Hintergrund: So schützt Wedel sich bei Sturmfluten

Abgestimmter Notfallplan sorgt für Sicherheit von Menschen am Elbufer.

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Bei Hochwasser greift am Elbufer in Wedel ein Notfallplan. Foto: Stadt Wedel/Svenosen
Bei Hochwasser greift am Elbufer in Wedel ein Notfallplan. Foto: Stadt Wedel/Svenosen

Als Stadt am Fluss schützt die Stadt Wedel ihre Einwohnerinnen und Einwohner bei Hochwasser durch verschiedene Flutschutzbauwerke und eine ganze Reihe von Maßnahmen, die in einem „Alarm- und Einsatzplan Hochwasser“ festgelegt sind. Der Notfallplan gibt vor, bei welchem Wasserstand, welche Maßnahmen greifen. Dieser Hintergrund-Artikel zeigt, was hinter den Kulissen passiert, wenn es zu einer Sturmflut kommt. Zur Orientierung: Die Sturmflut vom Montag, 10. Februar 2020, erreichte ihren höchsten Punkt mit einer Höhe von etwa 2,70 Meter über dem Mittleren Tidehochwasser (MThw).

Die Ausgangslage: 

Das Gebiet der Stadt Wedel wird durch den Landesdeich und die davor bestehende  Hochwasserschutzanlage (HWS) im Bereich des Schulauer Hafens vor den Einwirkungen von Hochwasser und Sturmfluten geschützt. Die HWS schützt bei Wasserständen bis etwa 5,30 Meter, der Landesschutzdeich bis etwa 5,50 Meter über MThw, das entspricht ca. 7,30 bis 7,50 Meter über NN. Zum Landesschutzdeich gehört die Stöpe an der Schulauer Straße. Das Schließen der Stöpe wird von den Einsatzkräften regelmäßig trainiert: Video (Bitte beachten Sie: durch den Link verlassen sie die Seite  und wechseln zu YouTube. Dort gelten die Datenschutzstandards von YouTube)

Bei Gefahr von Hochwasser und Sturmflut aufgrund zu erwartender Wasserstände  von mehr als 2 Metern über MThw wird die Feuerwache Wedel telefonisch und per Fax  durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) unterrichtet. Die Feuerwache ist rund um die Uhr besetzt, sodass die Hinweise des BSH zuverlässig entgegengenommen werden können. Zusätzlich trägt die Einsatzleitung der Feuerwehr für die weitere Lagebeurteilung alle erforderlichen Daten zum Tidenverlauf, der Windstärke/-richtung, dem Pegelstand des Störsperrwerkes sowie die Wettermeldungen zusammen und aktualisiert sie laufend.

Der Landesbetrieb Küstenschutz ist bis zur Auslösung eines Katastrophenalarms zuständige Behörde für die Gefahrenabwehr am Landesdeich. Er kann im Einzelfall hinsichtlich des Schließens der Stöpe eine von den nachstehenden Einsatzregelungen abweichende Anordnung treffen.

In der Zeit vom 01.11. bis zum 31.03. schließt die Feuerwehr in der HWS-Anlage das Tor zum Hafengelände neben Schulauer Str. Nr. 2 und der Bauhof die Klapptafeln auf der Flutschutzmauer grundsätzlich. Bei Sturmfluten während dieses Zeitraumes überprüft die Feuerwehr, ob das Tor und die Klapptafeln ordnungsgemäß verschlossen sind.

 

Maßnahmen bei ungewöhnlich hohem Hochwasser:

  1. Erwartete Wasserstände von 2,0 Meter bis unter 3,5 Meter über MThw
  • Wenn nicht gerade Sturmflutsaison ist und die Anlagen ohnehin geschlossen sind schließen die Einsatzkräfte dann in der Hochwasserschutzanlage das Tor zum Hafengelände und die Klapptafeln auf der Flutschutzmauer.
  • Ab einer Höhe von 2,5 Metern über MThw werden die Deichgrafen vom Landesbetrieb Küstenschutz eingesetzt.

    2. Erwartete Wasserstände von mehr als 3,5 Meter über MThw 
     
  • Die Feuerwehr schließt alle Tore und Stöpen sowie falls erforderlich den Übergang zum Hakendamm mit Sandsäcken.
  •  Zuvor werden die Straßenzufahrten zur Hafenstraße (Höhe kleine Elbstraße), Parnaßstraße (an der Einmündung Rollberg), Schulauer Straße (Höhe Bekstraße und Höhe Schloßkamp), Deichstraße (an der Einmündung Schulauer Straße) und Schloßkamp (Höhe Roggenhof) gesperrt und die dafür eingerichteten Umleitungsschilder aufgeklappt.
  • Der Einsatzstab der Stadt Wedel in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr beobachtet die Lage genau und entscheidet gegebenenfalls über weitere Maßnahmen, um die Sicherheit von Anwohnern und Neugierigen zu gewährleisten.

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