Von Lebenslust und Finsternis

Die Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ fand am Sonnabend, dem 14. November, in der Wedeler Steinberghalle statt. Am Abend vorher hielt die Welt den Atem an: Paris wurde von heimtückischen Terroranschlägen erschüttert. Es fiel nicht leicht, nach diesem schrecklichen Ereignis hineinzufinden in einen Konzertabend, der scheinbar geprägt ist von Leichtigkeit und lebensfrohen Gesängen.

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Der Schlussakkord. Foto PT
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Die Mitglieder von Elbtonal Percussion. Foto PT
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Liberi-Chor des Christianeums. Foto PT
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Piet Zorn(Tenor), Darlene Ann Dobisch(Sopran), Christian Oldenburg(Bariton) (v.l.). Foto PT

Hierzu richtete Monika Thöm, Vorsitzende des Fördervereins Kammerchor und Kammerorchester Wedel, nachdenkliche Begrüßungsworte an das Publikum: Im Mittelpunkt der "Carmina Burana" steht auf den ersten Blick Lebensfreude - Frühling, Liebe, deftige Kneipenszenen.

Aber über dem Ganzen steht als Symbol das Glücksrad der Fortuna, der "O Fortuna"-Chor als Rahmen und Leitmotiv : Das ewige Kreisen der Welt, die Hinfälligkeit des Menchen, die plötzliche Zerstörung unseres oft so sicher geglaubten Lebens. So verwiesen Chor, Orchester und Solisten auf die besondere Situation dieses Abends, gaben dem Publikum Raum zu individuellem Gedenken.

Vor ausverkaufter Steinberghalle ertönten mitreißende Rhythmen, ein exaktes Zusammenspiel aller: Die klar vorgetragenen Texte des Chores, das virtuose, klangvolle Orchester, die klaren Stimmen des Kinderchores und dies im Zusammenspiel der mit exzellenter Mimik vorgetragenen Arien der Solisten Piet Zorn, Christian Oldenburg und Darlene Ann Dobisch. Das war ein Ohren- und Augenschmaus!

Und dennoch ist nicht vergessen: "Nous sommes unis! Ensemble nous sommes forts!" (Wir sind eins! Zusammen sind wir stark!) (sh)

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