27. Januar: Wedel gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Vortrag, Texte und Musik in der Stadtbücherei ab 18 Uhr.

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Mit Musik und Texten wird am 27. Januar in der Stadtbücherei Wedel an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Mit Musik und Texten wird am 27. Januar in der Stadtbücherei Wedel an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Am Freitag, 27. Januar, dem bundesweiten Tag zum Gedenken an die Opfer des NS-Staates, erinnern in der Stadtbücherei Wedel gleich zwei Veranstaltungen an die Verbrechen des Regimes der Nationalsozialisten und wie weit die menschenverachtenden Strukturen auch tief in den Alltag der Deutschen vorgedrungen waren. Eine dritte Veranstaltung findet am Gedenkstein an der Rissener Straße statt:

Um 17 Uhr beleuchtet der „Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit“ mit Gästen den Wedeler KZ-Gedenkstein, wie von der Gedenkstätte Wannseekonferenz erbeten. Wer kann sollte mit einem Windlicht oder einer entsprechenden Beleuchtung in die Rissener Straße kommen zum Gedenkstein unterhalb des Lidl-Parkplatzes. Das Motto: „Lichter gegen Dunkelheit“

Um 18 Uhr beginnt – organisiert vom Stadtarchiv Wedel – der Vortrag von Sven Hüber mit dem Titel „Unerwartete Antworten“ – Das vergessene Hinrichtungsopfer Albert Jacob und die Wedeler Lehrerin Margret Bechler (Details zu dieser Veranstaltung unter diesem Link).  

Um 19.30 Uhr folgt die gemeinsame Veranstaltung des „Arbeitskreises der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit“, der Amschler-Stiftung und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA, in der viele Opfer des NS-Regimes organisiert sind). Informationen zu dieser Veranstaltung finden Interessierte unter diesem Link.

 

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus:
„Wieso die Nazis Angst vor Pünktchen und Anton hatten“

27. Januar 2023, 19.30 Uhr, Stadtbücherei Wedel

Die Veranstaltung nimmt in diesem Jahr das Thema Zensur und Bücherverbrennungen in den Fokus. Schülerinnen und Schüler der Gebrüder-Humboldt-Schule und der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule werden mit ihren Beiträgen auf die Verbote von Literatur und Musik eingehen. Den musikalischen Rahmen gestaltet die Wedeler Jazz-Combo „Elbsound 5“. Das Grußwort wird in diesem Jahr die Vorsitzende der Amschler-Stiftung, Heidi Garling, sprechen. Irmgard Jasker vom Arbeitskreis wird in die Thematik einführen, Uta Amer über die Folgen der Verbote referieren und Dr. Achim Juse die Moderation übernehmen.

 

Die Ankündigung der Veranstaltenden im Wortlaut

Pressemitteilung zur Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2023

In diesem Jahr gibt es viele Anlässe, sich der dunklen Geschichte Deutschlands vor 90 Jahren zu erinnern:

  • Am 30. Januar 1933 ernennt Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler und überträgt ihm damit die Macht. „Deutschland ist erwacht!“ triumphiert Goebbels.
  • Am 1. Februar 1933 wird der Reichstag aufgelöst.
  • Am 4. Februar 1933 kommt die „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes“, die demokratische Rechte einschränkt.
  • Nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 startet eine Verhaftungswelle.
  • Am 23. März folgt das Ermächtigungsgesetz, das der Regierung freie Hand gibt.
  • Nach dem „Gleichschaltungsgesetz vom 31. März folgt der Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933.
  • Am 2. Mai werden die Gewerkschaften aufgelöst und am 10. Mai 1933 brennen die Bücher auf Scheiterhaufen in vielen deutschen Universitätsstädten.

Das alles gibt uns Anlass, uns der Geschichte zu erinnern und zu mahnen. Vor allem die Bücherverbote müssen uns zu denken geben, werden doch in diesen Tagen wieder Verbote von Büchern gefordert. Diesmal geht es um russische Literatur, Kunst und Kultur, ausgelöst durch den schrecklichen Krieg Russlands gegen die Ukraine.  Der Verbotsforderung wollen und dürfen wir nicht folgen. Unsere Verpflichtung zum Frieden gilt nach wie vor. Am 27. Januar gedenken und trauern wir um die Millionen Opfer des zweiten Weltkrieges, für den Deutschland maßgeblich verantwortlich war. Und wir wenden uns gegen die aktuellen Kriege aus der Erfahrung, dass Krieg die größte Katastrophe ist für die Menschen in den Kriegsgebieten und in Hinblick auf das Klima. Deshalb setzen wir uns weiterhin für die Aufnahme von Verhandlungen zwischen den jeweiligen Kriegsgegnern ein. Auch im Ukrainekrieg gilt es, alles zu unterlassen, was den Krieg verlängert und sich stattdessen für Verhandlungen und einen Waffenstillstand einzusetzen. Es gilt den Frieden zu gewinnen, nicht den Krieg. Unsere Veranstaltung soll in dem Sinne zum Nachdenken auffordern über die Anfänge von Konflikten und über die Eskalationsgefahr und zum Nachdenken über den Einsatz für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit.

Deshalb freuen wir uns ganz besonders über die engagierte Mitwirkung von Jugendlichen aus Wedeler Schulen. Großartig ist auch der Einsatz der Musiker der Gruppe Elbsound 5, die sich sehr mit der Zeit auseinandergesetzt haben und entsprechende Musik vortragen werden. Das Tolle Layout unserer Einladung verdanken wir wieder Heinz Brüggemann.

 

Hintergrund 27. Januar:
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Seit 1996 ist der 27. Januar in der Bundesrepublik der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag erinnert an die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden. Mehr Informationen zum Gedenktag und dessen Hintergründe hat die Bundeszentrale für politische Bildung unter diesem Link zusammengestellt

 

Letzte Änderung: 23.01.2023

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