VHS-Reihe: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Vortrag von Dr. Arno Schöppe bildet am 12. November den Auftakt der Projektwochen

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Die Broschüre, in der die insgesamt 12 Veranstaltungen der VHS-Reihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zusammengefasst sind, liegt zum Beispiel an der Volkshochschule Wedel oder im Wedeler Rathaus aus. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Die Broschüre, in der die insgesamt 12 Veranstaltungen der VHS-Reihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zusammengefasst sind, liegt zum Beispiel an der Volkshochschule Wedel oder im Wedeler Rathaus aus. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Musik, Sprache, bildende Künste, Kultur und Geschichte – jüdisches Leben hat seit 1700 Jahren das Leben in dem Raum mitgeprägt, der heute Deutschland heißt. Die Volkshochschule Wedel widmet dem Thema im Festjahr 2021/2022 von November bis Februar die aufwändige Veranstaltungsreihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Exkursionen, Vorträge, Konzerte und Sprachkurse sollen Teilnehmende informieren und neugierig machen. Inhaltlich ist neben der historischen Entwicklung jüdischen Lebens in Deutschland oder der Frage was es heute bedeutet Jude oder Jüdin in Deutschland zu sein natürlich auch der Holocaust und seine Auswirkungen für die jüdischen Gemeinden in Deutschland immer wieder Thema der Veranstaltungen. Auch der Staat Israel als direkte Folge und Neubeginn nach der der systematischen Deportation und Ermordung von Juden durch das Deutsche Reich wird Thema sein. 

Eine Broschüre, in der die insgesamt 12 Veranstaltungen zusammengefasst sind, liegt zum Beispiel an der Volkshochschule Wedel oder im Wedeler Rathaus aus (und steht hier zum Herunterladen bereit).

 

Die Termine im Überblick

Für alle Veranstaltungen ist eine schriftliche Anmeldung zum Beispiel per E-Mail an info(at)vhs.wedel.de notwendig. Es gelten die jeweils zum Veranstaltungstermin gültigen Corona-Bestimmungen.

 

 

12.11.2021 (Freitag), 19:00 bis 20:30 Uhr; VHS-Haus, R. 2, ABC-Straße 3

Jüdisches Leben in Wedel - eine Leerstelle?

Vortrag: Dr. Arno Schöppe

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Auftaktveranstaltung für die Projektwochen „Fragen an jüdisches Leben in Deutschland“. Der Philosoph und Historiker Dr. Arno Schöppe berichtet über Spuren jüdischen Lebens, jüdischer Schicksale und die Widersetzlichkeit "arischer Volksgenossen" in Wedel, einer holsteinischen Kleinstadt ohne eigene Synagogengemeinde.

Kosten: Gebührenfrei, Anmeldung erforderlich. Kursnummer: 212-7571

 

14.11.2021 (Sonntag), 11.00 bis 13.30 Uhr,
Treffpunkt: Kunsthalle Hamburg vor dem Hubertus Wald Forum, Glockengießerwall

Wege jüdischer Künstlerinnen und Künstler 1933-1945 - Rundgang in Hamburg

Begleitung: Michael Grill

Die Teilnehmenden folgen den Spuren von Künstlerinnen und Künstlern, die für die Kunstentwicklung Hamburgs einen prägenden Eindruck und Stil hinterließen. Heute sind sie leider weitgehend unbekannt. Ihre Werke wurden entfernt und sie waren Berufsverbot und Verfolgung ausgesetzt. (Anmeldung: service(at)vhs-hamburg.de oder Tel. 040-428 414 284)

 

20.11.2021 (Sonnabend), 16:00 bis 18:00 Uhr, VHS-Haus, R. 2, ABC-Straße 3
„A Naye Geshikhte“ - Jiddische Kultur a cappella gesungen und erzählt

Michael Grill - Lesung und Moderation

Petra Frühling – A-Cappella Gesang und Moderation

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Der Abend verwebt selten gehörte, zum Teil durch Feldaufnahmen überlieferte jiddische Lieder und zeitgenössische Kompositionen mit jiddischer Literatur von Avrom Sutzkever, Kadya Molodowsky, Rokhl Korn sowie Autorinnen der jüdischen deutschen Kultur, wie Heinrich Heine und Rahel Varnhagen.

