„Platz der Kinderrechte“ in Wedel eingeweiht

Zahlreiche Gäste freuen sich über wichtiges Signal und mahnen weitere Anstrengungen an.

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Ein Platz für Kinderrechte: Mitglieder des Kinderparlamentes Wedel, die Wedeler und angereisten Mitglieder des Deutschen Kinderschutzbundes um Bonny Redelstorff (rechts) und der Wedeler Bürgermeister Niels Schmidt (ganz hinten links) bei der offiziellen Einweihung des Platzes am Wedeler Hafen. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Ein Platz für Kinderrechte: Mitglieder des Kinderparlamentes Wedel, die Wedeler und angereisten Mitglieder des Deutschen Kinderschutzbundes um Bonny Redelstorff (rechts) und der Wedeler Bürgermeister Niels Schmidt (ganz hinten links) bei der offiziellen Einweihung des Platzes am Wedeler…
Die Vorsitzende des Wedeler Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes, Bonny Redelstorff, zeichnete die Vorüberlegungen und Planungen für den Platz der Kinderrechte in Wedel nach. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Die Vorsitzende des Wedeler Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes, Bonny Redelstorff, zeichnete die Vorüberlegungen und Planungen für den Platz der Kinderrechte in Wedel nach. Foto Stadt Wedel/Kamin
Bürgermeister Niels Schmidt freute sich über das wichtige Signal, das durch die Einweihung des Platzes von und für Wedel ausgeht. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Bürgermeister Niels Schmidt freute sich über das wichtige Signal, das durch die Einweihung des Platzes von und für Wedel ausgeht. Foto Stadt Wedel/Kamin
Ela Ciker vom Kinderparlament der Stadt Wedel kritisierte, dass die Kinderrechte noch nicht ins Grundgesetz aufgenommen worden sind. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Ela Ciker vom Kinderparlament der Stadt Wedel kritisierte, dass die Kinderrechte noch nicht ins Grundgesetz aufgenommen worden sind. Foto Stadt Wedel/Kamin
Schatzmeister Rolf Himmelsbach vom Bundesvorstand des Kinderschutzbundes Erläuterte den Hintergrund der bundesweiten Initiative für mehr Plätze der Kinderrechte. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Schatzmeister Rolf Himmelsbach vom Bundesvorstand des Kinderschutzbundes Erläuterte den Hintergrund der bundesweiten Initiative für mehr Plätze der Kinderrechte. Foto Stadt Wedel/Kamin
Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds Schleswig-Holstein, erinnerte in ihrer Rede daran, dass trotz großer Erfolge auf dem Weg zu gelebten Kinderrechten noch viele Anstrengungen notwendig sind. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds Schleswig-Holstein, erinnerte in ihrer Rede daran, dass trotz großer Erfolge auf dem Weg zu gelebten Kinderrechten noch viele Anstrengungen notwendig sind. Foto Stadt Wedel/Kamin
Der Gaukler Hektor sorgte nach der offiziellen Einweihung für thematisch maßgeschneiderte Unterhaltung. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Der Gaukler Hektor sorgte nach der offiziellen Einweihung für thematisch maßgeschneiderte Unterhaltung. Foto Stadt Wedel/Kamin
Bürgermeister Niels Schmidt weihte den Platz der Kinderrechte mit dem Durchschneiden des Bandes ein. Foto Stadt Wedel/Kamin
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Bürgermeister Niels Schmidt weihte den Platz der Kinderrechte mit dem Durchschneiden des Bandes ein. Foto Stadt Wedel/Kamin
Auf dem Schild sind verschiedene Kinderrechte aufgezählt. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Auf dem Schild sind verschiedene Kinderrechte aufgezählt. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Die Stadt Wedel hat seit Sonntag, 19. September, einen „Platz der Kinderrechte“. Damit ist die Rolandstadt deutschlandweit eine der Vorreiterinnen und erst die 17. Kommune, die mit einem solch starken öffentlichen Signal auf die Rechte von Kindern hinweist, und sich so sichtbar dem Kampf für die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet. Zahlreiche ganz junge, junge und ältere Gäste aus Politik und Gesellschaft wohnten der feierlichen Einweihung des Platzes bei, der sich über den nordwestlichen Bereich der Hafenmole bis zum östlichen Eingang des Elbspielplatzes erstreckt. Der Wedeler Bürgermeister Niels Schmidt durchschnitt dabei das symbolische blaue Band, während Mitglieder des Wedeler Kinderparlaments das Schild enthüllten, auf dem die Rechte der Kinder in bunten Farben zu lesen sind.

