Form meisterhaft zu Gehör gebracht, setzten die Jazzmusiker in der zweiten Hälfte noch einen drauf. Klusmann gab mit seinem Schlagzeug die entsprechenden Akzente, Polansky lieferte mit seinem Bass die Farbe, und Gabriel sorgte mit seinem Spiel für Gestalt und Dynamik, als das Trio die Toccata auf ihre besondere Art und Weise hinreißend interpretierte und die Besucher von den Sitzen holte.

Großes Kino gab es noch einmal, als die drei Jazzer zusammen mit Stümke „Jesus bleibet meine Freude“ gemeinsam intonierten. Szenenapplaus und Bravo-Rufe war der Lohn, den die Besucher der ausverkauften Christuskirche den Musikern zollten. Auch hier bewies Stümke über sein präzises, fast detailverliebtes sauberes Spiel seine Könnerschaft und erwies sich als der eigentlich Star des Abends. Nach dem Konzert war ihm die Freude über die Leistung und das Nachlassen der Anspannung deutlich anzusehen.

Ein besonderes Highlight ganz anderer Art fand am Rande des gelungenen Konzertabends statt. Der Wedeler Peter Müller-Kania hatte zum Feiern seines 80. Geburtstags 40 Gäste in die Christuskirche zum Konzert eingeladen und lud obendrauf alle Konzertbesucher in der Pause zu einem Umtrunk ein. Wenn Kirchenkonzerte immer so fröhlich ablaufen, so ein Gast am Rande, könne man dies ruhig öfter veranstalten. Wir schließen uns an. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 25.09.2021)

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