Gewidmet ist dieser Abend einer unglaublichen Vielfalt von Sichtweisen, Darstellungsarten und Themen in jiddischer Literatur und Liedgut, wie sie jüdisches Leben überliefern und sich dabei jeglichem Klischee entziehen.

Kosten: 10,00 EUR (Ermäßigung möglich), Kursnummer: 212-7573

 

28.11.2021 (Sonntag), 15:00 bis 18:00, VHS-Haus, R. 2, ABC-Straße 3

Schnupperkurs Jiddisch: Mehr als pleite, Chuzpe und meschugge
Dozent: Matthias Heilmann

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Wir sprechen Jiddisch, wenn wir Worte wie „pleite“, „Schlamassel“, „malochen“, „Chuzpe“ oder „meschugge“ verwenden. Diese sind fester Bestandteil der deutschen Alltagssprache. Jiddisch wurde bis zum 2. Weltkrieg von mehr als zehn Millionen Juden in aller Welt gesprochen. Auch heute noch ist es eine lebendige Kultursprache. Der Schnupperkurs möchte mit einer faszinierenden Sprache bekannt machen, die an Reichtum, Farbigkeit, Ausdrucksstärke und Wandlungsfähigkeit ihresgleichen sucht.

Kosten: 15,80 EUR (Ermäßigung möglich); Kursnummer: 212-7581

 

4.12.2021 (Sonnabend), 15:00 bis 16:30 Uhr

Führung durch die Hamburger Kunsthalle

Dozentin: Marion Koch

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Im Mittelpunkt dieser kunsthistorischen Führung stehen Werke in christlich-jüdisch religiösen Kontexten, aber auch Werke von Künstlerinnen und Künstlern jüdischer Glaubenstradition wie beispielsweise Max Liebermann, Gretchen Wohlwill oder Alma del Banco.

Treffpunkt ist um 14.45 Uhr am Haupteingang der Kunsthalle Hamburg, der Eintritt (Gruppentarif) wird direkt dort entrichtet.

Kosten: 8,00 EUR; Kursnummer: 212-7588

 

08.12.2021 (Mittwoch), 19.00 bis 20.30 Uhr; VHS-Haus, R. 2, ABC-Straße 3

Vortrag: Israel als Demokratie im Nahen Osten

Dozent: Thomas Frankenfeld /

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Seit seiner Gründung befindet sich der Staat Israel in einem Spannungsfeld. Der Vortrag beleuchtet historische und politische Zusammenhänge und zeigt, wie sich trotz wiederkehrender Krisen eine Demokratie entwickelt hat, in der die israelischen Bürger ihre Grundrechte wahrnehmen können.

Kosten: 8,00 €; Kurs-Nr. 212-7584

 

13.01.2022 (Donnerstag), 19:00 bis 21:00 Uhr; VHS-Haus, R. 2, ABC-Straße 3

Tacheles im Kino: Jüdischer Alltag auf der Leinwand

Eine Veranstaltung in Kooperation mit KiWI Dozent: Peter Jochimsen

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Nachdem der deutsche Nachkriegsfilm seine zwischen feige und verkrampft taumelnden Darstellungen der NS-Zeit und des Holocaust endlich überwunden hatte und zu einer ernsthaften Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit übergegangen war, folgte eine ganze Reihe von Filmen, die jüdische Schicksale und das Leben in der Diaspora historisch korrekt und einfühlsam abbildete, dabei aber mit Vorliebe Motive des frühen 20. Jahrhunderts bemühte und dabei gerne mal in die vermeintliche Romantik des ´Schtetl` abglitt. Das aktuelle jüdische Leben in seiner ganzen Alltäglichkeit und Selbstverständlichkeit abzubilden, als gewöhnlichen Bestandteil der deutschen Normalität, hat sich erst seit den 70er Jahren im deutschen Film, besonders aber in engagierten TV-Produktionen Bahn gebrochen.

Aus diesem filmischen Fundus zeigt KiWI eine Produktion über die gelebte Gegenwart jüdischer Bürger in der Mitte unserer Gesellschaft.

