Feuerwehr weiter im Wandel

Wehrführer Michael Rein auf der Jahreshauptversammlung: neue Anforderungen, bekannte Schwierigkeiten und das Einfordern von Anerkennung

in Leben in Wedel, Freiwillige Feuerwehr

Michael Rein Niels Schmidt
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Weiter an der Spitze: Wehrführer Michael Rein wurde von Bürgermeister Niels Schmidt vereidigt.
OLM Peter Steinbach OLM Volker Tiede
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Ehrung für 40 Jahre: Peter Steinbach und Volker Tiede...
LM Roland Brandenburg, BM Hans-Rudolf Lefs, LM Martin Skowronek
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...für 50 Jahre: Roland Brandenburg, Hans-Rudolf Lefs, Martin Skowronek...
LM Michael Wegener, LM Knut Ahlers
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...für 20 Jahre: Michael Wegener und Knut Ahlers
LM Peter Möller-Nolting,	LM Thomas Mansen
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...für 30 Jahre: Peter Möller-Nolting und Thomas Mansen...
Angelika und Wilfried Peemöller sind die guten Geister der Teeküche.
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Dank an Angelika und Wilfried Peemöller - die guten Geister der Teeküche.
Michael rein Gastfeuerwehrmann Ralph Schmidt
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Gastfeuerwehrmann Ralph Schmidt hat viele Stunden seiner Freizeit für Dienstabende und Einsätze an seinem Arbeitsort Wedel…

War es schon die Klimakatastrophe oder nur mal ein heißer Sommer? Egal. Die Freiwillige Feuerwehr hatte mehrere Herausforderungen zu meistern. "Die Löschwasserversorgung ist in vielen Bereichen unseres Einsatzgebietes unzureichend, zugleich steigt mit den vermutlich immer heißer werdenden Sommern die Gefahr von Vegetationsbränden", analysierte Wehrführer Michael Rein in seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung. Er schob einen Bericht über einen Waldbrand am Eggernkamp nach. Seine Forderung: "Es müssen dringend an geeigneten Stellen Brunnen gebohrt werden."

Dieser Klartext wurde von den 78 anwesenden der insgesamt 101 aktiven Feuerwehrleute, unterstützt von den Ehrenabteilung, mit kräftigem Tischklopfen quittiert. Ebenso passierte dies beim Wunsch nach einer neuen Drehleiter, da die alte wegen technischer Macken unzuverlässig wurde und somit zur Gefahr für die Männer und Frauen der Wehr mutieren kann, die notfalls ihr Leben für ihre Mitmenschen aufs Spiel setzen müssen. Bürgermeister Niels Schmidt und Kommunalpolitiker aller Fraktionen hörten die deutlichen Worte.

Die Entscheidungsträger aus dem Rathaus befinden sich in der Bredouille. Die Stadt ist einerseits ziemlich pleite und andererseits kostet so eine Drehleiter – das wichtigste Fahrzeug im Fuhrpark – rund 750.000 Euro. Doch Bürgermeister Schmidt konnte beruhigen. Brandbekämpfung ist eine der Pflichtaufgaben der Stadt, man werde alle Hebel in Bewegung setzen, damit die Wehr auch in Zukunft  gut ausgestattet sei: "Egal wie dringend die Notwendigkeit zum Sparen ist: Ihr verdient immer eine professionelle Ausstattung.“ Die Drehleiter-Anschaffung befindet sich bereits im Investitionsplan.

In einem Atemzug dankte er den ehrenamtlichen Kräften, die im vorigen Jahr zu mehr als 320 Einsätzen gerufen wurden, herzlich für ihr Engagement. Und genau das ist es, was diese Männer und Frauen brauchen, die Kräfte und Freizeit "dem Nächsten zur Wehr" opfern. "Wertschätzung und Dank der Bürgerinnen und Bürger ist für uns der Treibstoff für kontinuierliche Leistungsbereitschaft", sagte der Wehrführer und: "Umso betroffener macht uns die Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften aller Art. Jener Typ Mensch, der glaubt, ein Recht auf nahezu unbeschränkte Handlungsfreiheit zu haben, lässt sich oft nur widerwillig und manchmal leider überhaupt nicht von den Sachzwängen eines Feuerwehreinsatzes überzeugen." 

