Klimafreundliche Ernährung zur Rettung der Erde

Im Rahmen der zweiten Umweltwoche des Klimaschutzfonds Wedel veranstaltete die Gebrüder-Humboldt-Schule einen Klimaaktionstag. Rund 600 Schülerinnen und Schüler lernten, bastelten und schauspielerten in Projekten zum Umweltschutz und genossen saisonales Obst und Gemüse aus der Region.

in Kultur & Bildung

Zwölftklässlerin May-Brit Kallauch hatte viele interessante Fakten von der Verbraucherzentrale zum Beispiel zur CO2-Bilanz bei Transporten von Lebensmitteln parat.
1/5
Zwölftklässlerin May-Brit Kallauch hatte viele interessante Fakten von der Verbraucherzentrale zum Beispiel zur CO2-Bilanz…
Unterstützer und Organisatoren des Aktionstages der Schule sind von der Anschaulichkeit und den Ideen begeistert. Michael Koehn (zweiter v.links), Vorsitzender des Klimaschutzfonds, und Stadtpräsident und Schirmherr Michael Schernikau (vierter v.links) waren gern zu Gast.
2/5
Unterstützer und Organisatoren des Aktionstages der Schule sind von der Anschaulichkeit und den Ideen begeistert. Michael…
Ein Highlight waren die Sketche der 13 C. Hier parodieren Sjunne Bräuner (v.links) und Lasse Pfeil gerade einen Ökobaumbewohner und einen Rolex tragenden Verpackungsindustriellen.
3/5
Ein Highlight waren die Sketche der 13 C. Hier parodieren Sjunne Bräuner (v.links) und Lasse Pfeil gerade einen…
Leinentaschen zum Selbermachen gab es mit der Unterstützung von Karin Schmidt (v.links) und Deyke Busack aus der Elternschaft der Schule.
4/5
Leinentaschen zum Selbermachen gab es mit der Unterstützung von Karin Schmidt (v.links) und Deyke Busack aus der Elternschaft…
An einem der Stände informierten Pascale Begelinger  und  Mitorganisator des Aktionstages Ingo Garstecki vom Bistroverein der Schule Interessierte über die Unterschiede bei Gewicht und Größe von Hühnereiern.
5/5
An einem der Stände informierten Pascale Begelinger und Mitorganisator des Aktionstages Ingo Garstecki vom Bistroverein der…

Wie entsteht eigentlich der Klimawandel? Was ist  klimafreundliches und was klimafeindliches Essen? Kann ich persönlich auch etwas dafür tun, um die Umweltkatastrophe aufzuhalten?  Viele wichtige Informationen zu all diesen Fragen lieferte der Aktionstag den Kindern und Jugendlichen der Gemeinschaftsschule. Der Mensaverein der Gebrüder-Humboldt-Schule unter der Leitung von Britta Emmel und Ingo Garstecki hatten mit Unterstützung vieler Eltern, einer umliegenden Landwirtschaft, eines Ladens und einer Bäckerei einen kleinen Marktplatz aufgebaut, an denen es viel zu entdecken und eben auch zu schlemmen gab.

"Der Bistroverein unserer Schule hat die Lebensmittel für den Klimaaktionstag gespendet. Wir Eltern und Mitglieder des Vereins wollten, dass am Aktionstag nicht nur theoretisch über Nahrung gesprochen wird, sondern unsere Schüler auch die ganze regionale Vielfalt von Produkten sehen und auch schmecken konnten", erklärte Mitorganisatorin Britta Emmel.

An einem Stand ging es um das Hühnerei. Unterschiedliche Größen wurden präsentiert. Das Gewicht konnte gemessen werden und es gab Alltagstipps dazu. "Viele wissen nicht, wie man feststellen kann, ob ein Ei noch gut ist. Einfach vorsichtig in ein Wasserglas legen und wenn es schwimmt, sollte man es besser nicht mehr essen, da sich im Inneren Gase gebildet haben", rät Pascale Begelinger aus der Elternschaft.

