Rauchen Sie?

Anregende Lesung mit Tiefgang über das Leben Loki Schmidts in der Stadtbücherei

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Hielt engen Kontakt zum Publikum: Autor Lothar Frenz
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Hielt engen Kontakt zum Publikum: Autor Lothar Frenz. Fotos: Bohling
Stellte den Autoren Lothar Frenz vor: Leiterin der Stadtbücherei Andrea Koehn
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Stellte den Autor Lothar Frenz vor: Leiterin der Stadtbücherei Andrea Koehn.
Eins mit der Natur: Loki Schmist: Foto: Loki-Schmidt-Stiftung
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Eins mit der Natur: Loki Schmidt. Foto: Loki-Schmidt-Stiftung

Sie war einmalig und wäre am 3. März 103 Jahre alt geworden: Loki Schmidt, Botanikerin, Naturschützerin, Lehrerin, Autorin und – last, but not least - langjährige Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.

Anlässlich dieses Datums hatte der Förderverein für die Stadtbücherei zu einer Lesung eingeladen, in der Biologe und Botaniker Lothar Frenz Auszüge aus seinen Erinnerungen an „Ein Jahr mit Loki“ las.

„Zum Ein-stieg gibt`s den Ein-stieg“ formulierte Quiddje Frenz augenzwinkernd anfangs und stimmte mit intoniertem „spitzen S“, wie sowohl Hannelore als auch Helmut Schmidt es gern gebrauchten, die Hörerschaft auf den „richtigen Tonfall“ der Gespräche mit Loki ein.

Es sei ein Buch über eine Begegnung im hohen Alter, aber auch ein Buch über das Älterwerden, fuhr Frenz fort über die Texte, die er dem Publikum vortragen wolle. Fast genau ein Jahr lang hatte er die damals Neunzigjährige drei Mal wöchentlich in Langenhorn, „im Hause der Rauchkringel-Schmidts“, besucht, um mit ihr gemeinsam „Das Naturbuch für Neugierige“ zu verfassen.

„Rauchen Sie?“ sei eine der ersten Fragen von Loki an den jungen Autoren gewesen, die dieser sehr zum Bedauern der Kanzlergattin verneinen musste. Sein Glück: Er durfte von ihren Gesprächen Tonaufnahmen machen. Diese flocht er nun auf geschickte Art passend in die Lese-Passagen ein und schuf so eine authentische Atmosphäre, in der man das Gefühl bekommen konnte, Loki Schmidt säße mit im Raum.

Mit Witz und Tiefsinn entfaltete Frenz vor den Zuhörern das Portrait einer wahren Humanistin, die, wenn auch aus armen Verhältnissen stammend, ihr Leben mit Fleiß, Disziplin und „immer mit Anstand – wie sonst“ geführt hatte. Es sei ihr ein Graus gewesen, so Frenz nachdenklich, wenn sie das Gefühl hatte, jemand schöpfe die Möglichkeiten nicht aus, die ihm zu Verfügung gestellt worden seien.

Das Publikum folgte teils gebannt, teils amüsiert den Geschichten, Hintergründen und Anekdoten, die das facettenreiche Leben von Loki Schmidt ausmachten. Aus dem Blickwinkel eines Wissenschaftlers gelang es Frenz, die Persönlichkeit Loki Schmidt zu analysieren, sorgsam einzuordnen und so das Besondere und Faszinierende an dieser einzigartigen Frau des 20. Jahrhunderts deutlich zu machen. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 8.3.3022)

Letzte Änderung: 07.03.2022

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