Vor dieser Gemengelage war es für Wehrführer Michael Rein kein Selbstgänger zu entscheiden, ob er sich nach drei Amtszeiten noch einmal um diesen Posten bewerben sollte. "Bin ich schon zu alt für den Job? Habe ich genügend Kraft und Ideen für Neues? Was meinen die Mitglieder der Feuerwehr?" nannte Rein Fragen, die ihn im Vorfeld beschäftigten, die er jedoch für sich positiv beantworten konnte. Der Beschluss sei gestärkt worden durch die gute Zusammenarbeit "mit der Verwaltung und unserem Bürgermeister". Und der vereidigte ihn dann auch gleich zum vierten Mal.

Eine Erbsensuppe war die deftige Stärkung vor den Beförderungen und Auszeichnungen. Hier die Namen der Frauen und Männer, die durch Leistung, Lehrgänge und langjähriges Engagement ein dickes "Dankeschön" verdient haben:   

Übernahme aus der Jugendfeuerwehr Wedel in die Einsatzabteilung und Beförderung zum Feuerwehrmann

  • JFM Sebastian Abel
  • JFM Niklas Konetzny
  • JFM Tom Kuhlmann
  • JFM Paul Nütz
  • JFM Vincent Schütte

Aufnahme in die Feuerwehr Wedel und Beförderung zum Feuerwehrmann

  • ANW Philipp Heimann
  • ANW Niklas Winks
  • Aufnahme in die Feuerwehr Wedel
  • HFM Kai Krüll
  • LM Jan Struve

Beförderungen zur Oberfeuerwehrfrau / zum Oberfeuerwehrmann

  • FM Richard Angermeyer 
  • FM Lucas Hinz
  • FM Pascal Krebs
  • FF Marie Kühn
  • FF Susanne Lustig
  • FM Fabian Sanftleben
  • FM Jens Zwicker

Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann

  • OFM Jens Latza
  • OFM Volkmar Scholz
  • OFM Alexander Witt

Beförderung zum Löschmeister

  • HFM Andreas Löffler
  • HFM Cedric Uhlemann

20 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr

  • LM Knut Ahlers
  • LM Michael Wegener

30 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr

  • LM Peter Möller-Nolting
  • LM Thomas Mansen

40 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr

  • OLM Peter Steinbach
  • OLM Volker Tiede

50 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr

  • LM Roland Brandenburg
  • BM Hans-Rudolf Lefs
  • LM Martin Skowronek

Verleihung des Brandschutz-Ehrenzeichens in Silber für 25-jährige aktive Dienstzeit

  • LM Karsten Fligg
  • HBM*** Sven Mähl

Verleihung des Brandschutz-Ehrenzeichens in Gold für 40-jährige aktive Dienstzeit

  • OLM Peter Steinbach

Verleihung des Brandschutzehrenzeichens in Gold für 50-jährige aktive Dienstzeit

  • BM Hans-Rudolf Lefs

Verleihung des Deutschen Feuerwehr-Fitness-Abzeichens (dFFA)

  • Christopher Genz (Bronze)
  • Jens Benölken (Silber)
  • Matthias Schäfer (Silber)
  • Holger Koschek (Gold)
  • Sven Mähl (Gold)
  • Julian Malz (Gold)

Der stellvertretende Wehrführer Sven Mähl warf in seinem Schlusswort einen Blick nach vorn: "Immer noch aktuell ist, dass der Verwaltungsaufwand dieser Feuerwehr, die einem mittelständischen Unternehmen entspricht, stetig zu nimmt und durch die aufwachsende Bürokratie immer komplexer und für einen ehrenamtlichen Feuerwehrmann, der nicht aus der Verwaltung kommt, fast nicht mehr zu durchschauen ist. Ob all dieser exemplarisch aufgeführten, neuen Herausforderungen schauen wir erwartungsvoll auf die Veröffentlichung des externen und somit neutral erstellten Feuerwehrbedarfsplans." Er soll als Wegweiser für die Politik dienen. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, Holger Koschek/Freiwillige Feuerwehr, 16.2.2020)

Eine detaillierte Übersicht über die Einsätze des vergangenen Jahres sowie der komplette Jahresbericht stehen im Bereich Downloads bereit.

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