Das erste Jahr ohne "Blitz"

Julia Heilig spricht über schwere Zeiten - und die Hoffnung

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Dirk "Blitz" Heilig verstarb vor einem Jahr und hinterließ eine Frau und drei kleine Kinder.
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Dirk "Blitz" Heilig verstarb vor einem Jahr und hinterließ eine Frau und drei kleine Kinder.
In der Fantasie vereint - dieses Familienbild malte eine Freundin für Julia Heilig.
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In der Fantasie vereint - dieses Familienbild malte eine Freundin für Julia Heilig.

Hunderte von wedel.de-Leserinnen und Lesern zeigten im vergangenen Spätherbst ihr großes Herz. Sie nahmen Anteil am Schicksal von Dirk Heilig, genannt "Blitz", und seiner Familie, spendeten Geld. "Blitz" war nur Wochen nach einer Krebsdiagnose verstorben - unmittelbar, nachdem seine Frau Julia die Zwillinge Carla und Lena zur Welt brachte, die Schwesterchen des "großen" Bruders Felix, der jetzt drei Jahre alt ist. Über Nacht stand Julia Heilig vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens und vor zerplatzten Lebensträumen. Auf wedel.de erzählt sie von ihrem ersten Jahr ohne "Blitz".

"Zuerst möchte ich sagen, dass ich allen Menschen, die uns unterstützt haben, unendlich dankbar bin! Und diese Dankbarkeit wird nicht enden", sagte sie. Am liebsten hätte sie sich bei jedem Spender, jeder Spenderin persönlich bedankt, aber das sei beim besten Willen nicht möglich gewesen. Zu viel sei auf sie eingestürzt. "Ich freue mich, dass der Verein Kindesglück und Lebenskunst an meiner Seite stand. Ich weiß nicht, was ich ohne Dörte und Leena gemacht hätte." Dörthe Bräuner und Leena Molander sind die treibenden Kräfte in dem Verein.

Viel war zu organisieren und umzusteuern. Die letzten Pläne von" Blitz" und seiner Frau waren der Bau eines eigenen Heims - und auf einmal saß Julia mit drei Kindern allein in einer zu teuren Wohnung. Doch dieses Problem war schnell gelöst. Rehder Wohnungsbau besorgte eine große Neubauwohnung zum Sozialmietpreis. "Und mit Tiefgarage", stahlt Julia Heilig: "Ich liebe die Tiefgarage! Endlich muss ich beim Auspacken von Einkäufen und Kindern nicht mehr an der Straße auf vorbeiflitzende Autos achten."

Und was sie ebenfalls sehr, sehr schätzt und ihr kleiner Felix wahnsinnig liebt, das ist die AWO-Kita Traute Gothe. Der Steppke fühlt sich dort pudelwohl. Julia Heilig verrät, dass das insbesondere an den Männern in der Kita liegt. Die Erzieher Till, Jan und Patrick sowie Hausmeister Sven sind für den Lütten vielleicht ein kleines bisschen wie der Vater, der ihm so fehlt. "Doch natürlich kümmern sich auch die Erzieherinnen Mel und Kim und all die anderen so liebevoll um den Jungen und seine Schwesterchen. Ich bin dem ganzen Team so unendlich dankbar", sagt die Mutter. 

Julia Heilig hat Elternzeit genommen und widmet sich ganz den Kindern und dem Haushalt. "An eine Arbeitsstelle ist im Moment überhaupt noch nicht zu denken. Ich bin froh, wenn ich den Alltag schaffe." Natürlich brennt der Schicksalsschlag immer noch. Die Witwe versucht, die Ereignisse  zu verarbeiten. "Und wenn die Kinder im Bett sind, versuche ich, mit meiner Nähmaschine ein bisschen zu entspannen."

Sie nimmt die Hilfe von Freunden gern an, die wie eine Familie für sie sind. Aber Julia Heilig will keinesfalls dauerhaft lediglich Hausfrau und Mutter sein. "Ich werde arbeiten, und ich freue mich drauf!" sagt die Krankenschwester, die die Hoffnung hat, dass es schon im kommenden Jahr so weit sein könnte.

Was sie freut, ist, dass "Blitz" immer noch so sehr in der Erinnerung vieler Wedelerinnen und Wedeler bleibt. "Oft werde ich noch angesprochen und höre, ,Ja, bei mir hat er auch die Elektrik in der Küche gemacht'. Und neulich habe ich ein altes Postsparbuch von ihm gefunden und mir 75 Mark in Euro auszahlen lassen - und die Bankmitarbeiterin wusste auch gleich Bescheid. So etwas tut gut. Wenn man merkt, dass jemand nicht vergessen wird."

Und was ist Julia Heiligs Wunsch zu Weihnachten? "Ich wünsche mir meine Leichtigkeit wieder", sagt sie und fügt lächelnd hinzu: "und natürliuch, dass ich mal wieder eine Nacht durchschlafen kann." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 24.12.2020)   

 

   

 

 

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