Die Einrichtung eines Platzes der Kinderrechte war von der Wedeler Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes vorangetrieben worden. Nachdem bereits im November 2019 im Rathausfoyer eine transportable Litfaßsäule für mehrere Monate einen „Mobilen Platz der Kinderrechte“ markiert hatte, traf der Kinderschutzbund bei der Stadt Wedel auch auf offene Ohren, als es um die Einrichtung eines dauerhaften Platzes der Kinderrechte ging. Als Ort dafür wurde bewusst nicht der Rathausplatz, sondern mit dem Bereich am Hafen ein nicht minder prominenter Ort – allerdings mit direktem Anschluss an einen großen Spielplatz – gewählt. Hier können zukünftig sehr bequem auch Veranstaltungen für Kinder stattfinden. Zusätzlich werden sowohl Gäste des Hafens als auch Einheimische und somit auch viele Familien, die den Elbspielplatz nutzen, über die Rechte von Kindern informiert.

Einen kleinen Film zur Einweihung gibt es unter diesem Link. (Achtung: Wenn Sie diesem Link folgen, verlassen sie die Plattform www.wedel.de und werden auf die Plattform YouTube mit den dort geltenden Datenschutz-Standards weitergeleitet.)

Bei der Einweihung des Platzes der Kinderrechte freute sich die Vorsitzende des Wedeler Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes, Bonny Redelstorff, über den Meilenstein für die Sichtbarmachung der Kinderrechte und bedankte sich bei der Stadt Wedel für die Unterstützung bei der Einrichtung des Platzes. Bürgermeister Niels Schmidt erinnerte in seiner Rede daran, dass gerade Kinder und Jugendliche vor allem auch wegen fehlender sozialer Kontakte unter der Corona-Pandemie gelitten hätten. Er dankte dem Kindeschutzbund Wedel für sein jahrzehntelanges Engagement und sicherte die weitere Unterstützung der Stadt Wedel auf diesem Weg zu. Ela Ciker freute sich als Mitglied des Kinderparlamentes der Stadt Wedel in ihrer Rede über das wichtige Zeichen, beklagte aber auch, dass es die Kinderrechte trotz des Versprechens der Bundespolitik noch nicht ins Grundgesetz geschafft hätten.

Für den Bundesvorstand des Kinderschutzbundes war Schatzmeister Rolf Himmelsbach nach Wedel gereist. Er würdigte das herausragende Signal für Kinderrechte, das die Stadt Wedel als erst 17 Kommune in ganz Deutschland mit der Einrichtung des Platzes setze. Der Kreis Pinneberg zeige sich hier insgesamt besonders aktiv, weil mit Wedel, Elmshorn und Pinneberg hier bereits drei Städte einen Platz der Kinderrechte eingerichtet hätten. Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds Schleswig-Holstein, erinnerte daran, dass auch 30 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention diese immer noch zu wenig beachtet werde. Der neue Platz sei deshalb zugleich ein wichtiges Zeichen, aber auch eine Verpflichtung im Kampf für diese Rechte der jüngsten nicht nachzulassen.

Im Anschluss an die Zeremonie sorgte der Gaukler Hektor mit Zaubertricks und famosen Luftballonverknotungskünsten für die weitere Unterhaltung der jungen und älteren Gäste.

In der Stadt Wedel greifen ehrenamtliches und städtisches Engagement zugunsten von Kindern und Kinderrechten eng ineinander. So unterstützt der Wedeler Ortsverband des Kinderschutzbundes auch die Initiative Weki, die bedürftigen Kindern das Mensaessen in den Schulen finanziert. Hinzu kommen zahlreiche weitere Initiativen und Einrichtungen, die mit Ihren Unterstützungsangeboten für Kinder ein starkes Netzwerk bilden.

Zu den Bereichen, in denen die Stadt Wedel ganz aktiv die Stärkung und Einhaltung von Kinderrechten fördert, gehören unter anderem die Einrichtung und Betreuung des Kinderparlamentes und des Jugendbeirates. Die Stadtjugendpflege unterstützt und unterhält neben diesen beiden politischen Einrichtungen auch das Kinder- und Jugendzentrum KiJuZ und, zum Beispiel, das Wespi-Spielmobil, mit dem auch Kinder aus finanziell schwächeren Haushalten fördernde Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist die Stadt Wedel Träger von Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten und organisiert mit hohem personellen und finanziellen Aufwand die Schulkinderbetreuung. Zudem wurde aktuell von Imke Dreessen von der Stadtjugendpflege ein Projekt zum Thema Kinderrechte in einer dritten Klasse der Altstadtschule Wedel begleitet.

