Endlich, endlich wieder lebendige Musik

Elbipolis und Flötistin begeistern Wedeler Barockmusik-Liebhaber

in Kultur & Bildung

Profis der Barockmusik: Elbipolis
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Profis der Barockmusik: Elbipolis
Elisabeth Champollion_
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Elisabeth Champollion
Auch ein Theorbe, eine 16-saitige Schalenhalslaute,  kam zu Einsatz, gespielt von Magnus Andersson-min
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Auch ein Theorbe, eine-16-saitige Schalenhalslaute, kam zu Einsatz, gespielt von Magnus Andersson-min
Erste Geige_Jürgen Groß
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Erste Geige: Jürgen Groß

„Wenn Sie wüssten, wie ich mich freue, Sie zu sehen.“ Mit diesen Worten begrüßte künstlerischer Leiter Dr. Matthias Dworzack die Besucher zum zweiten Teil der Wedeler Musiktage am Sonntag im Rist-Form des Gymnasiums am Redder. Auf dem Programm das Musiktage-Debütkonzert des Elbipolis Barockorchesters Hamburg unter dem vielsagenden Titel „ Von Tagträumern und Nachtschwärmern“.

Das Orchester, weit gereist und international anerkannt, entführte das Publikum gleich vom ersten Ton an in Welt des ausgehenden 17. Jahrhunderts, die Zeiten höfischer Gesellschaften und des Shakespeare-Theaters. Choreographierte Tänze und ausgelassenes Treiben entstanden vorm geistigen Auge der Zuhörer und zur Musik von Henry Purcells „The Fairy Queen“ schwebten musikalisch Elfen durch den Raum und ließen die Gäste eintauchen in eine Welt der Fantasie und des Tagtraums.

Träumerisch, heiter und manchmal auch etwas melancholisch ging es weiter mit dem Concerto grosso Opus 6 von Georg Friedrich Händel, dem im Wechsel ein Konzert und eine Sonaten von Vivaldi folgten, lediglich unterbrochen von ausreichenden Belüftungspausen. „Heiter, leuchtend, glänzend“, so hatte auch Dworzack gleich zu Beginn der Veranstaltung sein Verhältnis zur Musik des Barock beschrieben. Mit Souveränität und Leichtigkeit führte er das Publikum eingangs in das auf sie Zukommende ein und ließ seiner eigene Begeisterung für die Musik dieser Epoche freien Lauf.

Besonderes Highlight im Ensembles: Elisabeth Champollion, die als Flötistin mit ihrem enthusiastischen und hingebungsvollem Spiel das Orchesters auf wunderbare Weise bereicherte und den Saal mit ihrem quirligen Auftritt vollends begeisterte. Ob die Konzerte Händels, Vivaldis oder Corellis oder gar Delalandes Tafelmusik: Hier wurde unter der Leitung des Leiters der Musikschule Wedel, Jürgen Groß, Konzertmusik auf ganz hohem Niveau dargeboten.

„Endlich, endlich wieder lebendige Musik“, formulierte Monika Thöm, ehemalige Vorsitzende des Fördervereins Kammerchor und Kammerorchester ihre große Anerkennung für die Veranstaltung und drückte so leidenschaftlich begeistert ihren Dank für die Organisatoren und das Team um Dworzack aus. Und auch wenn man die Dauer des Konzertes noch ein wenig hätte kürzen können, meinte Helga Sarow aus Rissen: „Ganz fantastisch – ein Genuss für alle Sinne.“ So darf es gerne weitergehen.

(Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 22.09.2020)

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