Mühlenteich: Stadt trifft Maßnahmen gegen sinkenden Wasserstand

Abfluss des Wassers vorübergehend gestoppt.

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Folie und Sandsäcke sollen den Ablauf von Wasser aus dem Wedeler Mühlenteich komplett stoppen. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Folie und Sandsäcke sollen den Ablauf von Wasser aus dem Wedeler Mühlenteich komplett stoppen. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Die Stadt Wedel hat am Freitag, 14. August 2020, Maßnahmen getroffen, um den sinkenden Wasserstand im Mühlenteich der Rolandstadt zu stabilisieren. Die anhaltende Hitze und ausbleibende Niederschläge haben die Wassertiefe an einer Messstelle von durchschnittlich etwa 2,85 Meter auf etwa 2,35 Meter absinken lassen. Derzeit gleicht der Zufluss aus der Wedeler Au den Wasserverlust durch Verdunstung und den Verbrauch von Pflanzen im Uferbereich nicht mehr aus. Um die Fischbestände des Gewässers zu schützen und das Trockenfallen von Ufernahen Bereichen bei entsprechender Geruchsentwicklung zu vermeiden, hat der Bauhof der Stadt Wedel das Wehr an der Mühlenstraße mit Folie und Sandsäcken komplett abgedichtet. Am Montag zeigte sich bereits, dass der Wasserstand wieder leicht gestiegen war.


Durch das Stoppen des Wasserabflusses, den auch das automatisch gesteuerte Wehr in geschlossenem Zustand bautechnisch bedingt nicht völlig aufhalten kann, hofft die Stadt Wedel durch das nachlaufende Wasser aus der Wedeler Au auf eine Stabilisierung des Wasserstandes. Die große Zahl der Teichrosen auf dem Gewässer ist dabei im Zweifel sogar hilfreich, da die Blätter das Wasser beschatten und die Verdunstung bremsen. Die Stadt beobachtet die Entwicklung genau, um die Stauung zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder zu beenden und den Gewässerfluss wieder herzustellen.


Zudem ist wieder der schwimmende Oberflächenbelüfter der Stadt Wedel im Einsatz. Als natürliche Folge der Wärme und Sonneneinstrahlung der letzten Zeit nimmt der Gehalt an für Fische lebenswichtigem Sauerstoff im Wedeler Mühlenteich ab. Der Oberflächenbelüfter soll die Situation für die Tiere verbessern. Er saugt das Mühlenteichwasser an versetzt es mit Luftblasen und pumpt es wieder zurück in das Gewässer. Damit keine Fische oder Enten angesaugt werden, wird das kleine Belüftungsboot noch mit einem entsprechenden Schutzkorb versehen. Durch ein Kabel wird das Gerät mit dem notwendigen Strom versorgt. Durch die Maßnahme kann zwar nicht der Sauerstoffgehalt des gesamten Gewässers ausgeglichen werden, aber Fische bekommen Gelegenheit, sich in dem mit Luftblasen angereicherten Wasser ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.


Hintergrund geringer Wasserstand im Mühlenteich:


Die derzeitige Situation am Wedeler Mühlenteich könnte als Folge der außergewöhnlich großen Hitze bei geringen Niederschlägen durchaus ein Anzeiger des voranschreitenden Klimawandels sein. So nehmen extreme Klimaereignisse in den vergangenen Jahren zu. Große Dürreperioden im Sommer und immer häufiger auftretende Unwetter mit Starkregen betreffen auch Wedel. So war beispielsweise der Februar 2020 ein besonders nasser Monat, indem sogar Wasser verstärkt aus dem Mühlenteich abgelassen werden musste.


Klimaschutz in Wedel:


Wedel bemüht sich seit Jahren durch ein aktives Klimamanagement die Umweltbelastungen in der Rolandstadt zu minimieren und so den Klimawandel zu bremsen. Zum Beispiel durch nachhaltige Bildungsprojekte wie den „Klimafröschen“ in Wedeler Kindertagesstätten oder den „Klimapartnern“ mit Wedeler Unternehmen versucht die Stadt immer mehr Menschen und Einrichtungen für eine ressourcenschonende Lebensweise zu gewinnen. Denn am Ende kommt es bei der Bekämpfung des Klimawandels auf jede einzelne und jeden einzelnen an. Dafür wurde die Stadt Wedel im vergangenen Jahr als eine von deutschlandweit 9 Kommunen von der UNESCO als herausragendes Beispiel für gut vernetzte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet.


Hintergrund Mühlenteich:


Nachdem die Stadt Wedel den Mühlenteich lange Zeit nur gepachtet hatte, ist das Gewässer im Sommer 2020 durch den Kauf in den Besitz der Stadt Wedel übergegangen. Die Stadt Wedel lässt in der Folge derzeit ein gewässerökologisches Gutachten erstellen, das auch Empfehlungen erhalten soll, wie der Mühlenteich nachhaltig unterhalten werden kann. Über die Jahre hat sich die Wassertiefe des Mühlenteiches auch durch einströmenden Sand aus der Wedeler Au immer weiter verringert. Durch die deshalb geringere Gesamtwassermenge wirken sich Wasserstandsveränderungen im Ökosystem des Teiches nun immer direkter aus. Mit der Fertigstellung zweier Sandfänge an der Wedeler Au in diesem Jahr will die Stadt Wedel die Sandlast der Wedeler Au und damit auch die Verschlickung des Mühlenteiches verringern.

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