50 Jahre Christuskirche!

Gottesdienst im Innenhof an frischer Luft mit Propst Drope am 30. Mai

in Leben in Wedel, Top-News

Sie laden zum Jubiläums-Gottesdienst herzlich ein: Corinna Haas (von links), Udo Zingelmann, Michael Thies und Renate Ott-Filenius vom Kirchengemeinderat der Christuskirche Schulau.
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Sie laden zum Jubiläums-Gottesdienst herzlich ein: Corinna Haas (von links), Udo Zingelmann, Michael Thies und Renate Ott-Filenius vom Kirchengemeinderat der Christuskirche Schulau.
Vor einem halben Jahrhundert geweiht: die Christuskirche.
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Vor einem halben Jahrhundert geweiht: die Christuskirche.
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Buntes Leben im Bauwerk: Die Kinderwochen sind regelmäßig ein Knüller der Kirchengemeinde.
Das Kulturprogramm der Kirchengemeinde erfüllt hohe Ansprüche - der (jetzt ehemalige) Kantor Hans-Bernhard Gericke legte den Grundstein für einen hervorragenden Ruf.
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Das Kulturprogramm der Kirchengemeinde erfüllt hohe Ansprüche. Der (jetzt ehemalige) Kantor Hans-Bernhard Gericke legte den Grundstein für einen hervorragenden Ruf.
Den Menschen gegenüber offen - der Käptn und der Roland symbolisierten beim Kirchentag in Hamburg die beiden Wedeler Gemeinden.
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Den Menschen gegenüber offen - der Käptn und der Roland symbolisierten beim Kirchentag in Hamburg die beiden Wedeler Gemeinden.
Auch ein Meilenstein aus 50 Jahren: die Einweihung der neuen Pastorate.
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Auch ein Meilenstein aus 50 Jahren: die Einweihung der neuen Pastorate.

Es ist zwar noch kein so richtig biblisches Alter, aber auch auf ein halbes Jahrhundert kann man schon mächtig stolz sein! Am Trinitatis-Sonntag vor 50 Jahren wurde die Christuskirche Schulau geweiht. Selbstverständlich wird dieses Ereignis trotz der Heimsuchung durch die Pandemie gefeiert. Bis zu 250 Gläubige werden am Sonntag, 30. Mai, um 10 Uhr im Innenhof des Kirchenzentrums an der Feldstraße erscheinen dürfen. Zum Festgottesdienst wird Propst Thomas Drope vorbeischauen. Zum Open-air-Kirchweih-Gottesdienst wird um Anmeldung unter Telefon 04103/918371 oder mail(at)christuskirche-schulau.de gebeten.

Wer kein Gottvertrauen in punkto "trockenes Wetter" besitzt, kann auch ein Video zur Veranstaltung herunterladen, auf jeden Fall sollte es zumindest ergänzend geguckt werden, allemal gehört das Treffen anderer Menschen in einer Kirchengemeinde doch wohl zu den schönsten und wichtigsten Dingen. Und für die Gäste haben sich die Aktiven einiges einfallen lassen. Es werden kleine Geburtstagstüten an die Besucherinnen und Besucher verteilt - was drin steckt, wird hier noch nicht verraten.

Es verspricht also ein besinnlicher, schöner Vormittag zu werden, auf den sich die Pastorinnen Maria von Bar und Corinna Haas, Pastor Udo Zingelmannn sowie Renate Ott-Filenius, Michael Thies und alle anderen guten Geister aus dem Kirchengemeinderat sehr freuen. Natürlich hatten sich alle Aktiven die "Geburtstagsparty" etwas anders vorgestellt, aber die ganz große Feier soll als "50 plus" im kommenden Jahr nachgeholt werden - und dann mit möglichst vielen der derzeit 4500 Gemeindeglieder und Gäste.

Vor 50 Jahren übrigens lag die Zahl der Kirchenmitglieder noch gut im fünfstelligen Bereich. Nach dem Krieg war Wedel stark gewachsen, hauptsächlich im Stadtteil Schulau, sodass 1965 das Kirchspiel Wedel der ehrwürdigen Kirche am Roland geteilt wurde und die Christuskirchengemeinde entstand. Dort an der Feldstraße gab es zwar ein Gemeindehaus, doch von Anfang an bestand der Plan, eine "richtige" Kirche zu bauen. Es wurde mehr, denn das Gebäudeensemble umfasst nicht nur einen Sakralbereich, sondern auch Büros, Räume für Zusammenkünfte und Wohnungen. Das alte Gemeindezentrum blieb als Haus exklusiv für die Jugend erhalten.

