Die Villa: Wirbelsturm am Wochenende

Musikinitiative meldet sich mit Surf-Konzert von "The Typhoons" zurück am 18. September zurück

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Freuen sich wieder auf mehr Musik und mehr Netzwerk in der Villa: Frank Koltunow, Jens Ballaschke, Mario Singer, Vivien Schulz, Thorsten Meyer und Dr. Mareike Jaeger von der „Musikinitiative Die Villa“. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Freuen sich wieder auf mehr Musik und mehr Netzwerk in der Villa: Frank Koltunow, Jens Ballaschke, Mario Singer, Vivien Schulz, Thorsten Meyer und Dr. Mareike Jaeger von der „Musikinitiative Die Villa“. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Tragende Säule des Musiknetzwerks: Der 24-Jährige Robin Bognar im Probenraum in der Villa. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Tragende Säule des Musiknetzwerks: Der 24-Jährige Robin Bognar im Probenraum in der Villa. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Mit lupenreinem 60’s Surfsound am 18. September 2021 um 16 Uhr und 17.35 Uhr auf der Bühne im Garten der Villa: „The Typhoons“ aus Wedel. Foto: The Typhoons/Kevin Winiker
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Mit lupenreinem 60’s Surfsound am 18. September 2021 um 16 Uhr und 17.35 Uhr auf der Bühne im Garten der Villa: „The Typhoons“ aus Wedel. Foto: The Typhoons/Kevin Winiker

Mit ziemlich frischem Wind und jeder Menge Wumms meldet sich eine tragende Säule der Wedeler Musiklandschaft aus der Corona-Pause zurück. Mit gleich zwei OpenAir-Konzerten der auch international bekannten Schulauer Surf-Band „The Typhoons“ im Garten des Stadtteil- Beratungs- und Kulturzentrums „Die Villa“ am Wedeler Bahnhof, gibt auch die Musikinitiative zum 15-jährigen Bestehen wieder ordentlich Druck auf die Verstärker. Die Konzerte starten um 16 Uhr und um 17.35 Uhr. Pro Veranstaltung ist die Zahl der Teilnehmenden auf 80 Personen begrenzt. Nach dem ersten Konzert müssen als Teil des Corona-Hygienekonzeptes alle zuhörenden das Gelände verlassen – können aber natürlich für das zweite Set beim zweiten Einlass eine Extrarunde buchen. Mit lupenreinem 60´s Surfsound, einer guten Portion Rock, Humor und dem Musikalischen Blick über den Rand des Surfbretts hinaus wird das Quartett dem Sonnenuntergang entgegengleiten.  Der Eintritt für das Konzert ist frei. Einen Ausschank von Getränken kann es leider nicht geben, der Lage entsprechend. Das Mitbringen von eigenen Speisen und Getränken ist aber durchaus möglich und gestattet. Segen und Fluch des OpenAir-Konzepts: Bei zu starkem Regen muss das Konzert entfallen. 

Lebenszeichen eines starken Netzwerks

Das Konzert ist zugleich das erste laut vernehmbare Lebenszeichen der „Musikinitiative Die Villa“ nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie. „Corona hat die Initiative schon ziemlich stark getroffen. Denn neben den öffentlichen Konzerten ist die Initiative vor allem auch ein Netzwerk und eine Anlaufstelle für Musikinteressierte aller Altersstufen. Auch und gerade die zwanglosen Begegnungen sind ein wichtiges Element, aus dem alle Mitglieder des Netzwerkes Kraft ziehen – all das konnte rund anderthalb Jahre nicht stattfinden“, sagt Jens Ballaschke vom Vorstand der Initiative.

Seit den frühen 1980er Jahren finden in der Wedeler Villa Konzerte statt. Seit 2006 zumeist unter der Regie der Musikinitiative Die Villa.

Die Initiative ist damit gleichzeitig Startrampe für Wedeler Talente und junge Musikinteressierte, die in die Welt der Gigs und Proberäume eintauchen wollen. „Gerade – aber nicht nur – Jugendliche haben oft kein Geld für ein eigenes Instrument, von einer anständigen Verstärkeranlage ganz zu schweigen. Auch einen eigenen Proberaum muss man sich leisten können. Aber viele Menschen haben Lust Musik zu machen und das kann der Auftakt für eine Lebenslange Leidenschaft sein. Die Villa ist in ihren Proberäumen so ausgestattet, dass man auch ohne eigenes Equipment sofort loslegen kann“, sagt Vivien Schulz, Vorstandskollegin von Ballaschke. Viele Jugendliche knüpften schon als Kinder über ihre in der Musikinitiative ehrenamtlich engagierten Eltern Kontakt zur Villa. „Es hat sich eine sehr offene Kultur des gegenseitigen Helfens und gemeinsamen Musizierens entwickelt. Wer hier ankommt, muss keine Angst haben, von den Älteren abgewiesen zu werden – die zeigen gern ihre Tricks, die sich die jungen abgucken und so entstehen immer wieder Bands, in denen Jugendliche und deutlich Ältere zusammenspielen“, beschreibt Thorsten Meyer, ebenfalls Vorstandsmitglied und Bassist der Bands „Metal Witch“ und „Deranged“ das künstlerische Miteinander.