Aufgrund der Abstandsregelungen können maximal 12 Personen teilnehmen - die verbindliche Anmeldung per Mail ist unbedingt notwendig direkt bei KiWI: vorstand@kino-in-wedel.de

Kosten: 0,00 EUR; Kursnummer: 212-7589

 

15.01.2022 (Sonnabend), 12:30 bis 14:00 Uhr,
Führung Jüdisches Museum Rendsburg

Begleitung: Michael Grill

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Die älteste erhaltene Synagoge in Schleswig-Holstein ist zu einem der ersten Jüdischen Museen in Deutschland gestaltete worden. Neben der Geschichte dieses Synagogenbaus in Rendsburg, thematisiert die Ausstellung auch die Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein und der sogenannten Toleranzstädte wie Altona, Friedrichstadt und Rendsburg. 1700 Jahre Juden in Deutschland sind seit dem 16. Jahrhundert auch Teil der Schleswig-Holsteinischen Geschichte. Im Rahmen einer Führung und der Möglichkeit einer individuellen Annäherung besuchen wir dieses hochinteressante und wichtige Museum.

Treffpunkt: 10.10 Uhr vor dem Reisezentrum am Altonaer Bahnhof um den Gruppentarif des S-H Tickets nutzen zu können. Hin- und Rückfahrt ca. zwischen 9 und 12 Euro. Auch eine individuelle Anfahrt ist möglich. (Treffpunkt um 12.15 Uhr: Jüdisches Museum, Prinzessinstraße 7-8, 24786 Rendsburg).
Eine Anmeldung bei der VHS-Wedel mit Anreiseoption ist notwendig.

Kosten: 10,00 EUR; Kursnummer: 212-7586

 

21.01.2022 (Freitag), 15.00-17.30 Uhr; VHS-Haus, R. 5, ABC-Straße 3

Workshop: Umgang mit antisemitischen und rechtsextremen Narrativen

Dozenten: Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein

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Viele kennen das Problem: Mitten in einem Gespräch oder einer Diskussion kommt eine Aussage, die antisemitisch oder rassistisch ist. Dieser Workshop richtet sich an alle, die sich praktisch auf solche Situationen vorbereiten möchten - im privaten Kreis, im Verein, im Unterrichtskontext oder am Arbeitsplatz.

Gebührenfrei; Kurs-Nr. 212-7578

 

25.01.2022 (Dienstag), 09.50 bis 11.20 Uhr; Johann-Rist-Gymnasium Wedel

Jüdische Alltagserfahrungen 2021/22

Moderation: Thomas Frankenfeld, Referent: Walter J. Pannbacker, Vorstand der Liberalen Jüdischen Gemeinde Pinneberg

Details

In einem Gespräch zwischen Schülerinnen und Schülern aus Wedel und Vertretern der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Pinneberg möchten wir die Erfahrungen jüdischer Menschen im Alltag thematisieren. Uns interessiert, wie sie den gegenwärtigen Alltag wahrnehmen und ob es in den letzten Jahren zunehmend zu Konflikten mit nichtjüdischen Mitmenschen gekommen ist.

(Gebührenfrei); Kurs-Nr. 212-7690

 

30.01.2022 (Sonntag), 14.00 bis 16.30 Uhr,
Treffpunkt: Vor dem S-Bahneingang Sternschanze (Schanzenstraße)

Deportation Hamburger Juden - Rundgang in Hamburg

Dozent: Michael Grill

Hamburg war eine der Städte, in denen die Deportationen der Juden schon vor dem reichsweiten Beginn durchgeführt wurden. Diese Besonderheit bestimmt den Anfang des 2,5 stündigen Stadtganges. Wir besuchen Orte im Grindel, die zu Sammlungsstellen der jüdischen Bevölkerung auf dem Weg der Deportation wurden.

Anmeldung: service@vhs-hamburg.de oder Tel. 040-428 414 284

 

03.02.2022 (Donnerstag), 19.00 bis 20.30 Uhr, VHS-Haus, R. 5, ABC-Straße 3

Vortrag: Gabriel Riesser – Kämpfer für die Gleichstellung der Juden

Dozent: Michael Grill

Riesser (1806-63), Hamburger Jurist, Publizist, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, widmete sein Leben der bürgerlichen Gleichstellung der Juden in Deutschland. Er kämpfte gegen den Antisemitismus und war ein früher Verfechter des säkularen Staates, in dem Juden und Christen gleichberechtigt sein sollten.

 

Kosten: 8,00 €; Kurs-Nr. 221-7573

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