DLRG Wedel mahnt Lehrschwimmbecken an

Auf der Jahreshauptversammlung berichtete Vorsitzender Philip Stockhusen über einen dramatischen Ausbildungsrückstand

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DLRG-Vorsitzender Philip Stockhusen beschrieb eine schwierige Schwimmausbildungssituation.
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DLRG-Vorsitzender Philip Stockhusen beschrieb eine schwierige Schwimmausbildungssituation.
Strahlende Gesichter bei den DLRG-Ausgezeichneten.
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Strahlende Gesichter bei den DLRG-Ausgezeichneten.

Sage und schreibe 200 Kinder stehen auf der Warteliste für einen Schwimmkursus bei der DLRG Wedel. Und das obwohl die Wedeler Lebensretter zusätzlich zur den normalen Ausbildungszeiten im vorigen und im laufenden Jahr mit Sonderlehrgängen in den Sommerferien 120 beziehungsweise 80 Kinder auf den Weg zum „Seepferdchen“ brachten. Die Wartezeit auf eine Teilnahme für (Noch-)Nichtschwimmer beträgt zwei Jahre. „Wir brauchen dringend mehr Wasserflächen für die Ausbildung“, sagte Vorsitzender Philip Stockhusen auf der Jahreshauptversammlung im Ernst-Barlach-Saal.

Nach seiner Erfahrung hätten Schulen immer größere Schwierigkeiten, Kindern während des Unterrichts die lebensrettenden Bewegungen beizubringen. Auch sei es in vielen Familien im Gegensatz zu früher nicht mehr so üblich, den Nachwuchs ans Schwimmen heranzuführen. „Wir stehen für die Ausbildung bereit. Aber wir benötigen ein Lehrschwimmbecken“, sagte der Vorsitzende. Die Lokalpolitiker Julia Fisauli (CDU), Gerrit Baars (SPD), Patrick Eichberger (Die Linke) und Stephan Koch (FDP), die als Gäste den DLRG-Aktiven zuvor Lob und Anerkennung gezollt hatten, hörten aufmerksam zu, als Stockhusen von „massiven Einbrüchen bei der Schwimmfähigkeit“ sprach.

Stockhusen freute sich noch über weitere Besucher. Die Freiwillige Feuerwehr war mit Phillip Heimann und Niklas Konetzny vertreten. „Das ist super! Die Feuerwehr ist hier immer gern gesehen. Auf gute Zusammenarbeit“, sagte er. In Richtung Stadt wünschte er sich, dass die DLRG mit der Feuerwehr in puncto Anerkennung als Zuständige für die Wasserrettung gleich gestellt wird. „Das bringt uns kein Geld, wäre aber eine Würdigung unseres Einsatzes.“

Insgesamt rund 40 Personen groß ist die Einsatztruppe der DLRG, die in den Sommermonaten am Strandbad Wache schiebt, mit Booten auf die Elbe hinausdüst, sobald Not am Mann oder an der Frau ist, und den Rettungsdienst unterstützt. In Beziehung zu mehr als 600 Mitgliedern insgesamt, ist diese Gruppe vergleichsweise klein und somit hoch belastet.

Doch neben der durchgehenden Einsatzbereitschaft leistet die DLRG noch mehr, auch wenn Kita-Projekte, die Sanitätsausbildung und die Jugendarbeit wegen der Pandemie etwas zurückgefahren werden mussten. Hervorragende Nachricht: Die DLRG Wedel organisiert nach der „Seuchen-Pause“ in diesem Jahr wieder vom 28. bis zum 30. Oktober den „Roland-Pokal“. Rund 500 Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer aus ganz Deutschland werden sich in der BADEBUCHT treffen, um sich beim Schwimmen mit und ohne Kleidung und in unterschiedlichen Stilen zu messen.

Ermöglicht werden die gesamten Aktionen durch engagierte Helferinnen und Helfer im Verein, durch Spender, durch die Lokalpolitik und die Stadtverwaltung. „Bei ihnen allen bedanken wir uns herzlich!“ sagte der Vorsitzende. Unterstützung wird weiterhin benötigt, denn die DLRG hat viel vor. Das Gerätehaus muss saniert werden, und ein neues Boot als Ersatz für die "Klaar Kimming" wird dringend benötigt  Derzeit ist die finanzielle Situation erträglich, durch diverse Sonder-Zuschüsse des Landes konnten rund 30.000 Euro in die Rücklage überwiesen werden, doch angesichts der anstehenden Investitionen ist die Summe überschaubar.

Außer der Wahl von Jannik Wahl zum Technischen Leiter Einsatz  standen Ehrungen und Auszeichnungen für besondere Leistungen an. Zehn Jahre halten der DLRG die Treue Lennart Lucas Vetter, Palle und Smilla Merker, Julius, Konstantin und Miriam Günter, Daniel Shenderov, Jutta Hensel, Peter Jenichen, Harald Straube, Valerija Serikbayev, Ole West, Charlotte Hergt, Fridolin Lorandt, Bettina Hohnhold, Josefine Becker, Felix Fricke und Tobias Fürhoff. Markus Sander wurde für 25 -jährige sowie Jutta Keil, Jochen Möller und Christoph Panitz für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt, Hanna Thormann ist 50 Jahre dabei, Werner Kollei und Bernd Wulf 60 und Hans-Peter Brunkhorst sogar 70 Jahre.

Verdienstabzeichen für großen Einsatz bekamen Clara Otte, Florian Rater und Christian Händel. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH.13.9.2022)

 

Letzte Änderung: 13.09.2022

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