Büsche und Hecken: So läuft's mit dem Rückschnitt

Auf Vogelnester achten, um Tiere nicht zu stören. Bauhof ist seit Ende Juni im Heckenschneideeinsatz.

in Top-News, Leben in Wedel

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Ab sofort sind die Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Wedel wieder für den Heckenrückschnitt im Einsatz – auch in diesem Jahr…
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Für erhebliche Entlastung der Bauhof-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgt der Heckenschneider-Aufsatz für den…
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Der Heckenschneider zerkleinert den Grünschnitt so fein, dass dieser gleich vor Ort als Mulchmaterial für die Hecken…

Auch wenn das warme trockene Wetter das Wachstum von Büschen und Hecken gebremst hat, legen die Pflanzen nun nach. Doch beim notwendigen Rückschnitt von Hecken und Büschen müssen Grundstücksbesitzende sowie Gärtnerinnen und Gärtner ein paar Dinge beachten:

Welche Büsche und Hecken dürfen wann geschnitten werden?
Das Bundesnaturschutzgesetz enthält ein generelles Schnittverbot in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September. Diese Schutzzeit schützt Vögel vor übermäßigen Störungen, zum Beispiel durch die Zerstörung von Nestern und Nistmöglichkeiten. Zulässig sind in dieser Zeit aber schonende Form- oder Pflegeschnitte zur Beseitigung des jährlichen Zuwachses oder zur Gesunderhaltung. Dazu gehört auch der Heckenschnitt.

Auch in den Gehweg ragende Büsche oder Hecken dürfen und müssen in dieser Zeit gestutzt werden. Darauf weist das Ordnungsamt der Stadt Wedel hin. Dabei ist weiterhin zu beachten, dass auch das Lichtraumprofil, das heißt der Luftraum über dem Gehweg, mindestens 2,50 Meter und über der Fahrbahn mindestens 4,50 Meter betragen muss. Nur so können Radfahrer und Fußgänger sowie zugelassene Fahrzeuge problemlos die überwachsenen Bereiche unterqueren.

Was muss ich beim Rückschnitt beachten?
Bei der Ausführung der Rückschnitte ist der Artenschutz zwingend zu beachten. Zu den geschützten Arten gehören bei uns neben anderen Tieren wie Fledermäusen, Insekten und Amphibien unter anderem auch alle Vögel – und diese nisten gern in Hecken und Büschen. Sie dürfen bei der Fortpflanzung, Aufzucht- und Mauserzeit nicht gestört werden. Auf sie muss ganz besonders bei einem Heckenschnitt Rücksicht genommen werden.

Um sicher zu gehen, dass keine Störung erfolgt, darf nur geschnitten werden, wenn keine Vogelnester in der Hecke vorhanden sind, die aktuell benutzt werden. In der Regel findet das Brutgeschäft in der Zeit vom 1. April bis 15. Juli statt und ist damit etwas kürzer als die generelle Schutzzeit, die auch noch notwendige Ruhezeiten für andere Arten einschließt. Danach  sollte ein Heckenschnitt möglich sein. Eine Kontrolle auf Nester, besonders bei dichten Hecken, sollte vorsichtshalber dennoch erfolgen.

Ausführliche Informationen bietet auch das Informationsblatt der Stadt Wedel „Schnittzeiten und Artenschutz bei Gehölzen Was bedeutet das konkret?“ (Mit folgenden Suchbegriffen im Internet zu finden: „Schnittzeiten“, „Artenschutz“, „konkret“).  Empfehlenswert ist auch die Broschüre „Gesetzliche Grundlagen für Baum- und Heckenschnitt“ des BUND Schleswig-Holstein.“ (Mit folgenden Suchbegriffen im Internet zu finden: „Grundlagen“, „Heckenschnitt“, „Schleswig-Holstein“).

Der städtische Bauhof beginnt mit seinen Heckenschnittarbeiten stets ab dem Johannistag (in diesem Jahr 23. Juni), um den Schutz von nistenden Vögeln sicherzustellen. Ab diesem Jahr nutzt die Grünkolonne des Bauhofes dafür Akkubetriebene Heckenscheren, die weniger Lärm erzeugen und umweltschonender sind. Bürgerinnen und Bürger, die bereits auf den Rückschnitt der öffentlichen Hecken warten, werden gebeten, sich deshalb noch ein wenig zu gedulden.

Für eine erhebliche Arbeitserleichterung sorgt seit vergangenem Jahr der Heckenschneider für den Bauhoftraktor. Der Aufsatz ermöglicht den Grobschnitt von Hecken vom Fahrzeug aus. So muss anschließend nur noch von Bauhofmitarbeiterinnen oder -mitarbeitern mit geschultem Auge und geübter Hand der Feinschnitt mit der Akku-Heckenschere erfolgen. Die Investition hat sich auch deshalb gelohnt, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr so lange die Heckenscheren beim Schneiden tragen müssen und dicke Zweige oft bereits vom Fahrzeug beschnitten wurden – erfreuliche Folge: Weniger Personalausfall durch Krankheit bei der Grünkolonne des Wedeler Bauhofes. Weiterer praktischer Nebeneffekt, der Heckenschneideraufsatz zerkleinert die abgeschnittenen Zweige und Blätter gleich beim Schneiden. So muss der Grünschnitt nicht abgefahren werden sondern kann gleich vor Ort als Mulchmaterial für die Düngung der Hecke eingesetzt werden.      

Für Rückfragen zum Thema öffentliche Hecken steht der Bauhofleiter Benjamin Jensen unter 04103/ 81 80 40 zur Verfügung. (11. Juli 2019, Stadt Wedel/Kamin)

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