Panzer am Tinsdaler Weg

Holger Linken hat will seinen Metall-Koloss für die Straße umbauen

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Holger Linken hat den OT 64 übers Internet gekauft. Fotos: Frenzel/kommunikateam
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Spartanisch einfach: das Cockpit.

Der eine schraubt für sein Leben gern an Motorrädern herum, der andere liebt alte Traktoren, der dritte macht antike US-Straßenkreuzer wieder flott - und Holger Linken will einen Panzer-Oldtimer wieder fahrbereit basteln. Doch bevor die Geschichte weiter geht, hier erst einmal eine Klarstellung zur Beruhigung aller friedliebenden Zeitgenossen: Holger Linken: "Nein, ich bin kein Militarist. Kriege sind schrecklich - aber ich find' Technik einfach klasse!"

Und in Sachen Technik hat der Radpanzer OT 64 aus Tschechien einiges zu bieten, einen kraftvollen Acht-Zylinder-Motor mit zwölf Litern Hubraum und 180 PS beispielsweise. Er bringt den 12,5 Tonnen schweren Koloss, der zur Zeit auf einem privaten Parkplatz am Tinsdaler Weg abgestellt ist, in Fahrt - und zwar an Land und auf dem Wasser. "Es ist ein Amphibien-Fahrzeug!" sagt der Kfz-Halter und seine Augen leuchten dabei.

Zwei Propeller am Heck treiben den rund 7,50 Meter langen Schwerst-Transporter mit rund zehn Kilometer pro Stunde durchs Wasser. Das ist zwar deutlich langsamer als das mögliche Tempo 100 auf der Straße, doch auch erheblich billiger. Pro Stunde Wasser-Betrieb werden 20 Liter Kraftstoff verbraucht - an Land sind es zwischen knapp 60 Litern auf 100 Kilometer im "Stadtverkehr" bis 100 Liter im Gelände.

Übers Internet hat der Wedeler diesen eigenartigen Gebrauchtwagen entdeckt, der übrigens als Funk-Panzer fungierte und niemals mit Waffen ausgestattet war. Für einen kleinen fünfstelligen Betrag schlug Holger Linken zu. Jetzt will er den Koloss, dem an vielen Stellen schon große Löcher in die zehn Millimeter dicken Stahlplatten geschnitten wurden, um ihn zu "entmilitarisieren", vom TÜV zulassen lassen. "Alle notwendigen Umbauten werde ich natürlich ausführen. Da muss unbedingt was an den Sichtverhältnissen verbessert werden und wenn der nicht oliv sein soll, lackiere ich ihn auch um", so der Mechanik-Fan, der sich leidenschaftlich gern über Drehmomente, Vorwahlgetriebe und ähnliche Finessen unterhält.

Wann der OT 64 vom Privatparkplatz in den öffentlichen Straßenverkehr rollen wird, ist noch nicht absehbar. Sicher ist aber schon jetzt: Zum normalen Wochenend-Großeinkauf in der Bahnhofstraße wird er wohl nicht eingesetzt. Dafür ist das Einparken einfach zu mühsam. (Jörg Frenzel/kommunikateam, 8.10.2014)

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