Wir wollen Musik

Bravouröser Auftakt der Wedeler Musiktage 2021

in Kultur & Bildung

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Große Talente und ihr Förderer: Joanna Goranko (von links), Daniel Golod, Grigory Gruzman und Deren Wang.
Beherrscht ihr Instrument perfekt_ Joanna Goranko
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Beherrscht ihr Instrument perfekt: Joanna Goranko. Fotos: Ulrich Bohling
Voller Stolz über gelungenen Musiktage-Auftakt_Matthias Dworzack (links) und Pianist Deren Wang
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Voller Stolz über gelungenen Musiktage-Auftakt: Matthias Dworzack (links) und Pianist Deren Wang.
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Alles richtig gemacht: Vielfalt, Profession und Internationalität waren die Parameter, die das Team um den künstlerischen Leiter Matthias Dworzack als Messlattenhöhe aufgerufen hatte. Und mit den Besten der Besten seiner Musikklasse in Weimar brachte Pianist und Professor Grigory Gruzman genau die richtigen Nachwuchskünstler nach Wedel, die diese Ansprüche voll erfüllten. Die Polin Joanna Goranko, der Israeli Daniel Golod und der Japaner Deren Wang machten mit ihrem professionellen Können den ersten Abend der Wedeler Musiktage zu einem glänzenden Ereignis und stellten mit Schubert und Chopin sowie Brahms, Diabelli und Moszkowski die Zuhörer mehr als zufrieden.

Ganz gleich was ihr macht: Wir wollen Musik! Dies, so Dworzack in seiner Begrüßung, sei der vielfach geäußerte Wunsch der Sponsoren gewesen, die das Event in diesem Jahr tat- und zahlkräftig unterstützten. Und aus dem Wunsch wurde Wirklichkeit: Die Karten für das vielfältig ausgelegte Programm waren bereits ausverkauft, bevor die Werbung noch richtig loslegen konnte.

In gewohnt humorvoller und souveräner Art leitet Gruzman den Abend mit einigen Anekdoten über die dargebotenen Komponisten und kenntnisreichen Einsichten in die Musikgeschichte ein, bevor das Publikum dem hochkonzentriert und absolut hingebungsvoll spielenden Wang dabei zusehen und -hören konnte, wie dieser bei Franz Schuberts Klaviersonate in c-Moll quasi mit seinem Instrument verschmolz. Nach diesen teils sehr ernsten Tönen setzte sich Gruzman an den zweiten Flügel und spielte mit Wang Moritz Moszkowskis („ein noch zu entdeckender Komponist“) dessen "Fünf spanische Tänze".

„Wer selbst Klavier spielt, weiß, welche Könnerschaft hinter der gezeigten Leistung steckt“, kommentierte Frederik Klein in der Pause das bisher Gehörte. Weiter ging es danach mit Chopins Klaviersonate Nr. 2 Opus 35, die Daniel Golod ebenfalls mit viel Körpereinsatz und Konzentration darbot. Er nahm das Publikum mit auf eine Achterbahnfahrt der Musik, deren Spiel sich mal langsam in Höhen hochschraubte, um dann nach kleiner, zarter Pause mit Karacho in die Tiefe zu schießen. Die für Chopin so typischen Phasen von rasendem Tempo und kontemplativer Ruhe absolvierte der 24-Jährige mit Bravour und Finesse.

Nach einer weiteren Pause übernahm Joanna Goranko das Instrument, um den Zuhörern Etüden, eine Nocturne und weitere kleine Stücke aus der Feder Fredéric Chopins vorzutragen. Elegisch-schön, teils wie vermeintlich achtlos hingeworfen gestaltete sie ihr Spiel für die Zuhörer. Mal meinte man, sie streichele die Tasten nur, um dann im nächsten Moment wie wild darauf einzupeitschen. Das Publikum war berührt und krönte den Applaus nach ihrem letzten Stück mit zahlreichen „Bravo“-Rufen.

Mit Gruzman spielte Goranko zum Abschluss noch „Vier kleine Walzer“ von Johannes Brahms. Ein herrlicher Konzertabend, dem hoffentlich noch viele weitere folgen.  (Ulrich Bohling/kommunikateam GmbH, 13.9.2021)

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