Auf die Panamericana für einen guten Zweck

Wedeler Max vom Bruch und Nathalie Kolbatz verbinden Reiseabenteuer und Ökosponsering

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Max vom Bruch und Nathalie Kolbatz - für sie beginnt 2017 eine abenteuerliche, lange Reise

Sie sind jung, ziemlich ungebunden und brennen darauf, die Welt in möglichst vielen Facetten kennenzulernen: Max vom Bruch (29) und seine Frau Nathalie Kolbatz (28). Und es kommt noch besser: Das ökologische Bewusstsein ist stark ausgeprägt und der Wunsch, anderen zu helfen. Aus dieser Melange heraus brodelte ein nicht alltägliches Projekt. Max und Nathalie werden zwei Jahre lang auf (und ein bisschen neben) dem legendären Straßensystem "Panamericana" die Neue Welt erkunden und dabei möglichst noch viel Geld für die Umweltaktion "Viva con agua" einnehmen.

Max vom Bruch ist Immobilienverwalter, Nathalie Kolbatz ist Köchin. Kinder sind noch keine da, die Eltern müssen nicht gepflegt werden - wann, wenn nicht jetzt, ist der beste Zeitpunkt, noch einmal kräftig auszubrechen, bevor ein das deutsche Routine-Leben mit Vollkaskoversicherungen, GEZ-Gebühren und Kampf um Kindergartenplätze irgendwie doch erwischt? An Reisen hatten die beiden immer schon Spaß, und zwar nicht pauschal nach Malle oder All-Inclusive in einem Hotel an der türkischen Riviera, sondern mitten ins Leben bei den Locals, Konsum auf kleiner Flamme.

Jetzt soll es also der Pan-American Highway sein, zwar nicht von Alaska aus, doch "runter" bis Feuerland auf jeden Fall. "Der Gedankengang hin zu dieser Entscheidung ist beeinflusst worden von Idee, wie man eine solche Reise umweltschonender gestalten könnte. So geben wir unsere Wohnung auf, spenden, verschenken oder verkaufen alles an Besitz, was wir nicht bei Verwandten oder Freunden einlagern wollen, und sammeln eben Spenden für Viva con Agua", so Max vom Bruch. Dazu haben sich die beiden einen robusten Landrover gekauft, der nun zum Wohnmobil ausgebaut wird: Dachzelt und Doppel-Batterie, Innenausbau zum Schlafen, Kocher, 50-Liter-Wassertank mit Filteranlage. "Hotels reizen uns nicht, im Wagen ist es zwar klein, aber gemütlich."

Anfang März wird der Wagen nach Halifax in Kanada verschifft, New York und die US-Ostküste sollen die ersten Stationen sein. Bosten, Washington, New Orleans, Atlanta, "auf jeden Fall Nashville!" (Nathalie Kolbatz), Utah, San Francisco, Yosemite-Nationalpark, San Diego, Baja California... - das ist die Grobplanung für die drei Monate der Geltungsdauer des US-Visums. Wo und wie lange Aufenthalte sein werden, soll sich vorm Ort ergeben. "Und wenn irgendwas nicht passt, steigen wir halt in den Wagen und fahren ein paar Kilometer weiter."

Mexiko und von da aus Abstecher nach Kuba und Jamaica, Belize, Guatemala Honduras, Panama, Kolumbien, Venezuela, Argentinien, Brasilien, Chile - die Pässe der beiden werden nach der Rückkehr mit einer Stempel-Vielfalt gefüllt sein, die ihresgleichen sucht.

Über all ihre Erlebnisse werden Max und Nathalie berichten auf ihrer Internetseite, über Facebook und andere soziale Kanäle. Sponsoren werden da von den beiden beworben, um ein bisschen zum Spritgeld von der 4x4-Farm beizutragen und - viel wichtiger: Sie zahlen ähnlich wie bei Spendenläufen in deutschen (Grund-)Schulen wird Kilometergeld eingesammelt, das dann zu 100 Prozent an Viva con Agua fließt. Das ist eine Organisation, die 2006 vom ehemaligen St. Pauli-Profifußballer Benny Adrion auf Kuba gegründet wurde, als er bei einem Aufenthalt im Trainingslager feststellte, dass die Versorgung mit Trinkwasser nur über Flaschenwasser sichergestellt werden konnte. Daraufhin gründete er die Organisation, die durch Spenden finanziert, mit der Welthungerhilfe zusammen, in den Teilen der Welt wo es den Regierungen nicht möglich ist eine vernünftige Versorgung mit sauberem Trinkwasser herzustellen, Brunnen baut und Filteranlagen installiert. Diese Arbeit hat eine Reihe von positiven Effekten. Zum einen können die Menschen in ihren angestammten Gebieten wohnen bleiben und ziehen nicht in die Städte, wo sie in verseuchten und verdreckten Slums leben müssten. Durch das saubere Wasser wird ihnen erlaubt das Land zu bestellen, das verhindert weitere Verwüstung und wirkt sich somit positiv auf das Weltklima aus. "Abgesehen davon ist es unserer Meinung nach ein Menschenrecht, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben. Wenn wir mit unserer Spendensammelaktion auch nur ein bisschen – im Idealfall ein etwas mehr als ein bisschen – dazu beitragen können, Menschen dieses Recht zu gewähren, so ist dieser Planet ein bisschen besser geworden", sagen die beiden.

Wildnis ohne Notruftelefon, Menschen, denen vielleicht der gute Zweck der Reise egal ist, wenn sie einen Landrover gratis bekommen, dazu vielleicht noch die Reisekasse, Tropenkrankheiten - wird einem da niocht doch ein bisschen mulmig? Mac vom Bruch und Nathalie Kolbatz schütteln die Köpfe: "Wir waren in Australien, Argentinien, Montenegro, Marokko und sind oft in wilden Gegenden gelandet - und haben keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wir verlassen uns aufs Bauchgefühl - und hauen rechtzeitig ab, wenn uns mulmig wird."(Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 1.1.2017)

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