Von Pandemie und Poesie

Krönender Abschluss der Musiktage: Bundesjugendballett trat zum ersten Mal in Wedel auf

in Kultur & Bildung

Performance in Perfektion: das Bundesjugendballett in Wedel.
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Performance in Perfektion: das Bundesjugendballett in Wedel.
Poesie tänzerisch dargeboten
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Poesie tänzerisch dargeboten.
Vom Wedeler Publikum gefeiert: das Ensemble des Bundesjugendballetts.
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Vom Wedeler Publikum gefeiert: das Ensemble des Bundesjugendballetts.
Alles richtig gemacht: Musiktage-Intendant Matthias Dworzack und Sprecherin Isabella Vértes-Schütte.
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Alles richtig gemacht: Musiktage-Leiter Matthias Dworzack und Sprecherin Isabella Vértes-Schütte.

Einen krönenden Abschluss erhielten die diesjährigen Musiktage Wedel durch das Gastspiel des Bundesjugendballetts. Insgesamt acht Tänzer und Tänzerinnen sowie zwölf Musiker und Musikerinnen boten in zwei komplett ausverkauften Vorstellungen im Rist-Forum Performances in Perfektion auf. Besondere Prominenz am Rande: Isabella Vértes-Schütter, Intendantin des Ernst Deutsch Theaters, sprach die Texte zu den zehn Choreografien.

Sowohl das Publikum wie auch die Tänzer mussten hochkonzentriert bei der Sache sein. Themen wie „Weitermachen, auch wenn es schmerzt“, „Zerbrechlichkeit und Stärke“, „Die Zeit der Aufhebung des Alltags“ oder schlicht die zwischenmenschliche Kommunikation wurden von den Tänzern mit scheinbarer Leichtigkeit und stimmiger Harmonie dargestellt. In einer über eine Stunde dauernden Vorstellung breiteten die Künstler so tänzerisch vor den Zuschauern eine Art von Poesie aus, die mit Worten nur schwer auszudrücken ist.

Für die unter der Intendanz von John Neumeier geführte Compagnie war es eine Premiere, in Wedel aufzutreten. „ Wir sehen uns als Vermittler der Kunstform Tanz“, so der organisatorische Leiter der Gruppe, Yohan Stegli, im Gespräch mit Matthias Dworzack erklärend, „und befinden uns seit zehn Jahren auf einer Reise.“ Dabei seien sie schon an den verschiedensten Orten wie Kirchen, einem leeren Schwimmbad oder sogar in einer Strafvollzugsanstalt aufgetreten.

Das Konzept zu ihrem Auftritt in Wedel sei während der Pandemie entstanden und solle die Gefühle, Sehnsüchte und Ängste gerade junger, aber auch älterer Menschen mit bewegenden Tanzbildern zum Ausdruck bringen. Begleitet wurden die Choreografien der traumhaft tanzenden Truppe von zauberhafter Musik von Schubert, Debussy, Massenet und dem Ensemblemitglied Marshall McDaniel. Beeindruckend die musikalische Begleitung gleich zur zweiten Choreografie, die mit der Stimme Burak Dulus und dem Oud-Spiel Yahya Issas für Aufmerksamkeit bei den Besuchern sorgte.

Das Publikum war zufrieden und diskutierte zu zweit oder in kleinen Gruppen danach das Gesehene. Dworzack dankte zum Schluss ausdrücklich allen Beteiligten und wies darauf hin, dass solche Kunstdarbietungen vor Publikum ohne die Großzügigkeit von Sponsoren und die tatkräftige Hilfe von Unterstützern kaum möglich wäre. Ein erfolgreiches Ergebnis für alle Künstler, Organisatoren und Besucher, das Vorfreude auf die nächsten Musiktage 2022 macht. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 28.09.2021)

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