Hannes Grabau: Kunst ist schön – macht aber viel Arbeit

Wedeler Theaterlegende schrieb zweites Buch über die Batavia und spannende Gäste

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Käptn, Theaterintendant, Kneipier, Autor: Hannes Grabau veröffentliche sein zweites Buch über die Batavia. Fotos: Bohling
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Käpt'n, Theaterintendant, Kneipier, Autor: Hannes Grabau veröffentlichte sein zweites Buch über die Batavia. Fotos: Bohling
....und so sieht der Titel aus.
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....und so sieht der Titel aus.
Auch Freund Martin Ebeling kommt im neuen Werk vor.
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Auch Freund Martin Ebeling kommt im neuen Werk vor.

Er kann’s nicht lassen: Schelmisch und hintersinnig wie einst Heinz Rühmann als Pater Brown hat Hannes Grabau es schon wieder getan. Nach seinen Erinnerungen über die „Entstehung“ der Batavia, die im Logbuch I „Die angenagelte Zunge“ festgehalten sind, bringt der Kult-Wirt nun sein neuestes Werk heraus. „Logbuch II … was für ein Theater“ heißt das gute Stück und lässt 50 Jahre Batavia-Bühne Revue passieren.

Darin erzählt Grabau in 26 Kapiteln auf 166 Seiten und mit zahlreichen Fotos geschmückt, wer alles in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Bühnenleben mit seinen Auftritten bereicherte und für gute Stimmung an Bord sorgte. Damit nicht genug, erinnert er auch an die zahlreichen Gastauftritte, die er als Theatermann allein oder mit Ensemble außerhalb von Wedel absolvierte.

Ob Udo Lindenberg, Tony Sheridan oder Hardy Krüger – alle waren sie da und hinterließen ihre Spuren. So entsteht bei der Lektüre schnell das Gefühl, man säße mit Käpt’n Hannes zusammen am Tisch, das Nähkästchen prall gefüllt, um daraus die schönsten, skurrilsten und schrägsten Anekdoten und Geschichten hervor zu zaubern.

Musikbands, Kabarettisten, Theatergruppen und Solokünstler: Sie alle sind die Akteure, die er in seiner Rückschau wieder zum Leben erweckt. Ob Abby Hübners Swingband, Wild Geese, Liederjan oder The Wally Dugs, es ging musikalisch hoch her an den Wochenenden. Und ob Alma Hoppe, Tiger Lillies, Bernd Lafrenz oder Alfons, der Franzose mit dem Puschel-Mikrofon: Hier hatten sie ihre frühen Auftritte und brachten internationales Flair auf die Bretter.

Erinnerungen an legendäre Theateraufführungen wie „Gott des Gemetzels“, „Boeing Boeing“ oder „Arsen und Spitzenhäubchen“, Auftritte mit Lya Bensdorff und den „Frivoldies“, Kindertheater mit „Pippi Langstrumpf“, „Lolli Molli“, „Petterson und Findus“ und nicht zuletzt die Freiluftkino-Veranstaltung mit dem unverstellten Blick auf die Weite der Marsch – so viel Kunst und Kultur war und ist nicht überall zu haben in Wedel.

Dass so viel Engagement auch viel Dank erfährt, hat Grabau mehrmals erlebt. „Ich würde Dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken“, so beginnt das Ringelnatz-Gedicht „Ich hab Dich lieb“. Und eben eine Kachel mit einem Ringelnatz-Portrait bekam er einst von einem Ehepaar geschenkt und zählt seitdem zu seinen wertvollsten Schätzen. Wir sind gespannt, was auch in Zukunft für den alten Theater-Haudegen Grabau und seine Batavia-Bühne noch auf dem Programm steht. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 2.4.2022)

Letzte Änderung: 02.04.2022

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