Herzlichen Glückwunsch, Alexander von Humboldt!

Gebrüder-Humboldt-Gemeinschaftsschule feierte den 250. Geburtstag eines ihrer Namensgeber mit vielen Aktionen

in Kultur & Bildung, Top-News

Lehrer Frank Wolff alias Alexander von Humboldt lässt sich vom amtierenden Schulleiter Joachim Feldmann gratulieren.
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Lehrer Frank Wolff alias Alexander von Humboldt lässt sich vom amtierenden Schulleiter Joachim Feldmann gratulieren., Lehrer…
Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann gestand: "Meine Begeisterung für Alexander von Humboldt kommt aus dem Herzen!"
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Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann gestand: "Meine Begeisterung für Alexander von Humboldt kommt aus dem…
Ex-Schulleiter Antonius Soest berichtete, warum er zunächst unglücklich, aber nachher hochzufrieden mit der Wahl der Namenspatronen war.
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Ex-Schulleiter Antonius Soest berichtete, warum er zunächst unglücklich, aber nachher hochzufrieden mit der Wahl der…
Humboldt auf dem Gipfel - prägnant stellte die AG Darstellendes Spiel Eigenschaften des Forschers dar.
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Humboldt auf dem Gipfel - prägnant stellte die AG Darstellendes Spiel Eigenschaften des Forschers dar., Humboldt auf dem…
Laufen für den guten Zweck: Die ganze Schule war auf den beinen, um terres des hommes zu helfen.
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Laufen für den guten Zweck: Die ganze Schule war auf den beinen, um terres des hommes zu helfen., Laufen für den guten Zweck:…
Die Geburtstagszahl in Schülerinnen-und-Schüler-Design: Auf dem Rasen des Elbe-Stadions stellten sich die GHS-Kinder und -Jugendlichen zusammen.
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Die Geburtstagszahl in Schülerinnen-und-Schüler-Design: Auf dem Rasen des Elbe-Stadions stellten sich die GHS-Kinder und…

Das war mal 'ne dolle Geburtstagsparty - und dabei ist der Geehrte schon lange tot. Und irgendwie auch nicht, denn Alexander von Humboldt, der legendäre Forscher und Humanist, war gegenwärtig, als Schüler, Eltern und Kollegium der Gebrüder-Humboldt-Gemeinschaftsschule anlässlich der Geburt des weltweit beliebtesten Deutschen frohe Festtage veranstalteten. Er kam sogar aufs Podium! Lehrer Frank Wolff schlüpfte in die Rolle des Universalgenies und führte mit Joachim Feldmann, dem stellvertretenden Schulleiter einen aufschlussreichen Dialog: Wolff/Humboldt nämlich antwortete nur mit Originalzitaten - und dabei zeigte sich, dass der große Denker aktuell ist, wie nie zuvor. Ob seine Erkenntnis "Alles hängt mit allem zusammen" oder seine Menschlichkeit ungeachtet Hautfarbe und Herkunft oder sein Eintreten für die Freiheit von Diskurs und Wissenschaft - es gibt keine Meinung, die aufgeklärte Menschen von heute nicht unterschreiben können.

Zuvor hatte Ernst Dieter Rossmann, SPD-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Bildungs- und Forschungsausschusses, das "Geburtstagskind" in seinen vielen Facetten beschrieben: als wissbegierigen Durchquerer der Welt, der ohne Sauerstoffgerät sogar 6000der-Gipfel des Chimborazo erklomm, als vielseitigen Forscher, der von Geologie über Botanik bis zur Klimaforschung so ziemlich alles vermaß und als unerschrockenen Wissenschaftler, der sogar vor medizinischen selbstversuchen nicht zurückschreckte. Man merkte dem Laudator die Begeisterung an, die er für Humboldt empfindet.

Gleiches galt für den ehemaligen Schulleiter Antonius Soest, der noch einmal den Prozess der Namenswahl für "seine" ehemalige Schule rekapitulierte und selbstironisch bekannte: "Welch' grandiose Wahl und welch kleinmütiger Schulleiter, der damals diese Idee der SV zuerst nicht erkannte." Chor und Schauspiel-Arbeitsgruppe rundeten den Festakt, an dem Bürgermeister Niels Schmidt, Lokalpolitiker und viele andere Freunde der Schule sowie auch die Klassensprecher-Teams vertreten waren stilvoll ab.

