Ende einer Kehra: „Munky“ Kaulvers‘ letzte Tour

Bauhof-Mitarbeiter fuhr 27 Jahre lang die Kehrmaschine in der Rolandstadt und will auch im Ruhestand seine Tatkraft für andere einsetzen.

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Hat nach fast 40 Jahren im Dienst der Stadt die letzte Fahrt auf der Wedeler Kehrmaschine absolviert: Burkhard „Munky“ Kaulvers. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Hat nach fast 40 Jahren im Dienst der Stadt die letzte Fahrt auf der Wedeler Kehrmaschine absolviert: Burkhard „Munky“…
Immer hoch konzentriert: Kaulvers beschreibt die Arbeit auf der Kehrmaschine so: „Der Kopf muss tanzen“. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Immer hoch konzentriert: Kaulvers beschreibt die Arbeit auf der Kehrmaschine so: „Der Kopf muss tanzen“. Foto: Stadt…
Kolleginnen und Kollegen und auch einige Passanten verabschiedeten sich von Kaulvers auf seiner letzten Tour vor dem Ruhestand. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Kolleginnen und Kollegen und auch einige Passanten verabschiedeten sich von Kaulvers auf seiner letzten Tour vor dem…
Die Bauhofkolleginnen und -kollegen hatten die Kehrmaschine für die letzte Munky-Tour geschmückt. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Die Bauhofkolleginnen und -kollegen hatten die Kehrmaschine für die letzte Munky-Tour geschmückt. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Kehrmaschinenfahrer haben ohnehin nicht selten eine stabile Fanbasis: Das leuchtende Orange der Maschine, das Lenkrad für die höhere Präzision auf der rechten – also der Fahrbahnrand nahen – Seite und dadurch auch immer einen kurzen Draht zu den Menschen auf dem Bürgersteig. Und wenn sie fertig sind, ist die Straße wieder von Unrat, Blütenstaub oder Blättern gesäubert. Das macht die Straßen der Straßen der Stadt nicht nur sauberer, sondern auch hübscher und sicherer. 

Dass sich trotz unvermeidbarer kleiner Verkehrsbehinderungen in Wedel besonders viele Menschen jeden Alters auf die Kehrmaschine freuen, liegt an ihm: Burkhard „Munky“ Kaulvers war 27 Jahre lang für Wedel der Mann auf der Kehrmaschine. „Der Kopf muss tanzen“, so beschrieb er das Fahren des Kehrmaschinen-Lkw, wenn es galt, die Bürste hart am Fahrbahnrand zu führen während er links und rechts auf den Verkehr, hinten auf überholende Radfahrer und vorn auf vom Kopfhörer abgelenkte Fußgänger achten musste.

Nach insgesamt fast 40 Jahren im Dienst der Stadt ist Bauhof-Mitarbeiter „Munky“ Kaulvers am vergangenen Freitag, 29. Mai, in die Ruhephase seiner Altersteilzeit eingetreten. Die letzte Tour, führte ihn auch noch einmal – dank Sondergenehmigung zur Säuberung auch der rechten Fahrbahnhälfte – in entgegengesetzter Fahrtrichtung durch die Bahnhofstraße.  Am Straßenrand jubelten ihm während dieser Fahrt – mit dem jeweils gebotenen Abstand – Kolleginnen und Kollegen vom Bauhof, der Stadtverwaltung, der Freiwilligen Feuerwehr Wedel und der Stadtentwässerung Wedel (SEW) zu. 

Auch Bürgermeister Niels Schmidt bedankte sich im Namen der Stadt Wedel bei Munky Kaulvers für den jahrzehntelangen Einsatz und wünschte dem 60-jährigen Wedeler viel Gesundheit für seinen Ruhestand. Kaulvers selbst bedankte sich zum Abschied für die Jahrelange gute Zusammenarbeit mit und den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen und den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wedel, in der er selbst lange aktiv war. Und wie so oft, war er auch an seinem letzten Arbeitstag einer der letzten auf dem Bauhof Betriebshof, weil er zuverlässig wie immer auch als letzte Amtshandlung „seine“ Kehrmaschine wieder tadellos vorbereitet hatte für den nächsten Einsatz – dann ohne ihn. 

Dass der Einsatz für seine Mitmenschen für Burkhard Kaulvers nicht nur Beruf, sondern auch Berufung war, zeigen seine Pläne für die Zeit nach seiner Kehra (Kehrmaschinen-Ära): So will der mehrfache Großvater im Ernst-Barlach-Museum mithelfen. Ich habe da mal mit einem Kollegen geholfen, die Figuren „Bettler“ und  „Engel“ aufzuhängen: „In die habe ich mich sofort verliebt. Und als das Team mich so toll aufgenommen hat, wusste ich, dass das eine richtig gute Sache ist“, verrät Kaulvers. Aber auch dem Lenkrad will er treu bleiben und als Fahrer Hilfstransporte ans Ziel in Südwest-Europa bringen – wenn die Coronakrise das wieder zulässt. „Fahrer werden immer gebraucht“, sagt er. Und solche wie Burkhard „Munky“ Kaulvers sowieso.

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