KiWI zeigt Detlev-Buck-Film

Am Donnerstag, 8. September, läuft der Film "Karniggels" ab 19 Uhr in der Volkshochschule Wedel

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Regal mit vielen alten Filmrollen
Dieses Mal wird von der Initiative Kino in Wedel (KiWI) bestimmt die alte Filmrolle von Detlev Bucks Klassiker "Karniggels" rausgeholt. Foto: Rahn/Kommunikateam

Die Initiative Kino in Wedel, kurz KiWI, beschäftigt sich weiter mit den Werken des norddeutschen Regisseurs Detlev Buck. Widrige Umstände haben allerdings die angedachte Reihenfolge verändert, sodass KiWI bereits am 18. August Bucks Literaturverfilmung Die Vermessung der Welt (D 2012) nach dem Roman von Daniel Kehlmann präsentiert hat. Der für den August vorgesehene Film Karniggels ( D 1991) folgt nun beim nächsten KiWI-Treff.

Bei vielen Filmfreunden wird Detlev Buck Buck erst einmal als höchst wandlungsfähiger Darsteller verortet, zum Beispiel als schlichtes Gemüt vom Land (Erst die Arbeit und dann..., 1984), als hartleibiger Großbauer (Das weiße Band, 2009), als schwadronierender Altfreak ( Herr Lehmann, 2003 ), als verbohrter Wehrmachtsoffizier (Aimée und Jaguar, 1999), als klamaukiger VoPo (Sonnenallee, 1999 ) oder gar als intriganter Sekretär Wurm im verfilmten Schiller-Drama Kabale und Liebe (2005).

Als Regisseur gilt er als brillanter Vertreter norddeutscher Atmosphäre; Erst die Arbeit und dann und der Film Karniggels sind da die besten Beispiele - lakonisch, herb und bisschen unterkühlt wie Land und Leute.

So viele "Nordfilmer" gibt´s nämlich gar nicht. Außer Buck sind noch Berengar Pfahl zu nennen (Britta, 1977) oder auch Heinrich Brelor mit seinen Doku-Filmen und Thomas-Mann-Verfilmungen (Barschel-Affäre, 1989 , Buddenbrooks, 2008), besonders aber der kürzlich verstorbene Wolfgang Petersen mit seinen schleswig-holsteinischen Tatort-Filmen: Reifezeugnis in Eutin, Blechschaden in Barmstedt, Nachtfrost in Kiel, Jagdrevier hinterm friesischen Deich und einige mehr.

Der nordfilmende Rest hat sich mit Vorliebe auf Hamburg eingeschossen wie Hark Bohm (Nordsee ist Mordsee, 1976) Klaus Lemke (Rocker, 1972 ) Roland Klick (Supermarkt, 1974) oder Sebastian Schipper (Absolute Giganten, 1999) .

Detlv Bucks Regiepalette hat außer dem nordischen Farbklecks aber auch Arbeiten anderer Couleur zu bieten und zwar reichlich: wüste Action in Asphaltgorillas (2018), schräge Knastszenerien wie in Männerpension (1996), das vietnamesisch-deutsche Beziehungsdrama Same same but different (2009) oder Knallhart (2006), eine wuchtige Mixtur aus Milieustudie und Clan-Krimi.

Ganz nebenbei traut er sich auch an die Verfilmung großer Literatur: Die Vermessung der Welt als grandioser und grotesker Bilderbogen des 18. Jahrhunderts oder Thomas Manns Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, werktreu und auf Augenhöhe mit dem Horst-Buchholz-Film von 1958.

Dass er die Regie des Remmi-Demmi-Tatorts Alles kommt zurück (2021) mit Maria Furtwängler und dem herumschleichenden Udo Lindenberg übernommen hat, kann man ihm nachsehen, denn dafür macht er prima Filme für Kids (Bibi & Tina, 2014 - 22)

Am  8. September nun einer seiner beliebtesten Filme - Karniggels, ganz gemäß dem Motto "Das beste am Norden...  sind unsere Regisseure". (Michael Rahn, Kommunikateam, mit Infomaterial von KiWI, Peter Jochimsen, 5.9.2022)

Letzte Änderung: 05.09.2022

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