Zuvor hatten sich sie Schülerinnen und Schüler zwei Tage forschend mit einem ihrer Namensgeber auseinandergesetzt. Selbst die Wetterlage konnte die Forschenden nicht abhalten, sich zum Beispiel auf den Weg in die Wassererlebniszone nach Hetlingen zu machen und dort, wo die Marsch an die Geest grenzt, Vögel zu beobachten und deren Lebenswelten zu erforschen. Mit Gummistiefeln und Regenjacken ausgerüstet, erkundete die 5b per Fahrradexkursion im Bereich zwischen Wedel und Appen Fauna und Flora und bestimmte diese wie es auch Alexander von Humboldt tat.

Als Einstieg in die Festtage zeichneten die Schülerinnen und Schüler der 6a zunächst die Person, die im Mittelpunkt stand. Alexander von Humboldt, geboren am 14. September 1769, sammelte auf seiner Reise durch Südamerika nicht nur unbekannte Pflanzen, sondern nahm 60.000 Proben und schiffte diese nach Europa. Damit beschäftigen sich auch die 5a, die mikroskopierte oder die 6b, die ihre Ergebnisse des Mikroskopierens skizzenhaft in Form von Zeichnungen festhielt. Der 7. Jahrgang fuhr in den Botanischen Garten und untersuchte Pflanzen. Andere Klassen beobachteten Tiere in Klövensteen sowie Hagenbecks Tierpark.

Ursprünglich sollte es ein „Forschertag im Eismeer“ werden,  das Sturmtief Mortimer machte den Humboldt-Forschern einen Strich durch die Rechnung, so dass diese das Troparium besuchten. Die 9a erforschte Tiere im Zoologischen Museum. Die 13c erarbeitete eine Rallye im Tropenaquarium, in dem über 14.300 exotische Tiere leben, von denen auch Alexander von Humboldt zahlreiche entdeckte und untersuchte. Die 7c untersuchte im Loki Schmidt Haus Strukturen von zahlreichen Pflanzen. Neue Perspektiven der Wahrnehmung eröffneten sich der 8d im Mindways TrickArt Museum in Hamburg.

Auch die höchsten Gipfel erklomm Alexander von Humboldt, ohne Sauerstoffgerät und Träger. Weder blutende Lippen, noch Folgen der Höhenkrankheit hielten ihn davon ab, sehr beeindruckend und ziemlich unvorstellbar für die Schülerinnen und Schüler, kennen sie doch Bilder von Bergsteigern mit Trägern und voller Ausrüstung aus dem Fernsehen. Um dieses Gefühl zu erleben, fuhr die 10a in den Kletterpark, um wie Alexander von Humboldt zu klettern. Und mehr Projekte: Besuche der Holmer Sandberge und des Bienenmuseums und des  des Auswanderermuseums und und und...

Alexander von Humboldt betrachtete die Welt ganzheitlich und dokumentierte als Erster Klima- und Vegetationszonen. Er erkannte Zusammenhänge zwischen anthropogenen Ursachen und Veränderungen des Klimas wie durch Rodungen, künstliche Bewässerung und Schadstoffausstöße in Industriezentren. Die Klasse 6c baute einen Müllseehund als Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit den Folgen der Verschmutzung. Die Thesen Humboldts sind immer noch zeitgemäß und sogar brandaktuell. Schülerinnen und Schüler der 11b lasen Texte aus der Zeit, um diese methodisch in Grafik, Gedichte und Collagen umzusetzen und dabei ihre Kreativkompetenz auszuweiten.
 
Wer so viel forscht, der durfte auch feiern: auf der  Humboldt-Party in der Mensa,  bei der es Tanz, leckere Speisen und Getränke gab, die Britta Emmel zubereitete. In festlicher Garderobe feierten zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit ihren Freunden und Familien und natürlich auch Lehrkräften den 250. Geburtstag Alexander von Humboldts. Das Eventteam sorgte mit Lichteffekten und Partymusik für eine tolle Stimmung und einen unvergesslichen Abend der insgesamt rund 120 Gäste. Dass es eine gelungene Party war, bewiesen nicht nur ausgelassene Tänzer, die von Anfang an erfolgreich die Tanzfläche besetzten. Auch die „alten“ und „neuen“ Humboldt-Helfer unter der Leitung von Sonja Strecker halfen unermüdlich im Service.

Und beim abschließenden Lauftag begaben sich Kinder nochmals auf die Spur des Humanisten Humboldt: Sie ließen sich für jeden Meter sponsern und konnten so rund 5000 Euro für Terre des hommes erlaufen. (Alexandra Anna Kiss/GHS Wedel, Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 3.10.2019)

Mit freundlicher Unterstützung von...