Die Stadt Wedel ist auch Teil der landesweiten Aktion „Keine Gewalt gegen Kinder und Jugendliche!“ unter der Schirmherrschaft des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther, die in der direkten Nachbarschaft von der Initiative „Appen musiziert“ von der Freiwilligen Feuerwehr Appen ins Leben gerufen wurde.

Außerdem unterstützt die Stadt Wedel die Arbeit des Frauenhauses Wedel als sicherem Ort für von Gewalt bedrohte Frauen und Kinder. Auch die Bereitstellung von würdigen Unterkünfte für Kinder, die nach Flucht oder anderen Schicksalsschlägen von Obdachlosigkeit bedroht sind.

Ein großes Gewicht legt die Stadt Wedel auch auf Projekte wie die „Klimafrösche“, die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) schon in den Kitas beginnen. Denn auch auf eine intakte Umwelt haben Kinder ein Recht. Für ihr Engagement im Bereich BNE hatte die UNESCO Wedel im November 2019 zusammen mit acht weiteren Kommunen deutschlandweit – darunter Hamburg, München und Heidelberg – als herausragendes Beispiel für gut vernetzte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet.

 

Hintergrund Kinderrechte

 

Am 20. November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Doch trotz zahlreicher Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten fehlen Millionen Kindern noch immer die nötigen Voraussetzungen für ein gutes Aufwachsen. Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt kämpfen für eine bessere Zukunft und setzen sich für ihre Rechte ein. Der Tag der Kinderrechte soll dieses Engagement würdigen und Kindern und Erwachsene, darin bestärken ihren Beitrag zu leisten damit die Welt zu einem besseren Ort für Kinder wird.

 

Hier die wichtigsten Kinderrechte in Kurzform (alle Kinderrechte finden Sie unter diesem Link):

 

1.       Gleichheit

Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. (Artikel 2)

 

2.       Gesundheit

Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden. (Artikel 24)

 

3.       Bildung

Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. (Artikel 28)

 

4.       Spiel und Freizeit

Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein. (Artikel 31)

 

5.       Freie Meinungsäußerung und Beteiligung

Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken. (Artikel 12 und 13)

 

6.       Schutz vor Gewalt

Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. (Artikel 19, 32 und 34)

 

7.       Zugang zu Medien

Kinder haben das Recht sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten. (Artikel 17)
 

8.       Schutz der Privatsphäre und Würde

Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden. (Artikel 16)

 

9.       Schutz im Krieg und auf der Flucht

Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden. (Artikel 22 und 38)

 

10.     Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. (Artikel 23)

 

 

Hintergrund Kinderparlament der Stadt Wedel

Wer das Kinderparlament unterstützen will und etwa im Alter zwischen der 3. und 4. Schulklasse und dem 18. Lebensjahr ist, ist herzlich eingeladen, zu den Treffen am 3. Dienstag im Monat dazuzukommen und einzusteigen. Das Kinderparlament ist auch eine gute Grundlage für eine spätere Mitarbeit im Wedeler Jugendbeirat. Weitere Informationen geben das KiJuZ Team oder Imke Dreessen von der Stadtjugendpflege unter i.dreessen(at)stadt.wedel.de oder der Telefonnummer 04103/707-279.  

Die Gemeindeordnung Schleswig-Holstein sieht in § 47 f Absatz 1 vor, dass bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligt werden müssen. Auf diesen Grundsatz basierend wurden in Wedel der Jugendbeirat sowie das Kinderparlament eingerichtet. Darüber hinaus werden Beteiligungen mit Kindern und/oder Jugendlichen durchgeführt, wenn ihre Belange betroffen sind.

Das Kinderparlament hat die Nachfolge der Wedeler Kindergipfel angetreten, bei dem sich in regelmäßigen Abständen Kinder und Jugendliche aus allen Wedeler Schulen im Rathaus getroffen hatten, um über Pläne und öffentliche Vorhaben zu sprechen, die junge Menschen in Wedel betreffen. Da beim Kindergipfel wegen der Schuljahreswechsel keine Kontinuität der Teilnehmenden möglich war, wurde der Kindergipfel vom Kinderparlament abgelöst, an dem Junge Menschen von der Grundschule bis zu einem Alter von etwa 18 Jahren dauerhaft aktiv mitarbeiten können. Das sorgt für eine gewisse Nachhaltigkeit und hilft den Mädchen und Jungen, auch größere Projekte vom Anfang bis zum Ende zu begleiten. 

Mit freundlicher Unterstützung von...