Die singenden Botschafter für Wedel und Schulau

Der Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein hat in Ladiges Gasthof in Holm sein Stiftungsfest zum 135-jährigen Bestehen des Chores gefeiert

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Chor im Gegenlicht von mehreren Strahlern. Vor dme Chor sitzen mehrere Frauen am Tisch und lauschen. Die Chorleiterin dirigiert.
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Der Chor in Aktion mit seiner Leiterin Camelia Trapp. Fotos: Rahn/Kommunikateam
Ein Mann, rechts im Bild, überreicht einer Frau einen Blumenstrauß. Beide lächeln
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Joachim Drogies, Leiter des Festausschusses, überreicht Chorleiterin Camelia Trapp als Dankeschön für ihre Arbeit einen Blumenstrauß.
Eine Gruppe der Sänger
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Ehre für die Jubilare: Sie sind bis zu 55 Jahre im Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein.
Zwei Männer mit Ehrenurkunden, im Hintergrund ein teil des Chores
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Jan-Peter Lüchau (l.) und Dieter Napiwotzki wurden aufgrund ihres Einsatzes für den Verein als Ehrenmitglieder ausgezeichnet.
Zwei Männer vor der Fahne des Chores
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Sie hielten die Festreden: Vorsitzender Bernd Schumacher und der Beisitzer für die passiven Mitglieder: Dieter Napiwotzki.

Sie tragen den Ruf der Stadt Wedel seit weit über 100 Jahren hinaus in die Welt. Befeuert wurde die Idee für den Verein in der Schmiede von Sauer in der Spitzerdorfstraße, in eine feste Form gegossen von 15 begeisterten Sängern 1886 im Lokal "Zur schönen Aussicht", dem heutigen Schulauer Fährhaus. Da ihre Orte direkt neben der Stadt Wedel noch eigenständig waren, benannten die Akteure ihren Chor als Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein. 1909 wurde Schulau, Spitzerdorf hatte sich bereits 1892 Schulau angeschlossen, von der Stadt Wedel eingemeindet. Die alten Grenzen nimmt heute kaum noch jemand wahr, aber der Chor blieb seinem Namen als Spitzerdorf-Schulauer treu und das Hufeisen im Wappen erinnert an die Ideenschmiede.

Überregional bekannt wurde der Chor vor allem durch seine Auftritte während der legendären Hamburger Hafenkonzerte vor und im Schulauer Fährhaus. Um 5 Uhr morgens mussten die Sänger damals vor dem Schulauer Fährhaus live singen. Der damalige Chorleiter Günter Kolodziej (1924-1996) hatte den Chor für diese Auftritte vor einem Millionenpublikum des NDR fit gemacht. Von 1955 bis 1982 führte er die "Spitzerdorfer" über unzählige Höhen und Tiefen der Tonleitern. Helmut Brügmann war der andere große prägende Mann für die Sänger. Er blieb von 1984 an sogar 30 Jahre dem Chor treu.

Bis zu 78 Männer (1998) ließen die starke Stimme in Wedel-Schulau und anderen Orten der Republik und im europäischen Ausland klingen. Darin erinnerte Vorsitzender Bernd Schumacher in seiner Rede. Heute, nach großen Einbrüchen auch durch die Pandemie, sind es noch etwa zwei Dutzend aktive Sänger. Deshalb sucht der Chor dringend Verstärkung. Große Hoffnung wird auf die neue Chorleiterin Camelia Trapp gesetzt, die das Zepter kurz vor den drastischen Einschränkungen wegen der Bekämpfung des Corona-Virus übernommen hatte.

Sie sei "sanft im Ton" und ihre Arbeit "substantiell bereichernd", lobte Festredner Dieter Napiwotzki, der als passives Mitglied im Vorstand mitarbeitet. Er machte allen Sängern und Förderern des Chores Mut; "neue Wege zu beschreiten". Gottfried Daimler habe im Gründungsjahr des Chores ein mit Petroleum angetriebenes Kraftfahrzeug gebaut. Jetzt müsste der Chor gleichzeitig zu den neu entwickelten Antrieben für Autos ebenfalls einen neuen Antrieb entwickeln. Der Gesangverein habe zwei Weltkriege überstanden und werde jetzt auch die aktuelle Krise überwinden. Napiwotzki wünschte dem Chor "Glück und Erfolg".

Wie kraftvoll auch ein kleiner Chor singen kann, das demonstrierten Camelia Trapp und ihre Sänger als Höhepunkt des Stiftungsfestes. Es war erst der zweite Auftritt nach dem Neustart des Chores im Sommer. Der Beifall der Gäste tat den lange verstummten Sängern gut und gab ihnen wieder ein Stück Energie, um das nächste Kapitel des traditionsreichen Vereins zu schreiben. (Michael Rahn/Kommunikateam, 27.10.2021)

Ehrungen:

Heinrich Röhling, Hermann Nielsen, Horst Langreder (alle 55 Jahre Mitglied), Bernd Schumahcer (50), Guntether Liermann, Günther Lagerpusch und Jürgen Kretschmann (alle 30), Ernst Witt, Rolf Strohkark, Gerd Grieser und Ludwig Franz (alle 25) sowie Joachim Drogies (15 Jahre). Zu Ehrenmitgliedern wurden Jan-Peter Lüchau und Dieter Napiwotzki ernannt.

 

 

 

 

 

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