Tschüss, Wim!

Beliebter Schauspieler des Theaters Wedel Wilhelmus J.A. "Wim" Remmers starb im Alter von 77 Jahren

in Kultur & Bildung, Top-News

Unzertrennlich: Wim Remmers und Carlo
1/2
Unzertrennlich: Wim Remmers und Carlo
So kannte man ihn: Wim Remmers (rechts) auf der Bühne des Theater Wedel
2/2
So kannte man ihn: Wim Remmers (rechts) auf der Bühne des Theaters Wedel

Sein Credo spiegelte seine Lebensklugheit wider und verrät auch viel darüber, warum ihn jeder sympathisch fand, der ihn ein bisschen kannte:  "Jeder sollte positiv denken, neugierig sein, ob als junger Mensch oder im Alter. Man sollte nie aufgeben, sich neue Ziele setzen und fröhlich durch die Welt gehen, denn Miesepeter gibt es genug und die will niemand um sich haben, egal, ob beim Theater, beim Film oder im Leben". Das sind Worte von Wilhelmus J.A. Remmers, den jeder nur "Wim" nannte. Bekannt war er den Wedelerinnen und Wedelern von der Bühne des Theaters Wedel, dessen Ensemble er Jahre angehörte. Jetzt starb der gebürtige Holländer im Alter von 77 Jahren.

Remmers gehörte zum Urgestein des Theaters. Bereits mit dem legendären Theater-Gründer und langjährigen Intendanten Andy Neil arbeitete Wim zusammen, um das Publikum gut zu unterhalten und vielleicht auch den einen oder anderen Stupser zum Nachdenken zu geben. "Und ewig rauschen die Gelder", "Mein Freund Harvey", "Nathan der Weise" waren nur einige der Stücke, mit denen der herzliche, freundliche und immer positive Wim die Theaterfans begeisterte. Besondere Freude bereitete ihm, im Kindertheater mitzuwirken. "Das ist zu schön, vor all den vielen Kindern zu stehen und zu erleben, wie sie begeistert mitgehen. Etwas Schöneres kann es als Darsteller kaum geben", sagte er einmal.

Geboren wurde Wim in Groningen. Nach einigen Umwegen verschlug es den Textikaufmann, der auch lange als Handelsvertreter für Strickwolle arbeitete, nach Wedel. In der Theater-Truppe um Andy Neil fühlte er sich schnell wohl. Und wenn man ihn nicht auf der Bühne sah, dann oft beim Spazierengehen mit "Carlo", seinem reinrassigen niederländischen Kooikerhondje.

All das ist jetzt vorbei. Aber Wim ist trotzdem auf eine Art unsterblich. Denn auch in vielen Werbefilmen und TV-Produktionen schauspielerte Wim mit. Im "Tatort", im "Großstadtrevier" und "Die Kanzlei" übernahm er als Komparse kleine Rollen. Und wenn der NDR mal wieder seine Dokumentation über die Entstehung des Hamburger Hafens wiederholt und einem der Mann bekannt vorkommt, der mit einer Ziege am Seil durch eine mittelalterliche Stadt läuft, dann ist das der  freundliche Herr, der in Wedel seine Liebe zur Schauspielerei entdeckte.

Tschüss, Wim, und danke für viele schöne Stunden.  (Wolf-Robert Danehl/Jörg Frenzel, kommunikateam, 25. 5. 2021)

Mit freundlicher Unterstützung von...