Rekordbeteiligung bei der Info Börse des Wedeler Berufsstartmodells

Aktion von Rotary Club und Wirtschaft brachte Jugendlichen die Chancen und Vielfalt in der Arbeitswelt nah

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Martin Will, Einstellungsbeamter der Polizei Schlewig-Holstein, war ein gesuchter Gesprächspartner der Schüler.
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Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn (v.links), Präsident des Rotary Club Wedel Günter Gerland, Rotary Beauftragte für…
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Mit viel Geduld beantwortete Jochen Lüchau, Geschäftsführer des Bauzentrums Lüchau, die vielen Fragen.

120 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klasse der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) und der Gebrüder Humboldt Schule warteten auf das Startsignal von Günter Gerland, Präsident des Rotary Club Wedel und Initiator der Info-Börse. Schon zum achten Mal fand der Berufsinformationsabend in der Mensa der EBG statt. An 15 Tischen saßen Experten, die den Jugendlichen etwa 40 verschiedene Berufe vorstellen konnten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter der EBG Stephan Krumme, Grußworten von Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn und Informationen zum Ablauf von Günter Gerland konnten die mit einem Frage- und  Laufzettel bewaffneten Schüler auf große Berufeentdeckungstour gehen.
 
"Eine Schülerin hatte noch nichts von einer Operationstechnischen Assistenz (OTA) gehört und ist nun am Tisch vom Orthopäden Dr.Oliver Niggemeyer und seinem Team aus dem Westklinikum fündig und neugierig geworden. Sie möchte jetzt noch ein Praktikum in diesem Bereich machen. Viele Schüler wissen nicht, was es für eine Vielfalt an Berufen gibt und können in dieser Veranstaltung ihren Radius erweitern", erklärt Schulleiter Stephan Krumme.

Tom und Marvin aus der 9B der EBG dagegen sind seit einiger Zeit schon in der Jugendfeuerwehr Wedel und wissen schon ganz genau, welches Anforderungsprofil der Beruf des Feuerwehrmannes hat.
"Wir müssen erst einmal eine abgeschlossene Berufausbildung haben und können uns dann bewerben", erklären die beiden unisono.

Das weiß nicht jeder, wie Löschmeister Lutz Lotter von der Freiwilligen Feuerwehr feststellt:"Einige waren enttäuscht, dass sie erst eine 18-monatige Ausbildung machen müssen und nicht gleich die Aufnahmeprüfung absolvieren können."

Beliebt bei den Schülern ist auch der Beruf des Einzelhandelskaufmann. "Einige Schüler interessieren sich für diesen Beruf, aber haben keine klaren Vorstellungen davon, was sie erwartet. Ich rate diesen Jugendlichen bei uns ein Praktikum zu machen und so einen besseren Einblick in den Berufsalltag zu bekommen. Darüberhinaus haben wir zum Beispiel auch Fachlageristen in unserem Unternehmen", erklärt Jochen Lüchau Geschäftsführer vom gleichnamigen Bauzentrum.

50 Teilnehmer von Unternehmen aus verschiedenen Branchen aus der Region nehmen mittlerweile an der Info Börse teil. Die Palette der Betriebe reicht vom Handwerk, sozialen, medizinischen und pädagogischen Einrichtungen, einem Reisebüro, Hotel und einer Gastronomie bis zur Stadt Wedel, die als Ausbilder von Verwaltungsfachangestellten vor Ort war. Darüber hinaus beteiligen sich immer wieder beratend die Agentur für Arbeit, die Berufschulen, die Logistik Initiative Hamburg und berufserfahrene Rotary Mitglieder an dieser Veranstaltung.

"Dieser Marktplatz der Berufe hilft einerseits den jungen Leuten eine berufliche Perspektive zu entwickeln und andererseits Unternehmen aus der Region in persönlichen Gesprächen neue Mitarbeiter zu finden", konstatiert Rotary Clubpräsident Günter Gerland.

Neu war in diesem Jahr, dass auch ältere Schüler mit der Aussicht für den Mittleren Abschluss, ehemals Realschulabschluss, an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Das machte sich, nach Ansicht der Pädagogen, auch positiv in den Bewerbungsgesprächen bemerkbar."Es gibt Schüler, die noch sehr jung und unsicher sind und sich nicht trauen, Fragen zu stellen. Ich habe beobachtet, wie dann ältere Schüler angeboten haben, die Jüngeren zu begleiten und die haben dann gemeinsam das Gespräch geführt", erläutert Schulleiter Stephan Krumme.    

Der Renner bei den Jugendlichen in diesem Jahr war der Beruf des Polizisten. Einstellungsbeamter Martin Will vom Polizeirevier Wedel konnte kaum Luft holen. "Ich habe viele Gespräche geführt. Da waren natürlich Schüler dabei, den ich erst einmal mitteilen musste, das es bei uns nicht, wie bei der Serie "Cobra 11" zugeht. Das der Polizeialltag eben nicht nur aus waghalsigen Verfolgungsjagden besteht. Aber es waren eben auch sehr ernsthafte und wirklich interessierte Bewerber dabei", erklärt der erfahrene Polizeibeamte.

Angesichts der regen Teilnahme,der vollen Laufzettel der Schüler und der vielen guten Informationsgespräche waren überall zufriedene Gesichter zu sehen. Fazit: Die Wedeler Info Börse wächst und scheint dank der vielen fleißigen Helfer ein echtes Erfolgsmodell für die Region zu werden. (Wolf-Robert Danehl, kommunikateam, 11.11.16)

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