Wahr sind sie alle

Theatermann und Kult-Gastronom Hannes Grabau hat ein Buch über die Batavia geschrieben

in Kultur & Bildung, Top-News

Hannes Grabau ist zu Recht stolz auf sein Buch.
1/3
Hannes Grabau ist zu Recht stolz auf sein Buch.
Zeichnen kann Hannes auch
2/3
Zeichnen kann Hannes auch.
So sieht das Buch von außen aus
3/3
So sieht das Buch von außen aus.

80 Jahre und kein bisschen leise: So oder ähnlich könnte man in Anlehnung an das berühmte Chanson von Curd Jürgens auch den neuesten Geniestreich von Kult-Wirt und Theaterurgestein Hannes Grabau betiteln. Ein Buch über die Anfangszeiten der Batavia, das legendäre Theater- und Kneipenschiff. Sein Titel: Logbuch I – Die angenagelte Zunge.

Auf 204 Seiten erzählt Grabau skurrile Geschichten und abenteuerliche Possen über die ersten 15 Jahre der Batavia, die er im Eigenverlag zu Papier gebracht hat. Insgesamt 35 Storys über die ersten Liegeplätze und Erlebnisse, die Grabau und seine Vielzahl von Freunden und Begleitern auf dem ehemaligen Flusskanonenboot erlebten.

Die Geschichten lassen sich leicht lesen, da sie im Plauderton erzählt sind und so zur kurzweiligen Unterhaltung (oder auch als kleine Gute-Nacht-Geschichten) bestens taugen. Unterbrochen werden sie mit Bildern aus Grabaus umfangreichen Fotoarchiv und hübschen Illustrationen aus eigener Feder. „Alles, was in diesem Buch steckt, ist von mir persönlich“, stellt er voller Stolz fest.

Und was für Geschichten der Seemann und bekennender Ringelnatz-Fan Grabau den Leser auftischt: Da wird von fliegenden Brathähnchen, wilden Partys an Deck, angenagelten Zungen und dem Wedeler Heiratsmarkt erzählt und die 70er-Jahre leben noch einmal ganz neu auf. Dabei lernt der Leser originelle Typen und ausgefallene Gestalten kennen, die Grabau und die Batavia angezogen haben wie die besungenen Motten das Licht.

Da gibt es Kuddel Grabsch, der den Transport des Klaviers auf die Batavia per Beiboot über die Elbe organisiert. Oder Ali, den ersten Besucher an Bord am heutigen Liegeplatz in Wedel, der zu einem guten Freund wurde. Oder Freund und Faktotum Herbert, der Hannes immer hilfsbereit zur Seite stand und um eine ausgefallene Idee (oder Dummerhaftigkeit) nie verlegen war. Und, und, und …

Geschrieben habe er das Buch, so Grabaus Auskunft, für alle noch lebenden (und toten) Lebensgefährten, die zahlreichen Batavia-Fans und ungezählten Stammgäste der einzigartigen Institution im Wedeler Kulturleben. „Ich wollte diese wunderbaren Jahre und Geschichten einfach auch nicht in Vergessenheit geraten lassen“, meint er kurz nachdenkend im Gespräch.

Ob sich alle Geschichten genau so abgespielt haben, lässt er augenzwinkernd offen. Manchmal habe er aus dramaturgischen Gründen winzige Kleinigkeiten weggelassen, bemerkt er nebenbei. „Aber wahr sind die Geschichten alle“, betont er entschieden, aber mit süffisantem Lächeln.

Das Logbuch I endet mit einem Traumgedicht, in dem die Batavia von einem riesigen Ballon in die Höhe gehoben wird. Doch das kann das Ende noch nicht sein. Autor Grabau verspricht, dass es zu Weihnachten 2021 ein Logbuch II geben wird. Sein Titel steht auch schon fest: „Rums, da geht die Pfeife los“.

Darin sollen die Geschichten erzählt werden, die sich um die unzähligen Auftritte von Künstlern drehen, die im Laufe der vielen Jahre auf der Bühne der Batavia stattfanden. Wir freuen uns drauf und bleiben gespannt. (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 24.7.2021)

Mit freundlicher Unterstützung von...