Fakten und Ideen: JRG-Klimaschutzprojekt

Unterstützt von den Stadtwerken Wedel und der Klimaschutzmanagerin der Stadt Unterricht for Future.

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500 Euro Starthilfe: Die 7 e des Wedeler Johann-Rist-Gymnasiums konnte die Stadtwerke so mit ihrer Energie begeistern, dass…
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Im Klimaschutzprojekt setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinander. Foto: Stadt…
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Im Klimaschutzprojekt setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinander. Foto: Stadt…
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Im Klimaschutzprojekt setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinander. Foto: Stadt…

Warten auf die große Klimapolitik? Nicht mit den Schüler*innen des Johann-Rist-Gymnasiums Beim Klimaschutz greifen in Wedel bereits viele Räder ineinander. Das zeigte jetzt ein Klimaschutzprojekt der Klasse 7e am Johann-Rist-Gymnasium, die zusammen mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Wedel, Simone Zippel, und der Unterstützung der Stadtwerke Wedel gemeinsam Ideen für Klimaschutz in Wedel entwickelten: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ Millionenfach wurde dieser Satz auf Fridays-for-Future-Demos überall in Deutschland gerufen. Die Schülerinnen und Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums wollten nicht länger warten, und initiierten einfach ihr eigenes Klimaschutzprojekt.
Auf Einladung des Klassenlehrers Martin Balasus kam die Wedeler
Klimaschutzmanagerin Simone Zippel zu Besuch in die Klasse 7e. Gemeinsam wollte man überlegen, welches Projekt die Klasse an ihrer eigenen Schule umsetzen könnte. Finanzielle Unterstützung boten die Stadtwerke Wedel an, die auch zu den Klimapartnern für Wedel gehören. Im Rahmen des Hafenfestes sammelten die Stadtwerke Wedel Spenden für das Klimaschutzprojekt ein. 500 Euro kamen bei der Aktion zusammen.


Bevor es an die Projektarbeit gehen sollte, wurden jedoch erst die Grundlagen geklärt. Bald stand fest, dass Treibhausgase, die für den Klimawandel
verantwortlich sind, nicht per se schlecht sind. Gäbe es weder Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid, Ozon, Lachgas oder Methan in der Atmosphäre, die zu ihrer Erwärmung beitragen, hätten wir eine Durchschnittstemperatur von – 19 °C auf der Erde. Viel zu kalt für den Menschen und für jegliche Pflanzenarten. Nun kommt allerdings der Mensch ins Spiel, der durch die Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl zusätzliches Kohlenstoffdioxid freisetzt. Diese menschengemachten Treibhausgase führen zu rasant steigenden Temperaturen, mit fatalen Konsequenzen für die Menschen. In der Diskussion zeigten sich Schüler darüber besorgt, dass die Meeresspiegel allen Prognosen nach steigen werden, wodurch Millionen von Menschen ihre Heimat bald verlassen müssten. Auch andere Auswirkungen, wie die Zunahmen von Wetterextremen, das Abschmelzen der Gletscher und der Verlust der Artenvielfalt, sind für die Klasse 7e genügend Gründe, um ihr eigenes  Klimaschutzprojekt ins Leben zu rufen. Im ersten Schritt teilte sich die Klasse in vier Kleingruppen auf, um konzentriert an den Themen „Energie“, „Mobilität“, „Ernährung“ und „Konsum“ zu arbeiten. Die Schülervertretung unterstützte die Gruppen, sodass eine schöne Lernatmosphäre entstand, in der jüngere und ältere Schülerinnen und Schüler voneinander lernten.

In vier Runden näherten sie sich Stück für Stück ihrem eigenen Klimaschutzprojekt. Zunächst setzten sie sich damit auseinander, was bereits gut in ihrer Schule lief. Die Energiegruppe verwies auf die Energiebeauftragten in den Klassen, die u.a. darauf achteten, dass das Licht und die Heizung ausgeschaltet werden. Die Teilnahme am alljährlichen Stadtradeln-Wettbewerb, bei dem es darum geht, so viele Kilometer wie möglich in drei Wochen zurückzulegen, befand die Mobilitätsgruppe für gut. Zugleich wurde auch eingeworfen, dass manche Busse viel zu selten fuhren, weshalb einige quasi mit dem Auto abgeholt werden müssten. Damit war die nächste Runde eröffnet: Wie kann der Klimaschutz an der Schule gestärkt werden? Mehr Bio- und Fair-Trade-Produkte in der Kantine wurde gefordert! Oder die Ausgabe von kleineren Portionen mit kostenlosem Nachschlag, damit kein Essen weggeworfen wird. Hefte sollten keine Plastikumschläge haben, sondern aus recyceltem Papier sein. Vielleicht würde sich ein Schulladen mit nachhaltigen Schulmaterialien anbieten? Nun sprühten die Kinder nur so vor Ideen! Es war die Zeit für ihr konkretes Klimaschutzprojekt angebrochen. Jede Gruppe entwickelte jeweils zwei Projekte, die sie anschließend ihrer Klasse vorstellten. „Eure Idee finde ich gut, aber…“ war ein sehr häufig verwendeter Satz in der Feedbackrunde.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen ihre Aufgabe äußerst ernst. So stieß eine „Autofreie Woche“ an der Schule auf Zuspruch, aber Ausnahmen sollten erlaubt sein. Sie befanden den Vorschlag, mehr Fahrradbügel vor der Schule anzubringen, für gut, allerdings die Bewachung der Räder schwer umsetzbar. Ein Schulflohmarkt wäre eine schöne Idee, wenn keine soziale Ungleichheit dabei entsteht. Die Kinder konnten sich auch vorstellen einen vegetarischen Tag in der Woche einzuführen. Die Preise sollten jedoch nicht teurer werden. Um unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden, könnte die Klasse beispielsweise Brotdosen und Trinkflaschen für die 5. Klassen entwerfen.

Die Energiegruppe brachte die Idee ein, die Energiebeauftragten besser zu schulen
und in die Klassenräume Hinweisschildern, wie „Licht aus?“, anzubringen. Die Kinder waren Feuer und Flamme für ihre Projekte! Am Ende sollte sich die Klasse für einen der Projektvorschläge entscheiden. Bewaffnet mit Klebepunkten stimmten die Schüler*innen für ihr Lieblingsprojekt ab. Mit hauchdünnem Vorsprung entschied sich die Klasse 7e für die umweltfreundlichen Brotdosen! Fantasievoll gestaltet mit Platz für den eigenen Namen und Informationen, wie viel Verpackungsmüll in Deutschland jährlich entsteht. In den nächsten Monaten wird Herr Balasus seine Klasse bei der Umsetzung des Projekts tatkräftig unterstützen. Die Schülervertretung hat ebenfalls ihre Hilfe angeboten. Dank der Förderung der „Stadtwerke Wedel“, kann das Projekt auch die finanzielle Hürde nehmen. „Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Freude und zugleich Ernsthaftigkeit die Klasse an ihren Projekten arbeitete. Der  Projekttag hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Kindern die Möglichkeit zu geben, selber aktiv zu werden“, sagte die Klimaschutzmanagerin Simone Zippel. 

Mit freundlicher Unterstützung von...