Senioren auf Entdeckerkurs

Für fünf Herren aus der Kursana Residenz Wedel ging mit dem Besuch des Maritimen Museums in der Hamburger Speicherstadt ein Herzenswunsch in Erfüllung.

in Leben in Wedel

Die Bewohner Heinz-Otto Matzke (93), Manfred Bittrich (79), Horst Bachmann (80), Günter Frank (84) und Hans Joachim Prochnow (86, v.l.n.r.) aus der Kursana Residenz Wedel genossen den Ausflug ins Internationale Maritime Museum Hamburg. ©Kursana
Die Bewohner Heinz-Otto Matzke (93), Manfred Bittrich (79), Horst Bachmann (80), Günter Frank (84) und Hans Joachim Prochnow…

Besonders das „Deck 9“ mit seinen unzähligen Schiffsmodellen hatte es den fünf Senioren aus der Kursana Residenz Wedel angetan: Angesichts der Miniaturen, die die Geschichte der Seefahrt von der Antike bis heute erzählen, konnten die Männer zwischen 79 und 93 Jahren einmal nach Herzenslust über Technik fachsimpeln und maritime Anekdoten aus dem eigenen Leben zum Besten geben. Möglich wurde der erste „Ausflug unter Männern“ der Senioreneinrichtung ins Internationale Maritime Museum in Hamburgs Speicherstadt durch Michael Schneider (61), der sich seit vier Jahren ehrenamtlich in der Wedeler Residenz engagiert.

„Geboren wurde die Idee bei unserer Männerrunde `Auf einen Sherry´, die einmal monatlich stattfindet“, erzählt Bewohner Günter Frank (84), der in Kiel aufgewachsen ist und erst vor drei Jahren wieder zurück in den Norden gezogen ist. „Für mich war der Besuch doppelt wichtig, da neben eigenen Erlebnissen auch viele Erinnerungen an meinen Vater wachgerufen wurden. Er war als Techniker bei der Kriegsmarine für den Bau von Kreuzern und Schlachtschiffen zuständig. Von ihm habe ich mein Interesse für die Seefahrt geerbt.“ Der Hobby-Fotograf hatte seine Kamera dabei und fertigte zahlreiche Aufnahmen von interessanten Exponaten an. Segler Manfred Bittrich (79) interessierte sich vor allem für die zahlreichen Modelle von Segelschiffen. Andere Herren berichteten von Kreuzfahrten, die sie im Laufe ihres Lebens unternommen haben. Fast zwei Stunden waren die Senioren im Maritimen Museum auf den Beinen und diskutierten auf der Rückfahrt mit ihrem „Chauffeur“ Michael Schneider angeregt über die neuen Eindrücke.

„So wie die Bewohnerinnen beim Besuch im Puppenmuseum ins Schwärmen geraten und aufblühen, sind die Männer in der Welt der Technik zuhause. Man konnte gleich merken, dass sie es genossen haben, ganz unter sich zu sein und keine Rolle spielen zu müssen“, erzählt Michael Schneider, der bisher meist Frauen aus der Residenz bei Ausflügen begleitet hat. „Ich würde gern häufiger mit den Herren unterwegs sein, damit sie mehr aus sich herauskommen. Wir können ja auch anschließend gern einmal ein Bier trinken gehen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.“

Der rüstige Günter Frank hat sich fest vorgenommen, das Maritime Museum demnächst noch einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen. Vor allem der Schiffsführungssimulator, der in Hamburgs ältestem Speicherbauwerk untergebracht ist, hat es dem 84-Jährigen angetan. „Dort auf der Kommandobrücke einmal selbst in die Rolle des Kapitäns oder des Steuermanns schlüpfen zu können, stelle ich mir großartig vor“, freut er sich. Sein Bericht wird von der „Männergruppe“, die sich bald wieder am Kamin der Wedeler Residenz „Auf einen Sherry“ treffen wird, schon mit Spannung erwartet. (Kursana Residenz, 15.8.2016)

 

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