Schotten dicht! Erfolgreiche Deichverteidigungsübung 2018

Einsatzkräfte schließen Stöpe mit 2000 Sandsäcken in guter Zeit. Organisationen arbeiten Hand in Hand.

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Hand in Hand arbeiteten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wedel bei Stapeln der Sandsäcke in die Stöpe vor allem mit…
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Das THW hatte vor Ort das Vorbereiten der Sandsäcke mit der Sandsackfüllmaschine übernommen. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Gemeinsam konnten die Einsatzkräfte die Landesdeich-Stöpe bei der Übung rasch schließen. Mehr Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Der Bauhof der Stadt Wedel hatte die vorgeschriebenen Straßensperrungen eingerichtet und unterstützte die Einsatzkräfte an…
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„Ohne Mampf kein Kampf“: Die Ortsgruppe des DRK Wedel sorgte während und nach der Übung für die Verpflegung der…
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Wedels Bürgermeister Niels Schmidt (rechts) und Einsatzleiter und Wehrführer Michael Rein zogen nach Abschluss der Übung ein…

Die Stadt Wedel und ihre Einsatzkräfte zeigen sich gerüstet für den Fall einer Sturmflut. Am Sonnabend, 27. Oktober, konnte eine groß angelegte Deichverteidigungsübung erfolgreich abgeschlossen werden. Im Fokus der Übung stand das Schließen der Deichscharte (Stöpe) am Landesdeich an der Schulauer Straße. Nach nur drei Stunden kurz vor 12 Uhr war das Einsatzziel erreicht - und das, obwohl ein Großteil der eingesetzten Wedeler Feuerwehrleute zwischenzeitlich zu einem Realeinsatz abrückte, der sich allerdings als Fehlalarm erwies, sodass die Kameradinnen und Kameraden anschließend wieder am Deich mit anpacken konnten.  

Ein Video zur Übung gibt es hier.

Die Freiwillige Feuerwehr Wedel, der Wedeler Bauhof, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei sowie der der Einsatzstab der Stadt Wedel, der Kreis Pinneberg und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hatten gemeinsam geübt, damit im Fall einer Sturmflut, die das Schließen der Stöpe mit Sandsäcken erfordert, alle Gewerke reibungslos ineinandergreifen. Die Wedeler Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) versorgte die Einsatzkräfte während der Übung mit Getränken und Snacks und hielt so die Motivation hoch. Die Wedeler Feuerwehr, die den Einsatz in Abstimmung mit dem Einsatzstab der Stadt Wedel unter Bürgermeister Niels Schmidt leitete, und die DLRG kamen sowohl beim Einsetzen der Alubohlen und Sandsackstapeln zum Einsatz, unterstützten aber auch das THW beim Füllen der Sandsäcke.  

Nach dem Abbau der Flutschutzwand in der Stöpe und Reinigung des Einsatzortes, was bis in den frühen Nachmittag dauerte, servierte das DRK den Frauen und Männern ein Mittagessen - wohl verdient für die Einsatzkräfte, die für die Sicherheit der Wedeler Einwohnerinnen und Einwohner in den meisten Fällen ehrenamtlich Ihren freien Sonnabend geopfert hatten. Der Bauhof der Stadt Wedel hatte nicht nur für die im Ernstfall zur Sicherheit von Bevölkerung und Einsatzkräften vorgesehen Straßensperrungen und Umleitungen gesorgt, sondern darüber hinaus Sandsackpaletten aus dem Depot an die Stöpe transportiert und den anderen Katastrophenhelfern beim Stapeln der Sandsäcke geholfen. 

Der Wedeler Bürgermeister Niels Schmidt bedankte sich bei allen Einsatzkräften aus den unterschiedlichen Organisationen und zeigte sich hoch zufrieden mit den Ergebnissen der Übung: „Die Errichtung der Flutschutzwand war schneller abgeschlossen als bei der letzten Übung. Darüber hinaus haben wir wertvolle Hinweise gewonnen, wie wir im Ernstfall noch schneller agieren können“, zog Schmidt ein erstes Fazit. Die Übung habe gezeigt, dass es sinnvoll sein könnte, die etwa 2000 für die Schließung der Stöpe benötigten Sandsäcke komplett vorzuhalten. So seien diese noch schneller verfügbar und man sei nicht unbedingt auf die Sandsackfüllmaschine des Technischen Hilfswerks (THW) angewiesen. Der Einsatz des THW mit der Füllmaschine sei zwar sehr wertvoll gewesen, aber im Fall einer echten Sturmflut könne nicht garantiert werden, dass die Maschine auch wirklich in  Wedel zum Einsatz kommen würde, deshalb gelte es, selbst Vorkehrungen zu treffen. 

Der Wedeler Wehrführer und Einsatzleiter der Übung, Michael Rein, freute sich nach der Fertigstellung der Flutschutzwand über die reibungslose und effektive Zusammenarbeit der zahlreichen beteiligten Kräfte aus den unterschiedlichen Organisationen: „Vor allem dort, wo rasches Arbeiten gefragt war, haben alle Hand in Hand und Seite an Seite Sandsäcke gefüllt und in die Stöpe gestapelt. Das war toll zu erleben“, sagt Rein. Darüber hinaus habe die Einsatzleitung durch das genaue Beobachten der verschiedenen Arbeitsphasen auch noch Optimierungsmöglichkeiten entdeckt, die über die Nachbereitung der Übung im Ernstfall zu einem noch effektiveren Einsatz führen sollen: „Das ist genau der Grund, warum wir Übungen wie diese machen, weil man nur so die kleinen Hindernisse, die oft im Detail stecken, aufdecken und für den Ernstfall abstellen kann.“ 

Zwei Szenarien wurden bei der durch den Fachdienst Ordnung und Einwohnerservice der Stadt Wedel geplanten Übung durchgespielt: 

Szenario 1: Einrichten der notwendigen Sperrungen für die Schließung der Flutschutztore am Schulauer Hafen 
Szenario 2: Schließen der Landesdeich-Stöpe an der Schulauer Straße

Die Hochwasserschutzanlage der Stadt Wedel mit den Flutschutztoren unmittelbar am Schulauer Hafen schützt die Stadt vor Hochwasser mit einer Höhe von etwa 7,30 Meter über NN. Der etwas zurück liegende Landesdeich, zu dem die bei der Übung geschlossene Stöpe gehört, schützt sogar vor einem Hochwasser bis zu einer Höhe von 7,50 Meter über NN - was einer Höhe von 5,50 Meter über dem mittleren Tidehochwasser (MThw) entspricht.  

Seit der Sturmflut von 1976 hatte die Stöpe wegen Hochwassers nicht mehr bis zur maximalen Höhe geschlossen werden müssen. Nur in einem Fall war seither mit der Schließung wegen einer Sturmflut begonnen worden. Allerdings wird das Schließen der Stöpe von den Einsatzkräften regelmäßig geübt. (29. Oktober 2018, Stadt Wedel/Kamin)

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