"Jammern beseitigt keinen Virus"

Der Musiker Gerhard Folkerts ist auch während der Corona-Krise nicht untätig

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Dr. Gerhard Folkerts an seinem Flügel - die "Corona-Pause" nutzt er, um Neues zu erarbeiten.
Dr. Gerhard Folkerts an seinem Flügel - die "Corona-Pause" nutzt er, um Neues zu erarbeiten.

Künstlerinnen und Künstler kann man in zwei Gruppen unterteilen. Die einen nimmt die Corona-Krise sehr mit, ihre Kreativität sinkt gegen null. Die anderen nutzen diese Wiochen des "Stubenarrests", um sich für die Nach-Corona-Zeit gründlich vorzubereiten. Zu ihnen gehört Dr. Gerhard Folkerts, Komponist und Konzertpianist aus Wedel.  

"Zur Zeit arbeite ich an drei neuen Programmen, die kurz vor dem Abschluss stehen: ,Sprich auch du - Paul Celan zum 100. Geburtstag', ,Hanns Eisler und Arnold Schönberg', ,Becker liest Zorbas – Folkerts spielt Zorbas“' berichtete er wedel.de Das bedeutet: "Ich lese viel,
komponiere, halte meine Telefon-, E-mail- und Briefkontakte aufrecht, rede mit Kolleginnen und Kollegen und mit meiner Frau, die mein bester Dialogpartner ist, über die neuen Konzeptionen" "Und schmunzelnd fügt er hinzu: "Meine Frau und ich sind ja nicht nur eine Infektions-, sondern auch eine Finanzgemeinschaft"

Insgesamt blickt Gerhard Folkerts optimistisch in die Zukunft. "Ich vertraue nun darauf, dass bald ein Impfstoff vorhanden sein wird. Dann werden wieder Konzert-Angebote und Auftritte kommen. Jammern und Klagen über das augenblickliche Disaster ändert ohnehin
nichts an der derzeitigen Corona-Situation."


Als Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste nahm er vor kurzen an einem Online-Treffen teil. Corona verhinderte zwar die Anwesenheit in Salzburg, die digitalen Medien ermöglichten ihm aber zum Glück den Kontakt zu Künstlern und Wissenschaftlern. Das Digitale spielt für ihn auch in anderer Hinsicht eine wichtige Rolle. "Nach wie vor gehe ich in Wedel meiner jahrzehntelangen Leidenschaft nach und unterrichte." Er bereitet junge Menschen - jetzt online - in den Fächern, Klavier, Musiktheorie, Gehörbildung und Musikgeschichte auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule vor. "Das geht auch gut über das Internet", sagt er und resümert: "Der geistige Austausch innerhalb der Europäischen Akademie und der Kontakt zur Jugend geben mir immer wieder die Chance, meinen eigenen Standpunkt zu reflektieren, festzustellen, dass man in keiner Lebensphase fertig ist und den Austausch, die Kommunikation mit allen Generationen pflegen muss.

Gerhard Folkerts hat erkannt: Während das kulturelle Bewusstsein in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr nachließ, entdecken die Menschen in diesen Corona-Zeiten wieder die Vielfalt ihrer kreativen Möglichkeiten und stellen fest, Musik gehört nicht ausschließlich zur Spaßkultur und ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor. Musik ist verankert in unserer europäischen Kultur und Tradition. Sie vermag den Menschen Kraft und Stabilität gegen Angst und Einsamkeit zu geben. Jeder könne sich selbst und
seine individuellen Besonderheiten durch Musik erkennen.

Für den Musiker ist deutlicher denn je: " Das Hören von Musik kann Wohlbefinden, Harmonie und Bezüge zu früheren, vor allem angenehmen Lebenssituationen hervorrufen. Wie sagte Friedrich Nietzsche? ,Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum#. Indem wir also wieder die Musik in ihrer Aussagekraft pflegen, pflegen wir unsere Kultur." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 16.12.2020)

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