Hilfe für Rumänientransport durch Rotary Club Wedel

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Bernward Mezger (mit Mütze) organisiert das Abladen.
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Bernward Mezger (mit Mütze) organisiert das Abladen.
Randvoll mit Hilfsgütern sind stets die Lkw, die der Wedeler nach Rumänien fahrt.
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Randvoll mit Hilfsgütern sind stets die Lkw, die der Wedeler nach Rumänien fahrt.

Einen ganzen Sattelzug voller Hilfsgüter hat der Bernward Mezger aus dem Rotary Club Wedel im Juli nach Rumänien gefahren. Mitglieder des Rotary Club Wedel haben dazu knapp 1.700 Euro für Diesel und Maut beigesteuert und sich damit in ein Netzwerk der Hilfe eingebracht, in dem Unterstützer aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland, aus Mittelfranken und Oberösterreich zusammenarbeiten.

In Ciacova, Kreis Temeswar, konnten Medikamente und Medizinische Geräte für das dortige Facharztzentrum, Waschpulver für das Caritas-Altenheim sowie Saatgutbehälter für die Landwirtschaft der Caritas ausgeladen werden. Der größere Teil der Fracht ging allerdings nach Vaida im nordwestrumänischen Kreis Bihor. Hier wurden elektrisch verstellbare Pflegebetten an die örtliche Kirchengemeinde übergeben, die Hilfsbedürftige über alle ethnischen und konfessionellen Grenzen hinweg betreut.

Der katholische Seelsorger, der als Dekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg eingesetzt ist und in Wedel lebt, engagiert sich seit vielen Jahren in der Rumänienhilfe und wird dabei von anderen Rotariern unterstützt.

Zwar ist Dank der EU durch die Fortschritte im Straßenbau und offene Grenzen die Fahrt längst nicht mehr so strapaziös wie vor 25 Jahren. Die Fahrtroute war diesmal dennoch länger und anstrengender als gewöhnlich. Zunächst ging es am Montagvormittag, 13. Juli, in Oberhausen los, wo der LKW regelmäßig beladen wird. Am Nachmittag erster Halt in Dettelbach bei Würzburg, um ein paar Hundert Kilo Waschpulver aufzunehmen. An der Raststätte bei Passau war es dann am Abend Zeit für ein paar Stunden Schlaf, zum Schutz vor Corona natürlich im „Hotel Camione“, also im Führerhaus.

Am Dienstag ging es dann in aller Frühe weiter über malerische oberösterreichische Bergstraßen, die auch für einen geübten LKW-Fahrer gewisse Herausforderungen bereithalten, nach Lenzing bei Vöcklabruck, wo die Saatgutbehälter aufgeladen wurden. Mit der nun kompletten Ladung ging die Fahrt weiter über Linz, St. Pölten und Wien nach Ungarn, vorbei an Budapest und Szeged ins Banat, durch das die ungarisch-rumänische Grenze verläuft. Die Fahrt quer durch die Stadt Temeswar zur Abendzeit war unproblematisch, so dass der 40-Tonner um 21:30 Uhr Ortszeit (20:30 Uhr deutscher Zeit) auf den Hof der Caritas Ciacova rollte.

Am Mittwoch hieß es dann Abladen und kleinere Defekte am Fahrzeug beheben, sollte das Fahrzeug doch am Donnerstagmorgen um 5:00 Uhr wieder rollen. Vier Stunden Richtung Norden, durch Temeswar und Oradea (Groß Wardein) auf teils reparaturbedürftigen Landstraßen sind weder für Fahrer noch für das Material ein Geschenk. An der letzten Station in Vaida war glücklicherweise eine große Schar von Helfern bereit, um neben den Betten auch 500 Kartons mit Kleidung zu verstauen. Mit dem nun leeren Auflieger gab es an der rumänisch-ungarischen Grenze keine Probleme. Die vielen Ortsdurchfahrten und Landstraßenkilometer bis Budapest waren allerdings ermüdend. Wieder auf der Autobahn könnte man versucht sein, die vertraute Strecke „im Schlaf“ zu fahren – aber das verbietet sich von selbst. Schlafpausen gab es deswegen in Niederösterreich und in der Oberpfalz, bis schließlich der 17 Meter lange Lkw am Freitagmittag, 17. Juli, am Standort Oberhausen-Sterkrade rückwärts eingeparkt wurde. Hier wartet er auf neue Ladung, engagierte Helfer und spätestens zum Nikolaustag den nächsten Transport nach Rumänien. (Andrea Koehn/Rotary Club Wedel, 20.8.2020)

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