Praktisch ging es auch am Brotstand zu, wo der Unterschied zwischen industriell gefertigten und verpackten Broten mit frisch gebackenen Bäckereibroten nicht nur visuell, sondern auch geschmacklich verglichen werden konnte. Dazu gab es auch noch Hinweise über Zutaten, unterschiedliche Mehlsorten und den Nährwert der verschiedenen Produkte.
 
Nebenan durften die Schülerinnen und Schüler Apfelsorten testen. Ein saurer Boskoop, ein süßsauer aromatischer Wellant und ein süßer Gala konkurrierten um die Gunst der Konsumenten. Informationen zur Herkunft, Lagerung, Verwendung und zum Alter der Sorte und dem Wuchs der Bäume rundeten das Wissen der Interessierten ab.

Lilafarbene Möhren, hellgrüne und rosafarbene Auberginen und viele zum Teil nicht so bekannte Gemüsesorten regten an einem weiteren langgestreckten Tisch zum Staunen an. Zum Vergleich wurden auch die aus dem Discounter bekannten und in Plastik verpackten Arten dargeboten und den Schülerinnen und Schülern, die Unterschiede im Gehalt, den Inhaltsstoffen und in der Verpackung verdeutlicht.

Zudem hatte die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein anschauliches Informationsmaterial zur Klimabilanz von verschiedenen Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt. Maj-Brit Kallauch aus dem 12.Jahrgang und andere Mitschüler erläuterten zum Beispiel, dass ein Kilogramm Erdbeeren, die aus Südafrika zu uns transportiert werden 4,8 Liter Erdöl verbrauchen. Dagegen steht ein Verbrauch für die gleiche Menge aus der Region von nur 28 ml Erdöl. Beim CO2- Ausstoß für den Transport von Bohnen aus Kenia ist die Bilanz mit 5481 Gramm Kohlendioxid zu 113 Gramm ähnlich beeindruckend.

Umweltschutzwochen-Schirmherr Michael Schernikau war dann angesichts der Informationsbreite und des Engagements der Schule begeistert über den Aktionstag. "Klimawandel ist ein abstraktes Thema und der Aktionstag der Schule schafft es, die Problematik ins Bewusstsein zu holen. Es verdeutlicht, dass jeder Einzelne mit seinem Verhalten, dem Verbrauch und Genuss von bestimmten Lebensmitteln Einfluss auf das Klima hat", erklärte der Stadtpräsident in seinen Grußworten. "Wir, unsere Generation, haben es in der Vergangenheit verdaddelt, um nicht ein anderes Wort zu benutzen und ihr könnt es besser machen", ergänzte und appellierte der stolze Schulleiter Andreas Herwig-Sokora an seine engagierten Schülerinnen und Schüler.

Dass jeder etwas lernen konnte, bestätigten auch die anstehenden Abiturienten. "Ich habe heute erfahren, dass es Kompensationsprojekte bei Flugreisen gibt. Um den CO2-Ausstoß des Fluges zu lindern, bezahlt man etwas mehr, sodass je nach der Reisentfernung und der abgegebenen Menge an Kohlendioxid entsprechend viele Bäume als Ausgleich gepflanzt werden", stellte Jan-Philip Stöckl beispielhaft fest.

Zum Abschluss gab es dann, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas noch etwas zu lachen. Die Theatergruppe der 13 C führte den Zuschauern die Absurditäten des Streits über den Klimawandel noch einmal vor Augen.
Da diskutierten zum Beispiel ein Ökoaktivist, der in einem Baumhaus im Hambacher Forst wohnt, gespielt von Sjunne Bräuner  mit einem AMG - fahrenden, eine Rolex tragenden Verpackungsindustriellen, dargestellt von Lasse Pfeil, über Sinn und Unsinn der eigenen Lebensführung und die sich daraus ergebenden klimatischen Konsequenzen.

Dieser Aktionstag - und da waren sich fast alle einig - macht Hoffnung, im Kampf gegen den Klimawandel. (Wolf-Robert Danehl, kommunikateam, 31.10.18)
 
   

Mit freundlicher Unterstützung von...