Trauer um Freund Mikis Theodorakis

Der Wedeler Konzertpianist und Komponist Gerhard Folkerts hatte eine ganz besondere Beziehung zu dem weltbekannten griechischen Komponisten

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Gerhard Folkerts (rechts) und Sängerin Frances Pappas stellten Mikis Theodorakis ihr Programm mit Werken des großen Griechen vor. Foto: Petra Folkerts
Gerhard Folkerts (rechts) und Sängerin Frances Pappas stellten Mikis Theodorakis ihr Programm mit Werken des großen Griechen vor. Foto: Petra Folkerts

Es gab kaum eine Nachrichtensendung, keine Zeitung, die nicht über den Tod des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis berichtete. Er war weit mehr als "nur" ein Musiker, er war politische und moralische Instanz, die weltweite Berühmtheit und Bewunderung genoss. Der Wedeler Konzertpianist und Komponist Dr. Gerhard Folkerts gehört zumindest in Deutschland zu jenen Personen, die Mikis Theodorakis besonders nahe standen. Er war sein Freund.   

Auch wenn der letzte persönliche Kontakt wegen Corona schon ein Weilchen her ist, so blieb man doch schriftlich bis zuletzt in Verbindung. Es war ein Dankschreiben, das der Menschenfreund aus Hellas Anfang August an Gerhard Folkerts schrieb, nachdem dieser ihm zum Geburtstag gratuliert hatte: "Danke für die Wünsche und die guten Worte. Und danke für alles, was Sie für mich und mein Werk getan haben und immer noch tun." Es klang fast ein bisschen nach Abschiedsbrief von Theodorakis an den deutschen Komponisten, der über das Werk von Mikis Theodorakis promoviert und sich in diesem Zusammenhang mehrfach mit ihm ausgetauscht hatte.

"Mikis Theodorakis, ein großer Mensch unserer Zeit, dessen Leben fast 100 Jahre umfasste, ist gestorben. Seine Musik aber, seine Dichtung und seine Haltung gegenüber Kriegen, Unterdrückung bleiben uns als Trost und Ermunterung zu Wachsamkeit und Widerstand. Mikis Theodorakis brachte den Griechen nach fast 400 Jahren osmanischer Besetzung ihres Landes ihre Musikkultur zurück und baute die Brücke zwischen Volksmusik und klassischer Musik. Der Dialog mit dem Publikum war eines seiner großen Anliegen, um Verständigung zwischen den Menschen zu bewirken und den Graben zwischen den Musikwelten zu überwinden", sagte Gerhard Folkerts über seinen Freund.

2018 flogen die kanadische Sängerin Frances Pappas und Folkerts zusammen mit seiner Frau Petra zu Mikis Theodorakis zu einem Arbeitsbesuch nach Athen. Dort stellten sie ihm das damals neue Programm "Der andere Theodorakis" vor. Gerhard Folkerts: "Das war mein letzter Besuch in seinem Hause. Die Pandemie verhinderte in der Folgezeit weitere Begegnungen. Die Trauer um den Tod dieser Jahrhundertpersönlichkeit hat die Menschen Europas, Amerikas und Australiens aufs Tiefste erfasst. Meine Frau und ich verlieren einen Freund, dessen Herzlichkeit und Offenheit unvergesslich bleiben". (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH


 

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