Sie wollen doch nur spielen

Offizieller Start der Wedeler Musiktage mit fetziger Bläsermusik von Partido Brass

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Partido Brass in Action. Foto: Ulli Bohling
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Partido Brass in Action. Fotos: Ulli Bohling
Trompeter Manuel Mischel moderierte den Colours of Brass-Abend aus dem Ensemble heraus.
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Trompeter Manuel Mischel moderierte den Colours-of-Brass-Abend aus dem Ensemble heraus.
Musiktage-Leiter Matthias Dworzack begrüßte die Gäste zur ersten offiziellen Veranstaltung der Wedeler Musiktage.
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Musiktage-Leiter Matthias Dworzack begrüßte die Gäste zur ersten offiziellen Veranstaltung der Wedeler Musiktage.

Nicht mit einem Paukenschlag, aber mit kräftigen Fanfaren-Klängen starteten die Wedeler Musiktage am vergangenen Wochenende ihr offizielles Programm. Partido Brass, ein Blechbläserquintett, das aus fünf jungen Musikern aus Hamburg besteht und die mit ihrem Programm „Colours of Brass“ das Rist-Forum mit großem Klang erfüllten und die Veranstaltungsreihe im wahrsten Sinne des Wortes festlich eröffneten.

Kompositionen aus fünf Jahrhunderten versprach Musiktage-Leiter Matthias Dworzack dem Publikum in seiner Begrüßung gleich zu Anfang und machte neugierig auf das Kommende. Zuvor hatte die stellvertretende Stadtpräsidentin Aysen Ciker die Gäste im Namen der Stadt begrüßt und auf die Bedeutung von Blechblasinstrumenten in Geschichte und Kultur unserer Welt erinnert.

Los ging der musikalische Reigen mit Samuel Scheidts „Battle Suite“, dem Stücke von Mozart, Bach und Vivaldi, aber auch Zeitgenössischem wie Jives und Rags angloamerikanischer Komponisten folgten. Zwischen den Sets moderierte Trompeter Manuel Mischel das bereits Gehörte und Kommende und verschaffte so sich und seinen Kollegen willkommene Pausen für die strapazierten Lippen, wie er erklärte.

Das Quintett spielt erst seit zwei Jahren miteinander. „Der Lock-down hat uns quasi zusammengebracht“, erinnert sich Trompeter Johannes Bartmann in der Pause. Am Anfang habe man sich fast konspirativ im Übungsraum getroffen, um dem Nichtstun zu entgehen. Daraus entstand die Idee zum Brass-Quintett der fünf Freunde, die sonst als Ensemblemitglieder mit den Hamburger Symphonikern in der Laeiszhalle auftreten.

Geeignete Stücke für Blechblasquintette gibt es in der Musikliteratur zwar, es muss jedoch auch ins jeweilige Programm passen. Umso erfreulicher, dass die fünf Symphoniker sich inzwischen ein ansehnliches Repertoire erarbeitet haben, das sich für Auftritte wie diesem im Rist-Forum eignen. Sie seien voller Dank für Matthias Dworzack und die Musiktage, so Mischel, dass sie die Möglichkeit für diesen Auftritt bekommen hätten, denn eigentlich wollten sie ja nur spielen.

Welche musikalische Qualität hier geboten wurde, wusste Dirk Harten zu kommentieren. Das sei ganz große Kunst, an der die Musiker die Zuhörer hier teilhaben ließen, so Harten, der selbst Trompete spielt und unter anderem einer der Wedeler Turmbläser ist. „Ein ausgewogenes Miteinander, klare Intonation, fantastisch abgestimmte Akkorde und virtuos gespielte Instrumente - so erreicht das Ensemble diese tolle Klangfarbe.“, war sein fachkundiges Urteil.

Nach einem anfänglich eher „ernsten“ Part in der ersten Hälfte des Abends wurde es in der zweiten Hälfte etwas „unterhaltsamer“. Nach pompös, temperamentvoll und feierlich folgten romantisch, jazzy und emotional. Und auch diese Seite der Musik beherrschen die Musiker perfekt. Virtuos wie schon zuvor überzeugten sie mit ihren Instrumenten das Publikum und brachten es nun zum Mitsummen und Mitwippen.

Mit einem Wort: Brass in höchster Vollendung. Dem Publikum gefiel es und zollte der Bläsertruppe dafür Respekt mit Standing Ovations. Als Zugabe gaben die fünf sympathischen Musiker dem Publikum noch zwei Stücke mit Ohrwurm-Charakter mit auf dem Heimweg. So etwas sollte auch bei kommenden Musiktagen nicht fehlen. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 14.09.2022)

 

Letzte Änderung: 13.09.2022

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