Schuldenfrei unter veränderten Bedingungen

Die AWO Schuldnerberatung hilft!

in Leben in Wedel, Top-News

Vor genau einem Jahr ist die Schuldnerberatung der AWO in ihre neuen Räume in die Bahnhofstraße 9 in Wedel gezogen. Die Mitarbeiterinnen Birigit Bauer, Anja Schmitt, Mechtild Kuiter-Pletzer und Leiterin Dana Bogner hatten sich sehr über diesen Umzug in größere, zentral gelegene Räume gefreut. Aber gleichzeitig hält seit dem die Coronapandemie die Bürger und Bürgerinnen in Atem. Die Ratsuchenden konnten nicht wie gewohnt einfach mal kurz vorbei schauen, Unterlagen abgeben, Termine vereinbaren oder auf die Schnelle eine P-Kontobescheinigung erhalten. Denn aktuelle Hygienekonzepte lassen dieses zurzeit nicht zu. Aber die Nachfrage nach Beratung ist ungebremst hoch. Dies ist aber nicht alleine auf die Pandemie zurückzuführen.

Es sind auch einige Schuldner durch Corona, arbeitslos geworden, haben Zusatzjobs verloren oder sind von Kurzarbeit betroffen. Sie können somit ihre vor der Krise getroffenen Zahlungsvereinbarungen nicht mehr einhalten und benötigen Unterstützung. Telefonisch oder online finden diese Beratungen statt. Die Schuldnerberatung beobachtete aber schon vor der Krise, dass die Betroffenen sehr oft zu lange warten, um sich Unterstützung und Hilfe zu holen. Erst wenn alle Reserven aufgebraucht, Verwandte und Bekannte keine weitere materielle Unterstützung geben können oder wollen, wird der Schritt bzw. Anruf in die Beratungsstelle gemacht. Die Beraterinnen appellieren an alle Betroffenen, sich frühzeitig und schnell, schon bei ersten Anzeichen von finanziellen negativen Veränderungen, an die AWO Schuldnerberatung zu wenden.

Die meisten Anfragen kommen aber zurzeit von Schuldnern, die 2020 auf die Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahren gewartet haben. Rückwirkend ab Oktober 2020 wurde die Laufzeit durch das Justizministerium im Insolvenzverfahren von sechs auf drei Jahre verkürzt, dies bedeutet, nach Antragstellung mit Unterstützung der Schuldnerberatung, werden die Schulden schon nach drei Jahren erlassen.

Diese vermehrten Anfragen unter den Arbeitsbedingungen von Corona meistern die Beraterinnen, in dem die Betroffene ihre Unterlagen per Post oder Mail an die Beratungsstelle schicken. Umgehend erhalten sie dann entsprechende Formulare und andere erforderliche Schreiben zurück, damit die Arbeit schnellst möglich aufgenommen werden kann.

Zwar liegt das Augenmerk der Beraterinnen darauf, wenn immer möglich, eine Verbraucherinsolvenz zu vermeiden und eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erzielen, aber in den Fällen, in denen eine Ratenvereinbarung nicht mehr möglich ist, streben sie gemeinsam mit den Betroffenen das Verfahren an. Sie bereiten alles Erforderliche hierfür vor. Kosten entstehen für die Ratsuchenden nicht.

Gemeinsam wird der beste Weg aus den Schulden gesucht. Langjährige Erfahrungen sind hierfür ein Garnat.

Hier sind noch einmal die wichtigsten vorgesehenen Änderungen aufgeführt:

Diese evtl. verkürzt und einfacher erklären.

  • Für alle ab dem 01. Oktober 2020 eingereichten Insolvenzverfahren (auch für VerbraucherInnen) wird die Dauer des Restschuldbefreiungsverfahrens auf drei Jahre reduziert.

  • Diese Verkürzung wird an keine Bedingungen geknüpft (wie z.B. Bezahlung Verfahrenskosten)

  • Es wird in § 295 InsO eine zusätzliche neue Obliegenheit für den Schuldner eingeführt: keine unangemessenen Verbindlichkeiten i.S.d. § 290 I Nr. 4 InsO zu begründen.

  • Prüfung dieser neuen Obliegenheitsverletzung und Versagung der Restschuldbefreiung auch von Amts wegen, wenn gleichzeitig die Befriedigungsinteressen der Insolvenzgläubiger beeinträchtigt sind!
    Bisher braucht es für die Versagung der RSB den Antrag eines Insolvenzgläubigers.

  • Gewinne aus einer Lotterie oder aus Gewinnspielen sind auch in der Wohlverhaltensphase an den Treuhänder herauszugeben

  • Die Verkürzung der Verfahrensdauer auf drei Jahre ist für Verbraucher bis 30. Juni 2025 befristet. Es soll nochmal geprüft werden, wie sich die Verkürzung auf das Verhalten der Verbraucher auswirkt!

  • Wer in einem nach dem 1.10.2020 eingereichten Verfahren nach drei Jahren die RSB erhalten hat, für den gilt eine elfjährige Sperrfrist für ein neues Verfahren und dieses neue Verfahren hat dann eine Abtretungsfrist von fünf Jahren.

Wer weitergehende Fragen hat, melde sich unter 04103/1808320. (AWO-Schuldnerberatung, 20.3.2021)

 

Mit freundlicher Unterstützung von...