Deutsche Sprache, schwere Sprache - aber nicht mit Dagmar Weber!

Lehrerin unterrichtet Kontingentflüchtlinge und andere Migrantinnen und Migranten in der "Villa"

in Leben in Wedel, Top-News

Gute Laune trotz "Büffelei": Azep (von links), Eden Dagmar Weber und Fatuma.
Gute Laune trotz "Büffelei": Azep (von links), Eden, Dagmar Weber und Fatuma.

Dagmar Weber könnte ihr Sabbat-Jahr vom Unterricht am Johann-Rist-Gymnasium auch anders genießen. Mehr Fahrrad fahren. Oder irgendwo die Ferne erkunden, am Pool faulenzen oder was man auch sonst so gern macht. Stattdessen arbeitet sie und gibt wieder Unterricht. Das macht sie sogar ohne Honorar. Doch eine andere Art Lohn ist ihr genug: Das Lächeln von Frauen, die Schreckliches durchgemacht haben. Dagmar Weber gibt Deutsch-"Nachhilfe" für Frauen, die in ihrer Heimat drangsaliert wurden und die hoffen, in Deutschland ein neues Leben aufbauen zu können. Und dabei hilft Dagmar Weber.

Zwei, drei Mal die Woche vertieft sie mit ihren Schützlingen die Kenntnisse, die sie im Integrations-Unterricht an der VHS erwerben. Sie engagiert sich für schutzbedürftige Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder aus Ägypten und Äthiopien, die das Land Schleswig-Holstein mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) im Rahmen des Landesaufnahmeprogramms ( LAP SH ) aufgenommen hat.

Fatuma und Eden aus Eritrea sowie Azep aus Äthiopien hatten sich von ihrer Heimat aus nach Ägypten durchgeschlagen. Hinter ihnen lagen Gefängnisaufenthalte aus fadenscheinigen Gründen oder weil sie nach Protesten ihrer Ehemänner in Sippenhaft genommen wurden. Krankenschwester Fatuma musste Zwangsarbeit fürs Militär leisten, ohne Bezahlung – bis sie von ihrer Großfamilie ausgelöst wurde und dann die Flucht ergreifen konnte. Einige kamen dabei auch nach Wedel.

Dagmar Weber ist dabei nicht nur fachlich-pädagogisch gut gerüstet. Durch ihre Arbeit an einer deutschen Schule in Ägypten ist ihr auch die Mentalität gut vertraut. Die Lehrerin bescheinigt allen Teilnehmerinnen viel Fleiß beim Grammatik büffeln und Vokabeln lernen - und ermutigt sie immer wieder, ihre Scheu vorm Sprechen zu überwinden. Das geht am besten beim Klönen in einem geschützten Raum. Das Ziel: Alle Teilnehmerinnen sollen die Tests zum Sprachniveau B1 bestehen, denn das bescheinigt potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gute Sprachkenntnisse der Absolventinnen. Und sie ziehen ein eindeutiges Fazit des Unterrichts: „Es macht Spaß!“ (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH,29.6.2022)

 

Letzte Änderung: 27.06.2022

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