Insektensterben: Was können wir tun?

Wedeler Kleingärtner setzen sich seit vielen Jahren für die Lebensräume von Insekten ein, um die lebendige Vielfalt zu erhalten. Rainer Zengel, langjähriges Mitglied im Schrebergarten-Verein Wedel e.V., gibt ein paar Tipps zum Erhalt der nützlichen Tiere auf dem Balkon und im Garten.

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Schmetterlinge mit ihren schillernden Farben, wie hier ein Diestelfalter, mögen besonders Schmetterlingsbäume und Flieder. Fotos: Wolf Danehl
Schmetterlinge mit ihren schillernden Farben, wie hier ein Diestelfalter, mögen besonders Schmetterlingsbäume und Flieder.…
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Rainer Zengel, Mitglied des Vorstandes des Schrebergarten-Vereins Wedel, hat in seinen Garten einen Teich mit buntem Randbewuchs angelegt. Hier summt und brummt es fast das ganze Jahr.
Rainer Zengel, Mitglied des Vorstandes des Schrebergarten-Vereins Wedel, hat in seinen Garten einen Teich mit buntem…
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Imker, wie hier am Klövensteen, versuchen seit Jahren die Honigbiene zu pflegen und geben auch immer gerne Tipps für interessierte Bürger.
Imker, wie hier am Klövensteen, versuchen seit Jahren die Honigbiene zu pflegen und geben auch immer gerne Tipps für…
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Zur Anschauung: Ein Insektenhotel mit festen Röhren, die für Insekten gut geeignet sind, aber auch mit lockeren Zweigen im unteren und oberen Bereich, die von Bienen und anderen Sechsbeinern nicht so angenommen werden.
Zur Anschauung: Ein Insektenhotel mit festen Röhren, die für Insekten gut geeignet sind, aber auch mit lockeren Zweigen im…
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Eine solche wilde Blumenwiese ist schön anzuschauen und bietet den Insekten Nahrung und Rückzugsfläche.
Eine solche wilde Blumenwiese ist schön anzuschauen und bietet den Insekten Nahrung und Rückzugsfläche., Eine solche wilde…
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Ein Teich mit Seerosen ist nicht nur eine wichtige Trinkquelle für viele Insekten, sondern bietet auch einen Lebensraum für Frösche und Ringelnattern.
Ein Teich mit Seerosen ist nicht nur eine wichtige Trinkquelle für viele Insekten, sondern bietet auch einen Lebensraum für…
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Das Insektensterben nimmt laut zahlreicher deutscher und internationaler Studien bedrohliche Formen an. Diese faszinierenden Lebewesen sind für Fauna und Flora und auch für den Menschen unverzichtbar. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Säugetieren, Amphibien und Vögeln.

Als Pflanzenbestäuber tragen sie zum Erhalt der Pflanzen bei, ohne die wir Menschen nicht überleben könnten. Insekten sorgen auch durch die Zersetzung von organischen Stoffen für eine Remineralisierung des Bodens und sind wichtige Nützlinge in der Land- und Forstwirtschaft, in dem sie unter anderem das Ausbreiten von Schädlingen als ökologische Alternative zu Pestiziden reduzieren können.

Rainer Zengel, Vorstandsmitglied des Schrebergarten-Vereins Wedel, informiert sich immer wieder über die neuesten Erkenntnisse des chemiefreien Pflanzenschutzes. Für ihn ist der Erhalt der vielen Nützlinge in seiner kleinen Oase im Corsland eine wichtige Aufgabe.

"Wir versuchen kontinuierlich ein Trachtenband, Blütenpflanzen aus denen Nektar zu holen ist, den Insekten zur Verfügung zu stellen. Das geht mit den Frühblühern, wie Krokussen, Schneeglöckchen und Narzissen los und endet zumeist mit Herbstastern, Kapuzinerkresse, Phloxsarten, Lavendel, wenn er nach der ersten Blüte zurückgeschnitten wird und zahlreichen robusten Kräutern und Wildblumen. Dann lieben es Insekten, wenn sie Kornblumen und Wiesensalbei dazwischen säen und meine Frau und ich haben Freude daran, wenn es blüht und genießen es, wenn es um uns herum summt und zwitschert", erklärt der begeisterte Hobbygärtner.

Angesichts der zunehmenden Trockenheit brauchen Insekten auch Trinkstellen. Eine Schale Wasser auf dem Balkon oder einen kleinen Teich nehmen sie gerne an. Als Hilfe können Steine im Gewässer und kleine Glasmurmeln dazu dienen, dass die Gliederfüßler auch wieder herauskommen, wenn sie hereinfallen.  

Wichtig sind auch Nisthilfen zum Beispiel für die Wildbienen. "Heutzutage kann man sogenannte Insektenhotels mit Anleitung für den Balkon oder Garten selbst bauen oder in fast jedem Baumarkt erwerben. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Hotels mit lockeren, losen Hölzern nicht angenommen werden. Sinnvoll sind auch Totholzecken im Garten, wo Hummeln, Fliegen, Käfer und auch Bienen sich ansiedeln können", erläutert der Experte.

Zum Insektensterben hat vor allem aber auch der übermäßige Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und auch im Garten geführt. Was der Blattlaus schadet, ist auch für deren Fressfeinde in der Nahrungskette zumeist gefährlich.

"Ich spritze die befallenen Pflanzenteile bei leichtem Befall lieber mit grüner Seife ab oder nehme Rapsöl mit Wasser vermengt im Verhältnis drei zu sieben. Ansonsten hilft es natürlich auch die Fressfeinde der Schädlinge, das sind zum Beispiel Marienkäferlarven, Florfliegen und Schlupfwespen einzusetzen und für sie gute Lebenbedingungen zu schaffen", rät Rainer Zengel.

Wer sich an diese Tipps hält, da ist sich der Naturfreund sicher, hilft mit, diese Spezies zu erhalten und fügt hinzu:  "Um so wichtiger ist es, diese städtischen Flächen für Kleingärten zu bewahren. Damit werden nicht nur Rückzugsgebiete für die so wichtigen Sechsbeiner bewahrt, sondern zugleich auch Oasen zur Erholung für die vielen lärm- und stressgeplagten Städter."  (Wolf-Robert Danehl, kommunikateam, 10.08.19)

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