Einer von denen, die schon als Schulkind mit seinem Vater in die Villa kam ist Robin Bognar. Der inzwischen 24-Jährige steht mit seiner Band „Backpain“, bei der er am Schlagzeug sitzt, kurz vor der Veröffentlichung der ersten CD „Youth strikes back“. Mittlerweile ist Bognar allerdings durch seinen großen ehrenamtlichen Einsatz zu einer wichtigen Figur der Musikinitiative geworden. „Etwas zurückgeben“ möchte er, weil er über die Musikinitiative auch von zahlreichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Villa profitiert hat. Von der Hausaufgabenhilfe bis zum Bewerbungstraining hat ihn die Villa bis zu seiner heutigen Ausbildungsstelle begleitet.

Für Dr. Mareike Jaeger, die Hauptamtliche Leiterin des städtischen Beratungs- und Kulturzentrums „Die Villa“ ist das eine ganz typische Geschichte: „Im besten Fall sind die musikalischen und sozialen Angebote der Initiative und des Hauses ganz selbstverständlich verschränkt. Menschen, die die Beratung nutzen kommen in Kontakt zum musikalischen Netzwerk. Umgekehrt ist die Schwelle für im Netzwerk engagierte Menschen sehr niedrig, auch die Beratungsangebote in ihrem gewohnten Umfeld zu nutzen“, sagt Jaeger. Und das geht über den Proberaum hinaus: „Bei der Musikinitiative geht es ja nicht nur um die Musik, sondern sie ist auch so etwas wie eine ganze Konzertagentur bei der es viele ehrenamtliche Aufgaben zu verteilen gibt. Das Booking der Bands, das Bedienen und Einrichten der Technik, das Erstellen von Plakaten und Flyern, das Kochen fürs Catering, und ja, es muss auch abgewaschen werden und es müssen Kabel getragen werden. Das ergibt unendlich viele Möglichkeiten sich einzubringen – auch und gerade für Menschen, die kein Interesse am Musizieren, aber eben an der Gemeinschaft einer Musikszene haben“, sagt Jaeger.

Und die Initiative zieht Kreise: im Jahr 2019, dem letzten vor der Corona-Vollbremsung verzeichneten die 29 Konzerte, Treffen und Gemeinschaftsaktionen insgesamt etwa 7000 Besuche. Etwa 70 Menschen aller Alterstufe gehören zum engeren Kreis des Netzwerkes. Damit die hohen Nutzungszahlen der Angebote schnell wieder erreicht werden können, will die „Musikinitiative Villa Wedel“ sich nun noch straffer aufstellen. Derzeit strebt die Initiative den Status eingetragener Verein an. Bis es soweit ist wird am 18. September ersteinmal ein musikalischer Wirbelsturm entfesselt. 

 

Hintergrund  „Die Villa“:

Zentral am Wedeler Bahnhof gelegen, ist die Villa als Stadtteil- Beratungs- und Kulturzentrum ausgezeichnet für alle Bürger *innen zu erreichen.

Die Villa ist einzigartig, denn dort finden nicht nur Beratungsangebote, sondern auch verschiedene Bildungs-, Betätigungs- und Unterhaltungsangebote statt. Die Angebote werden anteilig von der Einrichtung selber oder aber auch von Ehrenamtlichen organisiert.

Die Beratungen durch die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen decken verschiedenste Themen ab:

Schwerpunkte sind natürlich Berufsberatung und Hilfestellung beim Bewerbungsprozess. Im Vergangenen Jahr konnten (trotz der Pandemie) fast 50% der diesbezüglich Ratsuchenden erfolgreich in Ausbildung, Arbeit oder Praktikum vermittelt werden.

Aber auch mit anderen Anliegen wird hier keiner im Regen stehen gelassen: Es werden Hebammen vermittelt, Härtefallanträge bei der Krankenkasse gestellt und so mache Sorge beim Umgang mit Ämtern kann durch die kompetente Beratung aus dem Weg geräumt werden (um nur einige Beispiele zu nennen).

Die Räumlichkeiten versprühen einen besonderen Charme. Im Offenen Bereich können Menschen ganz ungezwungen Kontakt zueinander und zu den Mitarbeiter*innen aufnehmen und sich so in ihrem eigenen Tempo an ein Beratungsangebot „anpirschen“.

Die „Multifunktionsräume“ werden ebenfalls von den vielen Ehrenamtlichen genutzt: z.B. für Trommeln, Veranstaltungen, Nachhilfe, Kochen, Ukulele. Das Kulturprogramm der Villa ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Durch diese Vielfalt an Angeboten ist auch die Benutzer*innen-Gruppe der Villa außerordentlich vielfältig und durch die gemeinsame Nutzung des Hauses kommen die unterschiedlichen Personengruppen in Kontakt und können viel voneinander lernen.

Wedeler Bürger*innen aller Schichten und Lebenshintergründe leben, lieben und nutzen die Villa.

In der Corona-Zeit, muss das Angebot der Villa reduziert werden. Um jedoch Menschen in Notsituationen nicht alleine zu lassen, steht das Beratungsangebot der Villa für dringende Anliegen durchgehend zur Verfügung.

Alle Interessierten sind immer herzlich willkommen.

Mehr Infos im Internet unter https://www.wedel.de/leben-in-wedel/soziales-gesundheit/die-villa

Mit freundlicher Unterstützung von...