Museumsleiter Holger Junker: Feuer und Flamme für Wedels Geschichte

Der Archäologe will alte Netzwerke erhalten und pflegen und das Haus zusätzlich verstärkt für junges Publikum öffnen.

in Kultur & Bildung, Top-News

Der Archäologe Holger Junker leitet seit Jahresbeginn des Stadtmuseum Wedel. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Der Archäologe Holger Junker leitet seit Jahresbeginn des Stadtmuseum Wedel. Foto: Stadt Wedel/Kamin
1/2
Fettlampe und Feuerutensilien im Museumsgarten. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Fettlampe und Feuerutensilien im Museumsgarten. Foto: Stadt Wedel/Kamin
2/2

Der neue Leiter des Wedeler Stadtmuseums baut Brücken, schlägt Funken und macht die Tür ganz weit auf: Seit dem 1. Januar 2020 hat Holger Junker seinen Dienst im Wedeler Stadtmuseum angetreten. Den Museumsfreunden ist er spätestens seit seinem ersten öffentlichen Auftritt bei der Verabschiedung seiner Vorgängerin Sabine Weiss im Dezember 2019 bekannt. Junker und Weiss hatten den Dezember gemeinsam genutzt um einen nahtlosen Übergang im Stadtmuseum und dem angegliederten „Möller Technicon“ für Industrie- und Wirtschaftsgeschichte der Rolandstadt sicherzustellen.

In Aktion: Holger Junker zeigt wie man mit Feuerstein Feuer macht im Video (Bitte beachten Sie: durch den Link verlassen sie die Seite  und wechseln zu YouTube. Dort gelten die Datenschutzstandards von YouTube)

Denn eines ist dem neuen Leiter des Stadtmuseums ganz besonders wichtig: „Ich möchte die bestehenden Netzwerke, die das Haus seit Jahren mit Leben füllen, unbedingt erhalten und pflegen, weil sie von unschätzbarem Wert für die Erinnerungskultur in Wedel und das Stadtmuseum sind“, sagt Junker. So hat Junker, der in Heide geboren wurde und in Husum aufwuchs, bereits seinen ersten plattdeutschen Nachmittag beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) im Gartenhaus des Museums mit Bravour und echtem Dithmarscher Platt überstanden.

Von Haus aus ist Holger Junker Archäologe der Vor- und Frühgeschichte mit dem Schwerpunkt Steinzeit. Er absolvierte sein Studium in Hamburg und begann schon während des zweiten Semesters, Führungen für alle Altersklassen von der Kita bis zur Demenzgruppe für das Archäologische Museum Hamburg anzubieten. Aus dieser Tätigkeit erwuchs während und vor allem nach dem Studium eine mehr als 20-jährige selbstständige Tätigkeit in der Geschichtsvermittlung für und im engen Kontakt mit namhaften Museen und Ausstellungen - weit über die Metropolregion Hamburg hinaus. Junker arbeitete so neben dem Archäologischen Museum Hamburg bereits für das Neanderthalmuseum in Mettmann, das Palaeon in Schöningen oder die Deutsche Schule in London. In der Region kennt sich Junker bereits gut aus, weil er eng mit dem Industriemuseum in Elmshorn kooperierte und maßgeblich am Aufbau der Steinzeitabteilung beteiligt war oder für den Schäferhof in Appen eine spektakuläre Ausstellung mit archäologischen Funden aus Grabungen in Appen aus den 1930er Jahren realisierte.

Als Geschichts-Vermittler will Junker ganz selbstverständlich das Stadtmuseum auch für junge und jüngste Besucher noch stärker öffnen. Angebote wie das bereits bestehende Kinderlabor im Technicon möchte Junker noch um eigene Workshops und Führungen für Schulen oder um buchbare Steinzeit-Geburtstage im Museum erweitern. Gerade für die Arbeit mit Kindern hat der Museumsleiter echte Superkräfte in petto. So kann er mit Feuerstein und Katzengold Funken schlagen und Feuer entzünden. Zusätzlich beherrscht er zahlreiche weitere handwerkliche Techniken, die schon in der Steinzeit bekannt waren. Das hat er übrigens schon einer großen Computerspiel-Firma demonstriert. Als diese eine weltweit erfolgreiche Videospiel-Serie in der Steinzeit spielen ließ, wurde Junker als kerniger Feuer- und Jagdwaffenexperte zu Rate gezogen.  

Dass Junker gern Brücken zwischen allen Aspekten der Stadtgeschichte bauen möchte, zeigt sein Ausblick für sein erstes Ausstellungsjahr: Noch in der ersten Jahreshälfte will er eine archäologische Ausstellung mit Fundstücken aus Wedel präsentieren, die bisher noch nie öffentlich gezeigt worden sind. Für den Herbst plant der Museumsleiter eine Comicausstellung mit Werken und Zeichnungen von Künstlerinnen und Künstlern aus Wedel und dem dänischen Viborg – also den Städten die das nördliche und südliche Ende des Ochsenweges markieren. Details und Termine werden auf www.wedel.de rechtzeitig bekanntgegeben. 

Geschichtsinteressierte, Schulen Kitas und andere Einrichtungen und Vereine, die  sich für Angebote, Aktionen und Führungen im Wedeler Stadtmuseum interessieren, erreichen  Holger Junker unter 04103/13202 oder per E-Mail unter Stadtmuseum(at)wedel.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.lebendigesteinzeit.com.
 

Mit freundlicher Unterstützung von..