UNESCO-Auszeichnung: Wedel ist Vorbild für Nachhaltigkeit

Bundesministerium für Bildung und Forschung und Deutsche UNESCO-Kommission zeichnen herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung aus

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Dr. Catrin Hannken, Leiterin Referat Bildung in Regionen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Bundesministerium für Bildung und Minister a.D. Walter Hirche Internationaler Berater der Nationalen Plattform BNE und Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission gratulierten der Wedeler Klimaschutzmanagerin Simone Zippel, die die Auszeichnung in Vertretung für Bürgermeister Niels Schmidt und im Namen aller Beteiligten der Wedeler BNE-Infrastruktur in Berlin entgegennahm. Foto: Deutsche UNESCO-Kommission
Dr. Catrin Hannken, Leiterin Referat Bildung in Regionen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Bundesministerium für…

Die UNESCO hat die Stadt Wedel als herausragendes Beispiel für gut vernetzte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet. Als eine von deutschlandweit 9 Kommunen wurde die Rolandstadt am Mittwoch, 20. November, in Berlin gewürdigt. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Wedel, Simone Zippel, nahm die Auszeichnung stellvertretend für die vielen im Netzwerk arbeitenden Institutionen, Parteien, Einrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen entgegen. Der Wedeler Bürgermeister Niels Schmidt freute sich über die Auszeichnung und bedankte sich bei allen Beteiligten: „Wedel ist stolz auf dieses Auszeichnung. Und Wedel ist stolz auf alle, die durch Ihren zum Teil schon jahrelangen Einsatz im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung, zur Stärkung dieses engen Netzwerkes in unserer Stadt beigetragen haben. Wir sind sehr froh, dass durch diese außergewöhnlich intensive Zusammenarbeit von Politik, öffentlichen und privaten Einrichtungen, der Wirtschaft sowie Initiativen und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern eine beeindruckende BNE-Infrastruktur geschaffen werden konnte, auf die weiter aufgebaut werden kann.“

Unter dem Motto „Ausgezeichnet“ prämierten Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) Prof. Dr. Maria Böhmer insgesamt 55 Lernorte, 36 Netzwerke und 9 Kommunen für ihr herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung am 20. November in Berlin. Zu den neun ausgezeichneten Kommunen gehören neben der Rolandstadt unter anderem auch Wedels Nachbarstadt Hamburg, sowie München und Heidelberg.

In ihrem Statement zur Auszeichnung würdigte auch die Jury den breiten gesellschaftlichen Zusammenhalt in Wedel bei diesem Projekt:

„In der Stadt Wedel existiert eine lebendige und starke Bildungslandschaft, die auf einer gemeinsamen, politisch beschlossenen „Agenda für Bildung“ fußt. Seit 2014 verfügt die Stadt über ein Integriertes Klimaschutzkonzept, das konkrete Maßnahmen enthält, um globale Herausforderungen auch auf lokaler Ebene anzugehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird hierbei als wertvolles Instrument angesehen, das Menschen befähigt, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. In vorbildlicher Weise stärkt die Kommune über städtische Kooperationsprojekte mit Kindertagesstätten, formalen- und non-formalen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft die Kompetenzen bei Lehrenden, Multiplikatoren sowie auch Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Die Jury würdigt das herausragende Engagement der Stadt Wedel, Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Stadtgesellschaft und -verwaltung zu verankern.“

Zu den Einrichtungen, Initiativen und Institutionen, die die Wedeler BNE-Infrastruktur bilden, gehören, neben weiteren, die politischen Parteien, der Regionalpark Wedeler Au e.V., der Klimaschutzfonds Wedel, die Initiative „Wedel im Wandel“, das Sheetkladde-Projekt, die Streuobstwiese Wedel, die Wedeler Kindertagesstätten im „Klimafrösche“ Projekt, die Wedeler Schulen, die in dem „Klimapartner für Wedel“-Projekt verbundenen Wedeler Unternehmen, der NaBU, die Mandelzweig Projekthilfe, die Familienbildung Wedel, der Türkische Elternbund Wedel und zahlreiche Einzelpersonen. Die Stadt Wedel selbst bringt folgende Einrichtungen mit ein: Den Fachbereich „Bauen und Umwelt“, den Fachdienst „Bildung, Kultur und Sport“, das Klimaschutzmanagement mit den Projekten „Klimafrösche“, „WIR - Wedel ist regional“ und „Klimapartner für Wedel“, die Volkshochschule, die Stadtbücherei, das Stadtmuseum, den Bauhof, die Hausmeister, die Gleichstellungsbeauftragte, die Umwelt-, Jugend- und Seniorenbeiräte und  das Wedeler Kinderparlament.     

Hintergrund BNE/UNESCO-Weltaktionsprogramm:

BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015–2019) ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Deutschland beteiligt sich mit dem Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, der im Juni 2017 von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet wurde.

Seit 2016 zeichnen das BMBF und die DUK im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung einmal im Jahr Bildungsinitiativen aus. Die Auswahl trifft eine Jury bestehend aus Mitgliedern der Nationalen Plattform BNE sowie Vertretern des BMBF, der Freien Universität Berlin und der DUK.

Neben Lerninhalt, Methoden und Lernprozessen richten die ausgezeichneten Akteure ihr gesamtes Handeln auf BNE aus. Sie orientieren auch die eigene Bewirtschaftung an Prinzipien der Nachhaltigkeit. Somit tragen sie dazu bei, BNE strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern. Als offizieller Beitrag zum Weltaktionsprogramm stellen sie sich ab sofort auf der Internetseite des BNE-Portals vor und profitieren vom Austausch mit anderen Akteuren in einem breiten Wissens- und Praxisnetzwerk. Darüber hinaus stehen die Freie Universität Berlin und die DUK den Initiativen bei Fragen zu der Weiterentwicklung beratend zur Seite. (21. November 2019, Stadt Wedel/Kamin)

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