Brötchentüten gegen Gewalt an Frauen: Rekordspende zur 15. Auflage

Gleichstellungsbeauftragte wollen mit Informationskampagne Betroffenen helfen.

in Top-News, Leben in Wedel

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“: 3500 Euro Spendengelder kamen bisher in diesem Jahr für die 15. Auflage der…

Manchmal kann eine Brötchentüte einen Anstoß geben, um aus einem von Gewalterfahrungen geprägten Leben auszubrechen. Wie viele Frauen die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ der Bäcker-Innung Nord und den Gleichstellungsbeauftragten, Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen im Kreis Pinneberg als Impuls genutzt haben, um sich an das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen zu wenden, ist nicht bekannt. Aber es dürften inzwischen etliche gewesen sein, denn die Aktion läuft im Kreis Pinneberg in diesem Jahr bereits zum 15. Mal.  

Vielleicht auch weil das lange totgeschwiegene Thema nicht nur durch die #metoo-Debatte in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr Raum einnimmt, konnten die Organisatorinnen und Organisatoren der Aktion bei der Scheckübergabe im Wedeler Rathaus ein Rekordergebnis vermelden. 3.500 Euro sind diesmal zusammengekommen. Das gab das Organisationsteam um die Gleichstellungsbeauftragten und die Vertreter der Bäcker-Innung bekannt. „Nach wie vor ist jede dritte Frau – unabhängig von ihrem kulturellen und sozialen Hintergrund – mindestens einmal im Leben von physischer oder sexueller Gewalt betroffen. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Hilfsangebote immer wieder präsent zu machen, damit eine Frau die Hilfe sucht, auch schnell Unterstützung bekommt“, sagt Kathrin Nordmann vom Frauenhaus Wedel.  

Das Geld kommt den beiden Frauenberatungsstellen in Pinneberg und Elmshorn zu Gute und auch die drei Frauenhäuser in Wedel, Pinneberg und Elmshorn erhalten aus dem Spendentopf zu gleichen Teilen Geld für Therapieangebote für von Gewalt betroffene Frauen. Insgesamt 35 Sponsoren aus den Kommunen Wedel, Rellingen, Quickborn, Pinneberg, Elmshorn und Halstenbek hatten in diesem Jahr viele kleine Beträge, aber auch dreimal Summen von jeweils 500 Euro gespendet – traditionell stark engagiert sich hier die Schneider Vermögensverwaltung aus Wedel als einer der Großspender für die Aktion. Zum ersten Mal beteiligen sich die evangelische Stefanskirche in Schenefeld (Kollekte bereits in der Gesamtsumme enthalten, weil die Aktion am 11.11. stattgefunden hatte) und die kath. Pfarrei Hl. Martin mit den Gemeinden in Elmshorn, Uetersen, Wedel, Halstenbek, Pinneberg, Quickborn (Kollekte erst am 25. 11. und deshalb noch nicht in der Gesamtsumme enthalten) als Sponsoren. 

Die Gleichstellungsbeauftragten freuen sich über das Engagement der Gemeinden und sind froh über neue Kooperationspartnerinnen, die das Thema und die Aktion unterstützen und so die weitere wichtige Arbeit in diesem Bereich ermöglichen.

Natürlich kann auch weiterhin gespendet werden. Das Spendenkonto lautet: Gemeinde Rellingen, IBAN: DE 37 2219  1405  0002 3500 80, Verwendungszweck:  „Brötchentüte“

Auch in diesem Jahr verkaufen wieder Bäckereien ihre Backwaren in der Aktionswoche vom 19. bis 25. November und oft auch darüber hinaus in den speziell bedruckten Papiertüten. In Wedel beteiligen sich die Bäckerei Münsters und Bäckerei Hackradt schon traditionell an der Aktion. Auf den Tüten steht die bundesweite Telefonnummer: Hilfetelefon: 08000 116 016 (Infos auch unter www.hilfetelefon.de). Unter der Telefonnummer bietet das Hilfetelefon bundesweit und kostenlos 24 Stunden am Tag Hilfe für betroffene Frauen an. Dolmetscherinnen können in vielen Sprachen dazu geschaltet werden.

In diesem Jahr beteiligen sich 9 Innungsbäckereien, die Gleichstellungsbeauftragten, die Frauenberatungsstellen, die Frauenhäuser, KIK und viele Kooperationspartner aus dem Kreis Pinneberg bei der landesweiten Aktion. Auf den dazu verteilten Flyern finden sich darüber hinaus die wichtigen Telefonnummern im Kreis Pinneberg. Rund 20.000 Tüten sollen diesmal im Kreis Pinneberg verteilt werden.

Viele unterschiedliche Veranstaltungen begleiten die Brötchenverteilaktionen. So verteilte die Wedeler Gleichstellungsbeauftragte Magdalena Drexel mit Kathrin Nordmann, Ute Tautz und Astrid Knillmann vom Frauenhaus Wedel an einem Infostand vor der Post in der Bahnhofstraße am 22. November Brötchentüten mit Brötchen. Zusätzlich wehte auf dem Rathausplatz die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ von Terre des Femmes. (26.November 2018, Stadt Wedel/Kamin)

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