Klimaschutzfonds: Corona-Einschränkungen helfen dem Klima

Der Tag der erneuerbaren Energien am 26. April wird in diesem Jahr von einem Rückgang der klimaschädlichen Emissionen gekennzeichnet sein, wie noch nie zuvor – und wir werden damit sogar die Klimaziele 2020 erreichen.

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Ein immer wieder wunderschönes Bild: ein Schmetterling genießt den Frühling - der Naturwird durch den Shutdown geholfen. Foto: Koehn/Klimaschutzfonds
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Ein immer wieder wunderschönes Bild: ein Schmetterling genießt den Frühling - der Naturwird durch den Shutdown geholfen.…
Klimaschutzfonds-Vorsitzender Michael Koehn ruft ins Bewusstsein, dass die Coronoa-Krise nicht nur schlechte Seiten hat.
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Klimaschutzfonds-Vorsitzender Michael Koehn ruft ins Bewusstsein, dass die Coronoa-Krise nicht nur schlechte Seiten hat.

Corona bedroht Gesundheit und Leben von Menschen, verbreitet Angst, es schränkt soziale Kontakte ein, trennt Familien, macht Lernen und Arbeiten schwieriger. Und manche fordern, Klimaschutz müsse „nachher“ hinter Gesundheit und Wirtschaft zurück treten. Nach dem Ende der Pandemie sollte schnell wieder zum „Business as unsual“ zurückgekehrt werden!

Aber, hat uns Corona nicht auch viel gelehrt?

Dass man nicht täglich einen Menschen mittels zwei Tonnen Auto nach Hamburg bewegen muss, um sich dort vor einem Computer zu setzen. Computer gibt es bei den meisten auch zu Hause, das hat in vielen Fällen ganz gut funktioniert.

Dass man nicht wöchentlich shoppen muss, um das 100ste T-Shirts zu kaufen – und es dann vielleicht ungenutzt im Altkleider-Container verschwinden zu lassen.

Dass man es auf Balkonien oft ebenso gut aushalten kann, wie am überfüllten Pool, dass ein Anruf im Restaurant nebenan den Bauch ebenso lecker füllt, wie das „all in“-Buffet und dass Zweisamkeit manchmal netter ist, als die Gemeinschaft von 5.000 Mitfahrern auf einem Kreuzfahrtschiff mit Flug-Anreise.

Und auch der zum „Tag der erneuerbaren Energien“ erklärte 26. April 1986 lehrt uns etwas: Nämlich, dass blinder Glaube an technische Lösungen in die Irre führet, dass der Blick offen sein muss, um die ganze Breite einer Aufgabe zu erkennen – und die lange zeitliche Agenda.

Der Wedeler Klimaschutzfonds wünscht sich –und ist zuversichtlich– dass vernünftige Menschen in dieser Krise verinnerlicht haben, dass es lohnt, Fachleuten zuzuhören und deren Vorschläge in politisches Handeln maßgeblich einfließen zu lassen. Dann werden wir –gemeinsam– sicherlich Wege finden, Wirtschaftswachstum zu generieren, indem wir zwar weniger Autos produzieren, aber mehr Dienstleistungen (und diese besser honorieren, z.B. Krankenschwestern oder Kassierern mehr bezahlen). Wir könnten Parkplätzen zu Parks machen, Verkehrs- zu  Erholungs-Flächen und Kindergärten zu Kinder-Gärten!

Wir können Wertschöpfung generieren, indem Lieferketten etwas kürzer gemacht werden – und auch der (reduzierte) Müll direkt in Deutschland verarbeitet wird. Apropos Müll: Auch eine x-fache Umhüllung mit unterschiedlichsten Plastiksorten hat unsere Gesundheit nicht vor Corona geschützt. Vielleicht lehrt uns das ja auch etwas?

Wenn wir in den politischen Entscheidungen die Erkenntnisse der Wissenschaftler (die ja schon seit vielen Jahren den Klimawandel aufzeigen) stärker als bisher einbeziehen, wird die Menschheit in der Lage sein, die Klimakrise aufzuhalten und unsere (Um-) Welt lebensfähig und lebenswert zu erhalten.

Wir sollten nicht zu lange zögern:  Bei einem weiteren, ungebremsten Klimawandel muss man damit rechnen, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung die Grundlage für ein menschliches Leben genommen werden wird. Corona hat uns gerade drastisch vor Augen geführt, dass wir nicht unverwundbar sind, wie unser Bundespräsident in seiner Rede zu Ostern feststellte.

Der Klimaschutzfonds Wedel arbeitet seit 24 Jahren dafür, den Wedeler Bürgerinnen und Bürgern Wege aufzuzeigen, dass es eben nicht immer schneller, höher weiter, geht. Wir müssen jetzt etwas tun, damit Menschen auch am Ende des 21. Jahrhunderts noch gut werden leben können – diese Menschen sind übrigens unsere und Ihre Kinder und Enkel!

Wenn Sie möchten, helfen Sie uns! (Michael Koehn/Klimaschutzfonds Wedel, 18.4.2020)

Mit freundlicher Unterstützung von...