Nicht jedermanns Geschmack trafen die Entscheider damals mit dem Backstein-Gebäude, das dem ästhetischen Zeitgeist folgte, aber die kritischen Stimmen wurden mit der Zeit leiser, denn wichtig war eher das Leben der Gemeinde, und das ist seitdem vielfältig und wird mit großem Engagement gestaltet. Im Jugendhaus läuft weiterhin eine offene Arbeit, das Kicker-Team ist legendär. Kirchenmusik begeistert regelmäßig kulturell Interessierte, Senioren haben ihre Gruppen, eine Kinderwoche sorgt jährlich zuverlässig für beste Stimmung beim Nachwuchs und führt ihn übers Basteln und biblische Geschichten an die Frohe Botschaft heran.

Seit Pastor Peter Knuth Ende der 70er-Jahre aus Afrika nach Schulau kam, steht die Hilfe für Igumbilo und andere Gemeinden im tansanischen Makete-Distrikt weit oben an. Mit viel Herzblut werden dort Projekte gefördert, die den Afrikanerinnen und Afrikanern das Leben leichter und erfüllter gestalten sollen. Man besucht sich hin und her von Kontinent zu Kontinent.

Doch auch innerhalb Deutschlands ist man unterwegs. Prächtig wurde die Idee von Pastor Udo Zingelmann für eine Reisegruppe aufgenommen. Schnell waren Touren zu den Domen im Rheinland oder den Bach- und Luther-Wirkungsstätten im Osten ausgebucht. Eines der jüngsten Kinder der Gemeinde ist das "Repair Café", in dem sich Ehrenamtliche der Wegwerf-Gesellschaft entgegenstemmen und Gerätschaften aller Art reparieren.

Das sind Belege dafür, dass die Aktiven der Kirchengemeinde eigentlich mitten im Leben stehen und Sinnvolles tun. Aber warum gibt es denn dann den rapiden Schwund an Mitgliedern? Warum werden nicht mehr fünf Geistliche benötigt wie damals, sondern sind 2,5 Planstellen ausreichend?

Pastorin Haas sieht dafür vielschichtige Gründe. "Die Kirchlichkeit nimmt ab. Eine Volkskirche so wie früher gibt es nicht mehr", sagt sie. Oft habe das mit den Kirchensteuern zu tun. "Ich hatte mal ein Brautpaar, das sich bei mir herzlich für die Hochzeitsfeier bedankte - und 14 Tage später austrat", sagt sie. Insgesamt sei in der Gesellschaft zu beobachten, dass man sich nicht mehr so stark bindet. Sportvereine erlitten beispielsweise das gleiche Schicksal. Aber sie kann auch nachvollziehen, dass manche Aktivitäten der Kirchenoberen oder auch anderer Gemeinden für Irritationen und Unmut sorgen, zum Beispiel die Tatsache, dass Bischof Bedford-Strohm beim Besuch des Tempelberges in Jerusalem sein Kreuz abnahm. "Ich respektiere, dass andere Glaubensgemeinschaften bestimmte Regeln haben. Zum Beispiel würde ich mir selbstverständlich die Schuhe ausziehen, sobald ich eine Moschee betrete. Genauso selbstverständlich gehört das Kreuz aber zur christlichen Kirche. Ich hätte meins nicht abgenommen.", sagte die Pastorin. Manchmal sind die Gründe, mit denen sie konfrontiert wird, jedoch auch ziemlich skurril. "Es gab schon Leute, die den Papst als Austrittsgrund bei uns anführten. Das ist natürlich für uns Lutheraner nur schwer verständlich."

Doch trübe blickt die Gemeinde nicht in die Zukunft. Was Mut macht, ist, dass Menschen vielleicht nicht für regelmäßige, so doch für Projektarbeit gewonnen werden können. Und die Gemeinde geht intensiver auf ihre Schäfchen zu. Beispielsweise wurde ein Begrüßungsprogramm für alle Kirchenmitglieder gestartet, die von auswärts nach Schulau ziehen. Man freut sich, wenn man persönliche Beziehungen aufbauen kann.

Und wer jetzt auch mal in das Leben der Christuskirchengemeinde hineinschnuppern möchte, der sollte den Geburtstags-Gottesdienst am Sonntag nicht verpassen. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 27.5.2021)

 

 

 

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